09.10.2020 - 13:39 Uhr
WiesauOberpfalz

Erinnerungen an eine schöne Kindheit in Wiesau

Autor Werner Robl hat seine Kindheit in einem 204-seitigen Buch niedergeschrieben. Buchvorstellung ist am 16. Oktober. Im Gespräch gewährt er erste Einblicke.

Werner Robl, der Geschichten aus der Kinderzeit aufgeschrieben hat, freut sich aufs Eintreffen seines zweiten Buches.
von Ulla Britta BaumerProfil

Erzählt der gebürtige Wiesauer Werner Robl, der nun in Fuchsmühl zu Hause ist, von seinen Kindheitstagen, beginnen seine Augen zu glänzen. Er schwärmt von den Zuckerln für „a Zehnerl“ im Laden der Härtl Anna, von seiner Lieblingstante Lene, den Robl-Mädchen (nicht verwandt und nicht verschwägert).

Robls Erinnerungen reichen sechs Jahrzehnte zurück. Am 16. Oktober feiert er seinen 63. Geburtstag. Für ihn ein schicksalsreiches Datum: Am 16. Oktober 2013 lag Robl wegen einer schweren Krankheit im Krankenhaus unterm Messer. Zwei Gründe, warum er den 16. Oktober 2020 für seine zweite Buchvorstellung gewählt hat. Der Titel „Ja wer kummt denn dou - Alles frisch einagröigt“ macht neugierig.

Erst vor einem Jahr hat Werner Robl sein Erstlingswerk „Die Krippe am Schützweiher“ präsentiert. Der Erfolg hat ihn ermutigt. Die Geschichten fürs zweite Werk hat Robl vor sieben Jahren aufgeschrieben, als ihn die Operation zum vorübergehenden Stillstand verdonnert hatte. "Ich habe sie auf meine Facebook-Seite gestellt. Danach haben mich wiederholt Leser angesprochen mit der Anregung, ein Buch zu machen.“

Gutes Gedächtnis

Was an Werner Robls geistigem Auge aus seiner Kindheit vorbeizog, hat der Autor nun zu Papier gebracht. Und das ist nicht wenig. „Ich habe ein gutes Gedächtnis. Ich erinnere mich sogar an Dialoge“, erzählt er. „Ja wer kummt denn dou“ habe die Härtl Anna immer gerufen, wenn er eingekauft habe. Der kleine, von Haushaltswaren und Lebensmitteln vollgestopfte Laden mit den wundervollen Süßigkeiten, verlockend dargeboten hinter einer Glastheke, war das Eldorado aller Buben und Mädchen in Wiesau, berichtet der Autor.

Aber 200 Seiten Mundart? „Nein, nein“, wehrt Werner Robl lachend ab. Der Titel dürfe nicht täuschen. „Ich kann den Lesern kein 200-seitiges Mundartbuch zumuten.“ Der „blonde Bou mit da Ledahosn, den Klapperlan an den Füßen und dem Trägauntahemm“ hat seine Erinnerungen an die Kindheit zum besseren Verständnis in Hochsprache verfasst.

Geholfen, sagt er dankbar, hätten ihm seine Frau Veronika und Sohn Michael mit Ehefrau Isa. „Vroni hat meine Zeilen arg mit dem Rotstift bearbeitet“, lacht er und verrät, dass es ein paar Erzählungen deshalb nicht ins Buch geschafft hätten. „Ich hebe sie auf“, meint er augenzwinkernd mit dem leisen Hinweis auf ein drittes Buch. Als anstrengendsten Part seiner Autorenarbeit beschreibt Werner Robl die Korrekturen. Nach seiner Frau sei er selbst ein weiteres Mal wegen der Rechtschreibung ans Manuskript gegangen. „Wir haben gut 30 Stunden nur korrigiert.“ Michael und Isa Robl – weil vom Fach - haben dem Vater Layout und Technik abgenommen.

Nun wartet Robl nur noch aufs gedruckte Werk, das für diese Tage angekündigt ist. Wenn auch das Buch wegen des lokalen Bezugs mehr eine Leserschar aus der nahen Heimat erwarten kann, träumt der Autor schon auch ein wenig vom Durchbruch. Astrid Lindgren, die berühmte Kinderbuchautorin und deren Weltbestseller „Die Kinder von Bullerbü“ sind ihm ein Vorbild. „Wir spielten und spielten. Es ist ein Wunder, dass wir uns nicht totgespielt haben“, zitiert er die große Dame der Schreibkunst aus Schweden.

Glückliche Zeit

Werner Robl hat seine Kindheit ebenso schön in Erinnerung. „An etwas Schlechtes erinnere ich mich nicht“, sagt er und hat dabei wieder diese glückliche Zeit vor Augen in einem Landstrich, wo es Kindern immer gut geht. Man darf gespannt sein auf die Erzählungen von den Kindheitstagen vom Wiesauer Kreuzberg, wo sich auch viele Leser wiederfinden werden mit ihren eigenen Erinnerungen.

Der Autor hat alte Freunde, Bekannte, Familienmitglieder und Wiesauer "Berühmtheiten" als wichtige Protagonisten namentlich integriert. "Alles beruht auf wahren Begebenheiten", versichert er. Und er betont, dass er natürlich alle gefragt habe, ob sie einverstanden sind mit einer "Hauptrolle" im Buch.

Werner Robl bezeichnet sein Werk als „Vorlesebuch“. Die 204 Seiten werden mit 30 alten Fotos aufgelockert. Wegen der Abstandsregelung findet die Buchvorstellung am 16. Oktober um 19 Uhr in der Wiesauer Schulturnhalle statt. Robl hat für den Druck eine Hardcover-Version gewählt. Ein Exemplar des Buchs kostet 18,90 Euro.

Hier der Bericht zu einer Lesung aus "Die Krippe am Schützweiher"

Falkenberg
Vorschau auf die Titelseite des Buches. Werner Robl hat ein Foto vom Kreuzberg gewählt, gesehen von der Triebendorfer Seite aus mit Sicht auf die Kreuzbergkirche.

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