04.08.2020 - 10:30 Uhr
WiesauOberpfalz

Drohnen-Bilder sofort auf dem Bildschirm der Retter

Drohnen liefern auch im Rettungswesen wichtige Entscheidungshilfen. Damit die Bilder schnell auf die Monitore der Helfer am Boden kommen, hat das Rettungszentrum Regional Oberpfalz Nord (RZR) jetzt einen Laptop spendiert.

Michael Riebl, Nicolas Trießl, Daniel Hermann und Alois Eholzer (hintere Reihe von links) übernahmen den Laptop, um ihn in die vorhandene Technik im Einsatzfahrzeug für den Katastrophenschutz einzubinden. Übergeben wurde das Gerät vom RZR-Vorsitzenden Dr. Mathias Kalkum. Mit im Bild (vorne von links) Sandro Galitzdörfer, Stephan Thoma, Kreisbrandrat Andreas Wührl und Kreisbrandinspektor Lorenz Müller.
von Werner RoblProfil

Das RZR gibt es seit 15 Jahren. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die Verbesserung der Notfallversorgung mit allen Beteiligten von Notärzten über Feuerwehr und Polizei bis hin zur Seelsorge. Einher ging das Jubiläum mit einer Zusatzausstattung für die bereits vorhandene Technik am Katastrophenschutz-Standort Wiesau, wo vor wenigen Monaten ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt wurde.

Das neue Fahrzeug bietet viele technische Raffinessen

Wiesau

Kreisbrandinspektor und RZR-Vorstandsmitglied Lorenz Müller freute sich über das Geschenk. „Der Laptop, ausgestattet mit moderner Software, ergänzt die bereits genutzte Ausstattung im neuen Einsatz-Fahrzeug“, unterstrich er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Damit werde die Arbeit der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) bei Katastrophenschutz-Einsätzen deutlich erleichtert. Dank der im Laptop vorinstallierten Software sei es ab sofort möglich, die von der BRK-Drohne übermittelten Bilder rasch auf die Monitore im Fahrzeug zu übertragen.

Ein großer Vorteil sei die detailgetreue Wiedergabe der Bildinformationen, die das ferngesteuerte, unbemannte Fluggerät zur Verfügung stelle. „Sie sind für uns von enormer Wichtigkeit“, kommentierte Müller die Daten aus der Luft. Genutzt werde der Computer von den beteiligten Rettungs-Organisationen, die zum Beispiel bei größeren Schadenslagen oder bei der Vermisstensuche hinzugezogen werden. „Für uns unverzichtbar sind die Informationen, die von oben zu uns gelangen, auch bei der Einsatzbewertung und für die Beurteilung der weiteren Vorgehensweise", sagte der Kreisbrandinspektor. Die Einsätze könnten zielgerichtet koordiniert werden. "Somit können die Katastrophenschützer, Feuerwehren, Rettungsdienste, Polizei und andere zum Beispiel auch an großen Industriehallen oder in weitläufigen Flächen rasch und ohne Zeitverlust Hilfe leisten."

Der Vorsitzende des RZR, Dr. Mathias Kalkum, überreichte den Computer im Beisein von Kreisbrandrat Andreas Wührl, Kreisbrandinspektor Lorenz Müller, dem Leiter der UG-ÖEL im Landkreis, Stephan Thoma, und RZR-Schatzmeister Sandro Galitzdörfer. Das Katastrophenschutz-Team am Standort Egerstraße war vertreten mit den Feuerwehrleuten Alois Eholzer, Nicolas Trießl, Daniel Hermann und Michael Riebl, die sich für die technische Aufwertung bedankten.

Hintergrund:

RZR Tochter des Rettungszentrums Regensburg

Als Ursprung des Rettungszentrums Oberpfalz Nord gilt das 1995 gegründete Rettungszentrum in Regensburg. Nach und nach bildeten sich weitere Verbände. Als Tochter des Vereins in der Donaustadt machte sich der Nordoberpfälzer Ableger vor 15 Jahren an die Arbeit, um die Notfallversorgung in Ostbayern zu verbessern. An einem regelmäßigen runden Tisch werden Wege für eine solide Koordinierung aller Beteiligten im Rettungswesen gesucht und Fachfragen erörtert. Ärzte, Notärzte, BRK-Vertreter, Feuerwehr-Verantwortliche und Polizeibeamte aus Weiden, den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN sind mit im Boot. In den Gesprächskreis mit eingebunden sind auch Vertreter der US-Streitkräfte und der Krisenintervention.

Einmal jährlich findet das Fachsymposium "Rescu" (Regensburg Emergency Services Centre at the University) mit regionalen und internationalen Referenten statt. Im Mittelpunkt des regionalen RZR steht nach Darstellung von Kreisbrandinspektor Lorenz Müller auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Im vergangenen Jahr unterstützte man das Projekt „Schüler retten Leben“ an verschiedenen Schulen in der Nordoberpfalz. Auch bei der Vermittlung von kostenlosen Reanimations-Dummys für Bildungsstätten setzt sich der Verein ein. „Hervorragende Resonanz erfuhren auch die Fortbildungsveranstaltungen, die Gewalt gegen Einsatzkräfte behandelten", betont Müller.

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