21.06.2020 - 14:49 Uhr
WiesauOberpfalz

Hochmoderne Technik bei Katastrophenfall im Landkreis Tirschenreuth

Die Örtliche Einsatzleitung des Landkreises Tirschenreuth hat einen neuen Einsatzleitwagen bekommen. Und der hat es angesichts der technischen Ausstattung in sich.

Einsatzleiter Andreas Wührl präsentiert das neue Fahrzeug, das modernste Technik in seinem Innern birgt: Eingesetzt wird es vom Landkreis für den Katastrophenschutz, stationiert ist es im Feuerwehrhaus in Wiesau.
von Ulla Britta BaumerProfil

Mehr Technik, mehr Sicherheit und jede Menge Zusatzausstattung: Das und mehr birgt der neue Einsatzleitwagen (ELW), den sich der Landkreis Tirschenreuth noch vor Beginn der Coronakrise angeschafft hat. Das um die 200 000 Euro teure Fahrzeug ist im Feuerwehrhaus Wiesau stationiert und war notwendig geworden, weil sein Vorgänger in die Jahre gekommen war.

Kreisbrandrat am Steuer

Gefördert vom Freistaat Bayern mit 100 000 Euro, hat sich bereits der alte Kreistag mit Landrat Wolfgang Lippert zu dieser kostspieligen, aber wertvollen Neuanschaffung entschieden. Andreas Wührl, Kreisbrandrat und Leiter der Örtlichen Einsatzleitung Katastrophenschutz (ÖEL), wurde zwischenzeitlich mit dem ELW mehrmals von der Integrierten Leitstelle zu Einsätzen alarmiert und hat ihn auch selbst gefahren. „Wir konnten ihn aber bis heute nicht einweihen, weil dann die Krise kam“, erzählt Wührl.

Nahezu zeitgleich mit Beginn der Pandemie Mitte März sei das Fahrzeug geliefert worden. Was aber nichts mit der Krise zu tun hatte. Weil der ELW-Vorgänger mit einem für ein Einsatzfahrzeug biblischen Alter von 14 Jahren in „Rente“ gehen sollte, hatte der Kreistag seine Ausmusterung einvernehmlich beschlossen.

Keine Diskussionen im Kreistag

Eine Umrüstung habe sich nicht mehr rentiert, weil der Vorgänger an seiner Belastungsgrenze angekommen und auf Dauer die Sicherheit der Einsatzleute nicht mehr gewährleistet gewesen sei. „Das hat bei den Kreisräten keine großen Diskussionen gegeben“, berichtet Wührl.

Allein die Raffinessen der neuen Technik erklären die Notwendigkeit der Neuanschaffung. Der Einsatzwagen ist unter anderem mit mehreren Funkarbeitsplätzen ausgestattet. Computertechnik, Bildschirme, drei Arbeitsplätze an den PCs, ein Notstromaggregat, tragbare Funkgeräte und anderes erleichtern nun die Arbeit der Einsatzkräfte wesentlich. Wührl stuft auch das „Powermoon“-Beleuchtungsgerät als äußerst brauchbar ein, was insbesondere bei der Personensuche gute Dienste leisten könne.

Im ELW befinden sich Stellwände für Landkarten, die im Außenbereich aufstellbar sind. Ein Außenbildschirm im rechten Heck des Fahrzeugs kann von den innenliegenden PC-Arbeitsplätzen bedient werden als zusätzliche Informationsquelle für weitere Rettungskräfte, die im Fahrzeug keinen Platz mehr haben. Zum ELW gehört ein Fahrzeuganhänger mit einem Schnelleinsatzzelt sowie weiteren Rettungsgegenständen.

Während die neue Technik mit Feinheiten besticht, benötigt ein Fahrer für das Fahrzeug mit einem Gewicht unter 7,5 Tonnen dennoch nicht einmal einen Lkw-Führerschein. „Das Fahrzeug kann mit Klasse 3 gefahren werden, also auch mit einem alten Führerschein“, sagt Wührl. Jüngere Kollegen müssten jedoch den Feuerwehrführerschein vorweisen.

Im Oktober 2018 fiel im Kreistag der Beschluss für die Anschaffung des Einsatzfahrzeuges

Tirschenreuth

Bisher wurden 15 Einsatzkräfte aus der Unterstützungsgruppe der Örtlichen Einsatzleitung (UG-ÖEL) für Katastrophenschutz in die spezielle Fahrzeugtechnik eingewiesen und können den ELW bedienen. Wührl berichtet von ersten Einsätzen wie einem schweren Lkw-Unfall auf der Autobahn A93 und einer glücklicherweise glimpflich abgelaufenen Gasexplosion in Verbindung mit einem Gabelstapler in Konnersreuth. In beiden Fällen hat der neue Einsatzleitwagen seine Jungfernfahrt gut bestanden. Fehlt nur noch die obligatorische Einweihung, wie sie Tradition ist für Rettungswagen. Ab wann der Segen Gottes den ELW bei seinen Einsätzen begleiten wird, kann Andreas Wührl nicht verbindlich sagen. Bisher hat die Coronakrise noch keinen Spielraum dafür freigelassen.

Landrat Roland Grillmeier (rechts) ließ sich von Einsatzleiter Andreas Wührl die Technik erklären. Der Landkreischef war sichtlich beeindruckt von den technischen Raffinessen des neuen Einsatzfahrzeuges.
Auch im Mittelteil des Fahrzeuges befindet sich ein geräumiger Arbeitsplatz, ausgestattet mit PC und moderner Funktechnik für die Einsatzkräfte.
Der externe Bildschirm unter einer Klappe im Heck des Fahrzeugs kommt zum Einsatz, wenn bei Großeinsätzen viele Rettungskräfte vor Ort mittels PC-Technik rasch mit Informationen versorgt werden müssen.
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