Wie bereits in den zurückliegenden Wochen fand die Sitzung des Wiesauer Marktgemeinderates – unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen - in der unteren Schulturnhalle statt. Erstmals für eine Sitzung genutzt wurde am Mittwoch das W-Lan-Netz der Grund- und Mittelschule. So war es möglich, Diplom-Ingenieur Bernhard Bartsch live aus Sinzing per Videokonferenz zuzuschalten.
„Dem Antragsteller pressiert es."
„Dem Antragsteller pressiert es. Daher ist Eile geboten“, kommentierte Bürgermeister Toni Dutz den Tagesordnungspunkt. Anlass der Informationen waren die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das künftige Sondergebiet „Fachmärkte am Festplatz“. Auf dem derzeit kaum genutzten Areal sollen eine Norma-Filiale und weitere Fachmärkte entstehen. Mit der sogenannten Bauleitplanung hatte der Markt Wiesau das Sinzinger Ingenieurbüro Bernhard Bartsch beauftragt.
Ausreichend Grünflächen
„Wir sind noch am Anfang des Verfahrens“, unterstrich der Fachberater in der Videokonferenz am Mittwochabend. „Daher gehen wir auf die näheren Festsetzungen heute noch nicht ein“, warb der Diplom-Ingenieur um Verständnis. Bekannt wurde in der Sitzung, dass für die Schaffung des Sondergebietes keine Ausgleichsflächen gefordert werden. Laut Bernhard Bartsch könne man dies „durch die späteren Grünflächen kompensieren“.
Auf Anregung von Bürgermeister Toni Dutz sollte man die Anfahrmöglichkeit noch einmal auf den Prüfstand stellen. Dutz regte eine Verbreiterung der Zufahrtsstraße an. Darüber werde man noch zeitnah beraten, so der Bürgermeister. „Der Bebauungsplan 'Fachmärkte am Festplatz' schafft eine gewisse Flexibilität, unter anderem auch bei den künftigen Dachformen“, informierte Bartsch im weiteren Verlauf der Videokonferenz im Gemeinderat. Eine landesplanerische Prüfung sei in diesem Fall nicht notwendig, verwies Bernhard Bartsch auf die derzeit gültige Gesetzeslage.
Photovoltaikanlagen
Als „besonders erfreulich“ bezeichnete Bartsch die Tatsache, dass auf 50 Prozent der entstehenden Dachflächen Photovoltaikanlagen errichtet würden. „Dies wurde vom Investor so bereits auch bestätigt“, verwies Bürgermeister Toni Dutz auf vorangegangene Gespräche. Dutz sprach in diesem Zusammenhang von einem „positiven Signal seitens des Antragstellers“.
Marktrat Franz Dürrschmidt (Freie Wähler) erinnerte an den angrenzenden B-Platz im Schulsportzentrum. „Das Gebäude hat eine große Dachfläche. Es fällt viel Regenwasser an.“ Dürrschmidt vertrat die Meinung, dass man es für die Bewässerung des Sportrasens verwenden könnte und empfahl den Bau einer Zisterne. „Das ist genau der Punkt, mit dem wir uns heute noch beschäftigen werden“, verwies Bürgermeister Toni Dutz auf einen entsprechenden Punkt in der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung. „Darüber müssen wir heute noch sprechen beziehungsweise abstimmen“, ergänzte Dutz. Im Rahmen der Bauleitplanung müsse man den Bau einer Zisterne aber nicht berücksichtigen, erklärte Bernhard Bartsch. Dazu meinte Dutz: „Wir können die Zisterne dorthin bauen, wo wir wollen.“
Wie von Bürgermeister Toni Dutz am Freitag auf Nachfrage zu erfahren war, ist die Entscheidung gefallen: Die Zisterne wird auf dem Gelände des Schulsportzentrums gebaut. Sie wird vom Volumen her so großzügig ausgelegt, dass alle dort vorhandenen Sportplätze mit Regenwasser bewässert werden können, so Dutz gegenüber Oberpfalz-Medien.
Der vorgelegte Entwurf für Flächennutzungsplan und Bebauungsplan Sondergebiet "Fachmärkte am Festplatz“ (in der Fassung vom 2. März 2021) wurde von den Markträten schließlich einstimmig gebilligt.









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