24.05.2019 - 12:24 Uhr
WiesauOberpfalz

Landschaftsschutz kontra Photovoltaik

Der hitzigen Debatte um die geplante Photovoltaik-Anlage bei den Ritterteichen folgte am Donnerstag das Aus. In der Marktratssitzung machte FW-Marktrat Franz Dürrschmidt deutlich: „Sie verschandelt die Landschaft. Wir brauchen sie nicht!“

Der Blick hinüber zum Steinwald wird auch künftig nicht getrübt. Die geplante Photovoltaik-Anlage bei den Ritterteichen wurde am Donnerstagabend abgelehnt.
von Werner RoblProfil

Bereits seit Wochen schwelt Unmut, engagiert sich Franz Dürrschmidt gegen die geplante Photovoltaik-Anlage bei den Ritterteichen, die am südwestlichen Ortsrand auf rund sechs Hektar Fläche entstehen sollte. Den Markträten wurden am Donnerstag die Bauleitplanung, die Änderung des Flächennutzungsplanes, zudem auch die Vorentwürfe der Bebauungspläne sowohl für den Ritterteich und die weiteren geplanten Vorhaben "Schönhaid-Ost" und "Fürstenhof" zur Diskussion vorgelegt.

Dazu eingeladen, um die Sachlage detaillierter erörtern zu können, war auch der Sinzinger Diplom-Ingenieur Bernhard Bartsch, der Skizzen vorbereitet hatte, um die ins Auge gefassten Flächen darstellen zu können. "Der Grundsatzbeschluss wurde ja bereits gefasst. Die Kosten trägt der Vorhabensträger", erinnerte Bartsch an den positiven Beschluss, der in der Mai-Sitzung vor genau einem Jahr ergangen war. Damals war aber noch von rund acht Hektar die Rede. "Die Fläche wurde - aus Rücksicht auf die Landschaft - jetzt deutlich verkleinert", verwies Bartsch auf die Unterlagen. Zudem mahnte er, die Sache rasch voranzutreiben, um den Bürgern und Behörden die Möglichkeit zu geben, sich dazu rechtzeitig zu äußern.

Bürgerbegehren

Erneut zeigte sich Marktrat Franz Dürrschmidt sehr kritisch, aber nur was die Ritterteiche anbelangt, und bat um Gehör. Deutlich untermauerte er sein Ansinnen, Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln, um den Bau der Freiflächen-Photovoltaik-Anlage zum Scheitern zu bringen. Sein Argument: "Kein Wiesauer profitiert davon." Dürrschmidt: "Man zerstört mit Metallgestellen eine wunderschöne Landschaft." Das sei mit ihm nicht zu machen. Der neuen Technik zeige er sich offen, fuhr er fort: "Aber nicht an den Teichen bei Wiesau", empfahl der Marktrat doch Alternativstandorte, gegebenenfalls auf den Hallendachflächen im neuen Industriegebiet, zu suchen.

Deutliche Warnung

Dagegen verwahrte sich der Bürgermeister. "Wir können das niemandem aufzwingen", so Dutz. "Wir reden hier von Emotionen und Spekulationen", äußerte sich dazu der Bürgermeister an anderer Stelle mit Blick auf die spätere Gestaltung der umliegenden Randflächen, die auch Gegenstand der Debatte war. Um Sachlichkeit bemüht, erinnerte er auch daran, dass bei einer Ablehnung durch den Gemeinderat den Bürgern die Möglichkeit verwehrt werde, darüber zu befinden. Das sah auch Bernhard Bartsch so und ergänzte: "Wir müssen den Leuten die Möglichkeit geben, die Pläne einzusehen, um sich danach dazu zu äußern." Zudem erinnerte Bartsch an die geforderte Eingrünung, an der man zweifellos festhalten werde. Er machte deutlich: "Außerdem hat man sich eh schon dafür ausgesprochen, die Fläche aus Rücksicht auf das Landschaftsbild deutlich zu verkleinern." Bartsch mahnte, Besonnenheit zu zeigen: "Bitte handeln Sie nicht taktisch unklug." Er warnte davor, bereits vorher das Vorhaben zu stoppen, bevor sich die Wiesauer beziehungsweise die Behörden überhaupt dazu äußern konnten.

Bürgermeister Dutz fasste den Tagesordnungspunkt, bei dem aber die weiteren Standorte "Fürstenhof" und "Schönhaid-Ost" undiskutiert blieben, noch einmal zusammen: "Es wurde viel und lang geredet. Wir müssen jetzt darüber abstimmen, damit Herr Bartsch seine Planungsarbeit fortsetzen kann."

Den Bebauungs- und Flächennutzungsplan "Ritterteich" befürworteten 8 von 16 anwesenden Markträten. 3 Gemeinderatsmitglieder der CSU, 2 aus den Reihen der SPD und 3 FW-Gemeinderäte stimmten dagegen. "Damit ist die Sache ,Ritterteiche' abgelehnt", kommentierte Toni Dutz - sachlich, aber enttäuscht - die fehlende Mehrheit. Die Photovoltaik-Vorhaben "Schönhaid-Ost" und "Fürstenhof" stellten 2 FW-Markträte und zwei CSU-Räte infrage und stimmten dagegen. Mehrheitlich aber wurden die beiden Anlagen auf den Weg gebracht.

Erster Bericht zur geplanten Photovoltaikanlage

Wiesau
Franz Dürrschmidt (rechts) beklagte eine Verschandelung der Landschaft durch Metallgestelle und Sonnenkollektoren. Links sein Parteikollege Harald Gleißner.
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