„Der Zeitpunkt, um umzuplanen, ist überschritten“, machte Konrad Kiener deutlich. Der Bürgermeister hält an den Plänen zum Bau einer Sporthalle im Ortsteil Unterköblitz fest und kann dabei mit einer breiten Unterstützung rechnen.
Der ehemalige Marktrat und Steuerberater Anton Kummert unternahm bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im Landgasthof Burkhard in Wernberg-Köblitz einen letzten Versuch, die Auftragsvergabe für die „überdimensionierte Mehrfachturnhalle“ zu stoppen. Er begründete seinen Vorstoß mit den Worten: „Ich glaube, unserem Marktrat und den Bürgern ist nicht bewusst, um welche Größenordnungen es sich hier handelt“. 47 Meter lang, 25 Meter breit und 7,5 Millionen Euro teuer. Die Halle sei „nicht nutz- und auch nicht finanzierbar“, ist der Übungsleiter des FC Wernberg überzeugt. Vor allem nicht in Zeiten der Krisen und Preissteigerungen.
Anton Kummert geht davon aus, dass der aktuell kalkulierte Preis nicht zu halten sei. Stehe einmal der Rohbau, hätten Architekt und Bauunternehmer freie Hand, um Kostensteigerungen „leicht unterzubringen“. Auch die Entscheidung des Finanzamtes zur Erstattung der Umsatzsteuer von 1,4 Millionen stehe noch aus, so der Steuerberater. Er wirft einen Blick in die Nachbarkommunen und stellt fest: „Die Veranstaltungshallen in Nabburg, Pfreimd, Schwarzenfeld, Weiden und Neustadt stehen zum Teil leer, und wir bauen so groß.“
"Große Lösung" findet Mehrheit
Anton Kummert plädierte für „eine Nummer kleiner, eine Zweifach-Sporthalle“, und stellte bei der Bürgerversammlung den Antrag auf eine Bürgerbefragung. Diesen Antrag unterstützten aber nur vier Besucher, der überwiegende Teil wünschte sich eine „große Lösung“ und folgte damit den Argumenten des Bürgermeisters. Er sei sich des „finanziellen Risikos“ durchaus bewusst, so Kiener, betonte aber: „Wir haben einen Puffer von 600 000 Euro für Preissteigerungen eingeplant.“ Zudem bekomme die Gemeinde eine öffentliche Förderung von drei Millionen Euro, müsse dafür aber von den Nutzern Entgelt verlangen. „Wir werden die Gebühren aber so gestalten, dass die Vereine damit leben können“, versprach der Bürgermeister. Konkret sollen die Mietzahlungen für die Trainings- und Spielzeiten über die Sportförderung zumindest teilweise an die Vereine zurückfließen.
Konrad Kiener verspricht sich von der Sporthalle, in der jährlich auch bis zu acht gesellschaftlichen Veranstaltungen stattfinden sollen, eine Steigerung des Freizeitangebots. In seiner letzten Sitzung habe der Marktrat bereits Aufträge in einer Größenordnung von 1,9 Millionen Euro vergeben, so der Bürgermeister. Im Mai soll mit dem Bau der Halle auf dem mittlerweile gerodeten Grundstück neben der Schule begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 geplant.
Zu Beginn der Bürgerversammlung zeichnete Konrad Kiener die Einser-Abiturientin Magdalena Bauer aus dem Ortsteil Deindorf aus. Sie besuchte das Gymnasium in Nabburg und studiert nun an der Technischen Uni München Agrarwissenschaften.
Rücklagen aufgebaut
Der Bürgermeister zog in seinem Rechenschaftsbericht eine positive Bilanz. Die Gemeinde habe die Rücklagen auf fünf Millionen gesteigert und die Schulden auf 6,7 Millionen abgebaut und könne „in die Zukunft“ investieren. Der Umbau der Grund- und Mittelschule in eine Ganztagesschule werde 1,3 Millionen Euro kosten. Jeweils eine halbe Million seien für den Feuerschutz und den Straßenunterhalt, 1,5 Millionen für die Sanierung der Paul-Schiedtstraße fällig. Die Personalkosten schlagen mit jährlich 3,2 Millionen Euro zu Buche.
Auf der Suche nach einem neuen Baugebiet ist die Gemeinde fündig geworden. „In Kürze werden wir es der Öffentlichkeit vorstellen“, kündigte der Bürgermeister an. Außerdem befänden sich auf dem Gemeindegebiet 120 unbebaute Grundstücke. Die „Wernberger Kirwa“ war im vergangenen Jahr der einzige gesellschaftliche Höhepunkt im Ort. Für heuer plant die Gemeinde am 16. Juli ein Bürgerfest und am 27. November einen Adventsmarkt.













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