02.07.2021 - 15:30 Uhr
WiesauOberpfalz

Interkommunales Gewerbegebiet Wiesau wächst erneut

Von den 26 Landkreiskommunen beteiligen sich 9 Städte und Gemeinden am weiter wachsenden interkommunalen Gewerbegebiet in Wiesau. Offiziell gestartet wurde der Bauabschnitt 2.1 im „Sondergebiet Gewerbliche Logistik" mit einem Festakt.

Den symbolischen ersten Spatenstich machten (von links) Reinhard Renner (Planungsbüro Miller, Nürnberg), Bauunternehmer Thomas Streber, Bürgermeister Toni Dutz, der Geschäftsleiter im Rathaus Wiesau, Thomas Weiß, und der Plößberger Bürgermeister Lothar Müller als Vertreter aller beteiligten Kommunen.
von Werner RoblProfil

„Wir legen großen Wert auf Traditionen“, kommentierte Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz den offiziellen Spatenstich auf der neuen Baustelle im interkommunalen Gewerbegebiet. Mit der Erschließungsmaßnahme im Wiesauer Osten, zu der auch Rodungsarbeiten gehörten, begann das Wiesauer Tiefbauunternehmen Streber GmbH bereits vor einigen Wochen.

Eingebunden in das Großprojekt sind neun Kommunen im Landkreis Tirschenreuth. Im Beisein der Bürgermeister, der Wiesauer Marktgemeinderäte und anderer geladener Gäste bekräftigte Toni Dutz: „Ich halte den Zusammenschluss mehrerer Orte, um Flächen gemeinsam zu erwerben, zu erschließen und bereitzustellen, für durchaus sinnvoll.“ Als eine „große Sache“ bezeichnete der Wiesauer Bürgermeister an anderer Stelle den bereits unterzeichneten Vertrag mit Augsburg. Die Kommune ist seit den 1930er Jahren Eigentümer des Fuchsmühler Forstreviers. Ziel und Zweck der vertraglichen Partnerschaft ist die Schaffung von Ausgleichsflächen. „Diese Maßnahme wird den Naturpark Steinwald ökologisch aufwerten. Das Thema wird uns die nächsten Jahrzehnte begleiten.“

Anklingen ließ Dutz, dass die für das Gewerbegebiet benötigten Flächen angekauft wurden. Aber nicht nur das: Im gleichen Zug wurden im Verhältnis 1:1 auch Ersatzgrundstücke bereitgestellt. „Wir haben die Ausgleichsforderung also gleich doppelt erfüllt“, so Dutz. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien betonte er: „Wir vernichten Flächen nicht, wir schaffen welche.“ Der häufige Ausdruck „Flächenfraß“ sei – so Dutz – daher ein Unwort. „Danke an die Partnerkommunen. Danke auch an die Verwaltung.“ Dort habe man Enormes geleistet. „Den Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass wir diesen Tag erleben dürfen.“ Einen vorausschauenden Blick warf Dutz auf die im Gewerbegebiet entstehenden Arbeitsplätze: „Diese müssen zu den Menschen kommen und nicht umgekehrt.“ Der Bürgermeister weiter: „Die Region hat viel zu bieten. Daran müssen wir weiter arbeiten.“

Für die weitere Erschließung des interkommunalen Sondergebiets „Gewerbliche Logistik“ nimmt der Markt Wiesau rund 3,3 Millionen Euro in die Hand. Mit den Arbeiten beauftragte man das örtliche Tiefbauunternehmen Streber GmbH. Die Auftragsvergabe erfolgte in der nichtöffentlichen April-Sitzung des Wiesauer Marktgemeinderates. FW-Gemeinderat Thomas Streber war als persönlich Betroffener von der Abstimmung ausgeschlossen.

In das Projekt eingebunden ist der Neubau eines Regenrückhaltebeckens (Fassungsvermögen rund 2200 Kubikmeter) mit Drosselbauwerk. Entstehen soll ferner ein Regenklärbecken mit einem Fassungsvermögen von rund 180 Kubikmetern. Die Gesamtauftragssumme für die genannten Maßnahmen bezifferte die Verwaltung auf rund 673.000 Euro. Um weitere 500 Meter fortgeführt wird die bereits bestehende Logistikstraße mit einer Fahrbahnbreite von rund sieben Metern. Angebunden an die Logistikstraße – so die Mitteilung aus dem Wiesauer Rathaus – werden die bereits vorhandenen Wirtschaftswege. Die Kosten der Erdarbeiten für die Gesamterschließung, Neuerrichtung der Straße und Verlegung der Wasserleitung belaufen sich auf rund 2,1 Millionen Euro. Der Restbetrag verteilt sich auf Baustelleneinrichtung, Verwirklichung einer Abwasserdruckleitung, Errichtung einer Zaunanlage, Stromerschließung und Beleuchtung.

Möglich machte die Gewerbegebietserweiterung – so Bürgermeister Toni Dutz nach dem offiziellen Spatenstich – „eine Kooperation mit den Grundstückseigentümern“. Um die Maßnahme verwirklichen zu können, stellten die Bayerischen Staatsforsten 14 Hektar, die örtlichen Landwirte rund 3,3 Hektar an Baufläche zur Verfügung. Dutz: „Danke an die Landwirtschaft für das Verständnis.“

Ein wichtiges Thema war in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Wiesau der Bau weiterer Photovoltaik-Freiflächenanlagen

Wiesau

„Wir haben die Ausgleichsforderung also gleich doppelt erfüllt.“

Bürgermeister Toni Dutz

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.