18.10.2020 - 16:43 Uhr
WiesauOberpfalz

Ewald Oppls Werkstatt ist wieder gut gefüllt

Damit habe er nicht gerechnet, zeigt sich der Wiesauer „Radl-Richter“, Ewald Oppl, überwältigt. Seit seinem Zeitungsaufruf „Räder aus Wiesau für Straßen Ruandas“ warten rund 50 Fahrräder auf die Instandsetzung.

Rund 50 gebrauchte Fahrräder warten jetzt darauf, von Ewald Oppl (links) repariert zu werden. Zudem versprach der Wiesauer, den Verein „Aktion Solidarität“ (im Bild von rechts: Vorsitzende Monika Seidel und Vize Oliver Zrenner) mit einer weiteren Fahrradspende zu unterstützen.
von Werner RoblProfil

Ewald Oppl ist sozial eingestellt, zudem pflegt er zahlreiche Hobbys. Eines davon ist das Räder reparieren, um sie weiterzugeben. „Sie finden stets einen Abnehmer“, berichtete der Wiesauer. Von ihm abgegeben werden sie gegen einen entsprechenden Materialbeitrag, „den ich halt verlangen muss“, bat Oppl um Verständnis.

Oppl, immer auf der Suche nach Nachschub, startete vor wenigen Tagen einen Aufruf, um Zweiräder, die niemand mehr haben will, vor dem Sperrmüll zu retten. „Die Resonanz war überwältigend“, berichtete Oppl im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Zudem hatte er bereits vor Tagen versprochen, die Fahrradaktion des Vereins „Aktion Solidarität“ weiter zu unterstützen. "Das ist jetzt möglich", versprach Oppl mit Blick auf seine bevorstehende Arbeit, die ihn über Monate beschäftigen wird.

16 Räder für Ruanda hat Ewald Oppl erst kürzlich übergeben

Tirschenreuth

Für Oppls erneute Spendenzusage bedankten sich Vorsitzende Monika Seidel und Vize Oliver Zrenner vom Verein „Aktion Solidarität“, um sich beim „Fahrrad-Richter“ auch ein Bild von seinem Lagerbestand zu machen.

„Nach Erscheinen des Zeitungsartikels stand das Telefon nicht mehr still. Leute aus dem gesamten Landkreis kontaktierten mich“, kommentierte Oppl die Bereitschaft vieler, sich kostenlos von ihren nicht mehr benötigten Rädern zu trennen. „Dafür möchten ich mich auch im Namen des Vereins bei allen herzlich bedanken.“

Dankbar zeigte sich der umtriebige Wiesauer auch bei seinen Helfern und Freunden, die ihn stets in vielfältiger Form unterstützen, ebenso bei einer Wiesauer Zweiradfirma, bei der er stundenweise tätig ist. Vom Unternehmen unterstützt werde er beim Einsammeln vieler Räder und der Beschaffung von Ersatzteilen, ließ Oppl anklingen.

„Wenn alles klappt, wird es in naher Zukunft in ganz Ruanda kaum mehr Fußgänger geben“, zeigte er sich Oppl auf humorvolle Art fest entschlossen, die Straßenbilder des afrikanischen Binnenlandes mit Rädern aus dem Stiftland zu bereichern.

Hintergrund:

Verein "Aktion Solidarität"

Die „Aktion Solidarität“ ist ein Verein zur Förderung internationaler Gesinnung und Völkerverständigung. Oberste Prämisse ist die Hilfe zur Selbsthilfe. „Neue Mitglieder sind gerne willkommen“, unterstrich Zweiter Vorsitzender Oliver Zrenner aus Wiesau im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. In wenigen Wochen ist die Beladung und Verschiffung eines 20-Fuß-Containers nach Ruanda vorgesehen, berichtet der Verein auf seiner Internetseite (www.aktion-solidaritaet.de). Für den Transport müsse man jedoch noch einige Formalitäten regeln. Wie aus der Homepage weiter hervorgeht, gehören Fahrradtransporte zum festen Bestandteil der Hilfsprogramme. „Genau zum richtigen Zeitpunkt freut uns daher eine Spende von Ewald Oppl aus Wiesau“, schreibt der Verein auf seiner Homepage. Der Wiesauer stellte erst kürzlich 16 reparierte Fahrräder für Ruanda zur Verfügung. Sie wurden für den Transport nach Afrika bereits vorbereitet.

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