02.11.2020 - 13:30 Uhr
WiesauOberpfalz

Marktrat Franz Dürrschmidt: Der Lärm ist immer noch da

Der „Holzlager- und Umschlagplatz" beim Bahnhof in Wiesau beschäftigte erneut die Gemeinderäte. Ein wichtiger Aspekt war dabei der Schallschutz.

Ein Teil der bereitstehenden Container dient seit einiger Zeit auch als Schallschutz. FW-Marktrat Franz Dürrschmidt klagte aber, dass der Lärm nach wie vor zu hören sei.
von Werner RoblProfil

Aktuell zu befassen hatte sich das Marktratsgremium mit den ersten Änderungen eines verbindlichen Bauleit- und Grünordnungsplans für das in dieser Form nicht mehr genutzte „Sondergebiet Kfz-Lager- und Umschlagplatz“ am Bahngelände. Ergänzende Themen waren auch die Flächennutzungsplanänderung und der erarbeitete Bebauungsplan für dieses Areal. Dazu eingeladen – mit der Bitte um Stellungnahme – war Fachberater Diplom-Ingenieur Bernhard Bartsch aus Sinzing.

Die aktuelle Situation stellt sich wie folgt dar: Entlang der Bahngleise werden seit geraumer Zeit Holzstämme gelagert, um sie bei Bedarf zu verladen und zu verschicken. Für diese Nutzung war eine rechtlich wirksame Umbenennung in „Holzlager- und Umschlagplatz in Wiesau" notwendig. Rechtzeitig wurde den Trägern öffentlicher Belange und den Bürgern die Gelegenheit gegeben, dazu Stellung zu nehmen. Befragt wurden zudem die Nachbargemeinden, die – laut Bartsch – „aber keine Einwände erhoben“. Die eingegangenen Erklärungen erläuterte der Berater im Verlauf der Sitzung ausführlich.

Erdaushublager

Gefordert werden zudem aber auch 1019 Quadratmeter Ausgleichsfläche für eine geplante Ausweitung eines von einem Wiesauer Bauunternehmer bereits beantragten Sondergebietes "Baustoff- und Erdaushublager“, das im Verlauf der Sitzung ebenfalls zur Sprache kam. Die Frage, inwieweit die geforderte Fläche auch bereitgestellt werden kann, muss von der Gemeindeverwaltung aber noch geprüft werden.

Bekannt wurde am Abend ein Detail: Laut einem Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2008 ist das Gelände von der Wasserversorgung ausgeschlossen. Daran erinnerte Zweiter Bürgermeister Michael Dutz die Markträte. „Ob dies noch aktuell ist, muss geprüft werden“, sagte Dutz. An anderer Stelle zur Sprache kam das bereits fertige Schallschutzgutachten. Die einzelnen Punkte und Rückmeldungen hatte Bartsch in einer sogenannten "Abwägungstabelle" zusammengefasst, um sie dann näher zu erörtern.

Vereidigter Fachmann

In dieser Sache hatte die Verwaltung auch ein Schreiben eines Bürgers erreicht, der sich zur Ausführung des Gutachtens negativ äußert. Dazu Bernhard Bartsch: „Den eingebrachten Vorwurf, der Sachbearbeiter sei befangen, müssen wir deutlich zurückweisen." Bartsch unterstrich weiter: "Das Gutachten wurde von einem vereidigten Fachmann erstellt." Im Schallschutzgutachten berücksichtigt wurde laut seiner Aussage auch eine aus Containern bestehende Schallschutzwand. Mit der Frage nach der Nützlichkeit hatte Marktrat Alfred Klarner (SPD) den Fachberater Bernhard Bartsch konfrontiert.

Daraufhin bat Marktrat Franz Dürrschmidt (Freie Wähler) ums Wort: „Der Lärm ist immer noch da – trotz dieser Wand." Dürrschmidt fragte: "Hat die Maßnahme, entlang der Gleise Container aufzustellen, überhaupt was gebracht?“ Die Frage konnte Bartsch, ohne die Unterlagen einsehen zu können, aber nicht beantworten. Der in der Nähe des Containerbahnhofs wohnende CSU-Marktrat Michael Klarner erinnerte danach an die früheren Rangierarbeiten der Bahn. Klarner äußerte sich dazu mit den Worten: „Früher war es lauter.“ Das Thema „Lärm am Containerbahnhof“ war damit abgehakt.

Ein Raumordnungsverfahren sei nicht notwendig. Aufgrund der Stellungnahmen stünde den Änderungen nichts im Wege, fasste Bartsch zusammen. Zweiter Bürgermeister Michael Dutz bat daher um Abstimmung. Gegen die Bauleitplanung und Änderung des Bebauungsplanes stimmte als Einziger CSU-Marktrat Helmut Oppl. FW-Marktrat Thomas Streber enthielt sich beim Punkt „Änderung des Bebauungsplanes“ als Betroffener. Die übrigen Markträte hoben für die jeweiligen Beschlüsse die Hand.

Vorgelegt wurde den Gemeinderäten auch die Jahresrechnung 2019 für die Wasser- und Wärmeversorgung des Marktes Wiesau. Die Bilanzsumme laut kaufmännischem Jahresabschluss beläuft sich auf 2.631.988,14 Euro. Die Jahresrechnung schließt mit einem Gewinn von 24.212,23 Euro (Gewinn Wasser 24.240,48 Euro, Verlust von 28,25 Euro bei der Wärmeversorgung). Gleichzeitig gab Zweiter Bürgermeister Michael Dutz bekannt, dass die Jahresverluste 2015 bei der Wärmeversorgung (1143,38 Euro) und Wasserversorgung (4843,01 Euro) aus Haushaltsmitteln ausgeglichen werden.

Hier ein weiterer Bericht zur Sitzung des Marktgemeinderates Wiesau

Wiesau
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.