18.07.2019 - 11:42 Uhr
WiesauOberpfalz

Durchs Land der 1000 Teiche

Oldtimer wecken Emotionen und ziehen die Blicke auf sich. Bei der 30. ADAC-Veteranenausfahrt ist die Geschwindigkeit der zwei- und vierrädrigen Fahrzeuge Nebensache.

von Werner RoblProfil

Strahlender Sonnenschein, viele Zuschauer und ein schon etwas betagteres Fahrzeug-Teilnehmerfeld: Die Rede ist von der Oldtimerrallye des ADAC beziehungsweise MSC Wiesau, die bei keinem Bürgerfest in Wiesau fehlen darf. Damit sorgte der Motorsportclub um Vorsitzenden Franz Höcht erneut für einen besonders bunten Blickfang.

Schon am Vormittag rollten die Freunde alter Fahrzeuge mit ihren Mobilen an. Ihr Ziel: das Rathaus in Wiesau. 10 Motorräder und gut 30 Automobile älteren Jahrgangs waren ein guter Grund, bereits vor der eigentlichen Ausfahrt einen Abstecher zur oberen Wiese beziehungsweise zur gesperrten Straße zu machen, die für wenige Stunden zu einem Automobil- und Motorradmuseum wurden.

Nach der Fahrerbesprechung schickten MSC-Vorsitzender Franz Höcht und sein Co-Rennleiter, Bürgermeister Toni Dutz, die Oldtimer-Freunde an den Start, um sie vorzustellen und auf die einstündige, 45 Kilometer lange und gemütliche „Wanderung“ hinein ins Stiftland, ins reizvolle Land der 1000 Teiche zu entsenden. Nach dem Motto "Jedes noch so bekannte Eckchen hat ein verstecktes malerisches Fleckchen, das man aber nur mit wenig Geschwindigkeit entdecken kann" waren Höchstgeschwindigkeiten nicht gefragt - gesehen und bestaunt werden dafür umso mehr.

Die Siegerehrung fand vor der Festbühne statt. Den Pokal für das älteste Fahrzeug bekam Dieter Stöcklein, der seinen 1926 gebauten Ford T mitgebracht hatte. Der Vize-Titel ging an Jörg Albrecht beziehungsweise an seinen Nash Six aus dem Jahr 1929. Platz drei und damit Bronze ergatterte der Austin Seven aus den 1930er Jahren, den Michael Neumann auf Hochglanz poliert hatte. Der Rödenthaler (Landkreis Coburg) hatte auch die weiteste Anreise hinter sich. Der Oberfranke gilt als „Wiederholungstäter“ und war nicht zum ersten Mal in Wiesau, um sich den Preis für die meisten Anfahrkilometer zu sichern.

Gekürt wurden auch die schönsten Fahrzeuge, wobei die Wahl einiges Kopfzerbrechen bereitete. Schließlich stand der Nash Nix mit Jörg Albrecht als erster Preisträger fest. Auf den weiteren Treppchenstufen landeten Dieter Stöcklein und sein Ford T, gefolgt von Dieter Uhl, der einen amerikanischen Pontiac, Baujahr 1968, sein Eigen nennt. Das schönste und zugleich auch älteste Motorrad kam aus dem benachbarten Marktredwitz und gehört Otto Schreyer. Dessen Horex aus den 1930er Jahren wurde auch nach der Rundfahrt noch viel bestaunt.

Einer der vielen Höhepunkte war zweifellos auch die MV Augusta, die von Lokalmatador Gerhard Kraus gelenkt wurde. Mit seinem Rennmotorrad und Schmuckstück aus den 1970er Jahren beteiligt sich der Wiesauer auch an historischen Berg- und Rundstrecken-Rennen. Den ältesten Teilnehmer schickte der MSC Wiesau auf große Fahrt. Manfred Plattner und seine NSU Fox sicherten sich einen der begehrten Pokale, die er, Vorsitzender Franz Höcht und Franz Negratschker sen. gemeinsam an die Sieger überreichten.

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