05.01.2021 - 13:24 Uhr
WiesauOberpfalz

Auch Fichtenschacht Teil des Sanierungsgebiets

Mit der Ausweitung des Sanierungsgebietes in Wiesau beschäftigten sich der Marktrat und Dr. Emil Lehner vom Planungsbüro "SHL Architekten". Einigkeit herrschte über die zusätzliche Einbindung des Ortsteils Fichtenschacht.

Zum künftigen Sanierungsgebiet gehört jetzt auch der Ortsteil Fichtenschacht (hier im Bild die Schönhaider Straße).
von Werner RoblProfil

Bislang gehörte zum Sanierungsgebiet nur die Wiesauer Hauptstraße. Dass es im Ort – wie Bürgermeister Toni Dutz betonte – „städtebauliche Missstände“ gibt, ist bekannt. Das Wiesauer Gemeindeoberhaupt sprach dabei von einem „großräumigen Bereich, der durch städtebauliche Maßnahmen wesentlich verbessert werden könnte". Seitens der Verwaltung wurde daher – in Abstimmung mit dem Städteplaner Dr. Emil Lehner – eine Ausweitung des bisherigen Sanierungsgebiets angeregt.

Dutz unterstrich in der Sitzung des Gemeinderats die Notwendigkeit der Sanierungen. "Unterstützt wird die Ansicht durch die gewonnenen Erkenntnisse einer städtebaulichen Untersuchung", ergänzte der Bürgermeister. Ziel sei es, durch die Ausweisung des künftigen Sanierungsgebietes einerseits Privatinitiativen zu fördern. Zudem könnten die Initiativen - im Sinne der Sanierungsziele - auch gesteuert werden. In Aussicht stellte Toni Dutz steuerliche Vorteile und Fördergelder im Rahmen des kommunalen Förderprogramms. „Es liegt ein öffentliches Interesse vor“, fasste Dutz zusammen.

Bereits im Vorfeld der Aussprache machte Bürgermeister Toni Dutz deutlich, dass man auch den Ortsteil Fichtenschacht einbinden möchte. Den Anstoß, den Gemeindeteil mit aufzunehmen, gab CSU-Marktrat Oliver Sturm. Mit Blick auf Fichtenschacht unterstrich der Marktrat: „Es handelt sich dabei um einen älteren Gemeindeteil." Dessen Einwohner beziehungsweise Grundstücksbesitzer sollten nicht ausgegrenzt werden. Oliver Sturm empfahl eine „faire Lösung“. Sturms Idee schloss sich auch der Bürgermeister an. Zuversichtlich betonte Toni Dutz, dass die Ergänzung von Regierungsseite sicher befürwortet werde. Zudem vertrat er die Meinung, dass man die Gebietskulisse nicht nach der Geografie, sondern nach der Bedürftigkeit einteilen sollte.

Attraktivität steigt

Mit der Aufgabe der städtebaulichen Planung wurde das Büro "SHL Architekten und Stadtplaner" in Weiden beauftragt. „Für Wiesau ist der Entschluss wichtig“, kommentierte Emil Lehner die Ausweitung des bestehenden Sanierungsgebietes. „Gilt das auch für die umliegenden Dörfer“, hakte FW-Marktrat Franz Dürrschmidt nach. „Aktuell noch nicht", bedauerte Lehner. Der Fachberater verwies aber auf die steigende Attraktivität, was das Leben auf dem Land betrifft. Emil Lehner erinnerte in diesem Zusammenhang an die bereits angestoßene Dorferneuerung in Triebendorf. „Für die Dörfer gibt es eigene Programme.“

Die Markträte waren sich einig und befürworteten die förmliche Festlegung des erweiterten Sanierungsgebietes Wiesau in der vorgelegten Form. Nach Angaben aus dem Rathaus umfasst das Gebiet – neben Fichtenschacht – die folgenden Bereiche: Hauptstraße, Egerstraße, Sportpark, Wiesenstraße, Schulstraße, Apelweg, Steinwaldstraße, Friedenfelser Straße, Kirchplatz, Ottobadstraße, Richard-Wagner-Straße, Lindenweg, Gartenweg, Schönfelder Straße, Wilhelm-Maurer-Weg, Basaltwerkstraße und Tonwerkstraße.

Wie aus dem Konzept hervorgeht, liegt der Schwerpunkt der Modernisierungen im Bereich der Privatmaßnahmen. Die öffentlichen Einrichtungen im Eigentum der Marktgemeinde (Sportzentrum, Kulturbahnhof) sowie die prägenden öffentlichen Räume (zum Beispiel Schulstraße und Hauptstraße) würden sukzessive mit Städtebaumitteln saniert.

20 neue Anträge

Weiter fortgeführt wird das kommunale Förderprogramm zur Durchführung privater Maßnahmen zur Fassaden- und Umfeld-Gestaltung im bestehenden und künftigen Sanierungsgebiet. Nach Angaben des Bürgermeisters konnten bereits sieben Maßnahmen mit 52.362 Euro gefördert werden. Vorsorglich empfahl Dutz, das bisherige Fördervolumen nach oben aufzustocken. Aktuell liegen bereits 20 Neuanträge für Maßnahmen außerhalb des ehemaligen Fördergebietes (Hauptstraße) vor. Zudem erinnerte Toni Dutz an den Mehrbedarf, um ausreichend Fördergelder aufgrund der geplanten Ausweitung des Sanierungsgebietes bereitstellen zu können. „Die Mittel dafür haben wir in der Bedarfsanmeldung geltend gemacht“, erinnerte der Bürgermeister an einen vorangegangenen Beschluss. Dutz gab die Empfehlung aus, sich für eine weitere Laufzeit von vorerst fünf Jahren (2021 bis 2025) zu entscheiden. Die dafür benötigten Gelder werde man im kommenden Haushalt einplanen. Die Markträte folgten der Empfehlung einstimmig.

Ebenfalls geschlossen gebilligt wurde das städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) des Marktes Wiesau. Über die Inhalte referierte Emil Lehner vom Büro "SHL Architekten". Nach Aussage von Bürgermeister Toni Dutz fand die Planung unter Beteiligung der Bürger mittels eines Fragebogens statt. Das Ergebnis der Befragung wurde in das ISEK eingearbeitet. „Ebenso das parallel erstellte seniorenpolitische Gesamtkonzept“, ergänzte der Bürgermeister. Dazu fanden drei Sitzungen statt, in denen die Resultate von Lehner vorgestellt und erläutert wurden. In der aktuellen Sitzung des Gemeinderates gab Lehner nochmals einen kurzen Überblick über den Werdegang und die Ergebnisse des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes, das die Markträte einhellig befürworteten.

Auch in Falkenberg berät Architekt Dr. Emil Lehner

Falkenberg

 

 

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