28.07.2020 - 13:54 Uhr
WiesauOberpfalz

Landkreis investiert in die Schreiner-Ausbildung

Nach den Sommerferien dürfen die Auszubildenden in den Holz-Werkstätten des Beruflichen Schulzentrums Wiesau mit einer neuen Formatkreissäge arbeiten, um ihre Ausbildung zu optimieren.

Blick auf einen Teil des Maschinenparks und die Auszubildenden des Berufsgrundbildungsjahres Holz mit den zwischen den Schülern verteilten Lehrkräften Wolfgang Dietz, Michael Kleber, Michael Heinzmann, Peter Schaller und Thomas Gradl sowie Schulleiter Thomas Metzler (Vierter von rechts) und Abteilungsleiter Jürgen Böckl (Fünfter von links).
von Werner RoblProfil

In den kommenden schulfreien Wochen möchte man die Zeit nutzen, um die Elektroinstallation und den Anschluss der Staubabsaugung fertigzustellen. Dann steht einer Inbetriebnahme nichts mehr im Wege. Die neue Formatkreissäge liefere einen wichtigen Beitrag für die Lehrlings-Ausbildung im Schreiner- und Bauhandwerk, informiert Oberstudienrat Michael Heinzmann in einer Pressemitteilung. Gekostet hat die Säge rund 10.000 Euro. Ziel der Bau- und Schreinerwerkstätten sei es, die Inhalte aus den Bereichen Schalungs-, Treppen- und Trockenbau anhand von praxisnahen Werkstücken, unterstützt von einem modernen Maschinenpark, den Schülern am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) näher zu bringen.

Bestens ausgestattet

Die Ausbildung im Bau- und Schreinerhandwerk habe am BSZ Wiesau eine jahrzehntelange Tradition, blickt der Lehrer für Bautechnik und Sozialkunde in seiner Pressemitteilung an Oberpfalz-Medien zurück. Gemeinsam mit dem Sachaufwandsträger sei die berufliche Bildungseinrichtung bestrebt, den ständig wechselnden technischen Anforderungen durch sinnvolle Investitionen Rechnung zu tragen. Wie Heinzmann anklingen lässt, sei die Abteilung Holz mit einer „herausragenden Werkstattausstattung" gerüstet, die bayernweit ihresgleichen suche. Damit sei man in der Lage, die jungen Schreinerlehrlinge des Vollzeit-Berufsgrundbildungsjahres (BGJ) optimal auf das zweite und dritte Lehrjahr an der Weidener Europaberufsschule beziehungsweise in den Betrieben vorzubereiten.

Hier ein Bericht zur jüngsten Entlassfeier am Beruflichen Schulzentrum Wiesau

Wiesau

Im BGJ Holz werde den Schülern ein breites Fachwissen vermittelt. "Sie erlernen traditionelle handwerkliche Fertigkeiten, die nicht nur im Betrieb, sondern auch im privaten Leben hilfreich sein können." Die Grundlagenausbildung finde zum großen Teil am Computer und an softwaregesteuerten Holzbearbeitungsmaschinen statt. Das Arbeiten mit Zeichenprogrammen und das Programmieren von Bearbeitungsprozessen seien, wie der Fach-Pädagoge in der Presseinformation zudem erklärt, „richtungsweisend für den wirtschaftlichen Erfolg der Schreinerbetriebe“.

In einem vierwöchigen Praktikum, von dem eine Woche in den Osterferien abgeleistet werden muss, schnuppern die Schüler im Berufsleben. Den Jahresabschluss bildet eine Projektarbeit. Hier wird das Erlernte an einem Möbelstück umgesetzt, das die Schüler selbst entwerfen, planen und herstellen dürfen. Um das BGJ Holz besuchen zu können, bedarf es keinerlei schulischer Voraussetzungen. Wie Heinzmann berichtet, finden sich jedes Jahr aufs Neue Schüler aller Bildungsabschlüsse in Wiesau ein, um den Umgang mit Holz, „dem natürlichsten aller Baustoffe“, erlernen zu können. Der überwiegende Teil der Jugendlichen entscheide sich für eine Schreiner-Gesellenprüfung.

Ein erfolgreiches BGJ erhöhe in vielen Fällen auch die Chance, einen Ausbildungsplatz in anderen Berufen zu finden. Als Grund dafür nennt Heinzmann die Tatsache, dass auch fachfremde Handwerksbetriebe Bewerber bevorzugen, die praktische Erfahrungen gesammelt haben. Schulleiter Thomas Metzler fasst zusammen: „Die Abteilung Bau/Holz des BSZ Wiesau freut sich darauf, im neuen Schuljahr zahlreiche interessierte Schüler begrüßen zu dürfen.“ Oberstudienrat Michael Heinzmann setzt hinzu: "Es lohnt sich."

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