04.07.2021 - 13:47 Uhr
WiesauOberpfalz

Die Pläne zur Umgestaltung des Wiesauer Friedhofs reifen

Bei einem Ortstermin beschäftigte sich der Marktgemeinderat Wiesau mit der Neu- und Umgestaltung des Friedhofs. Es gibt bereits eine Ideensammlung mit interessanten Details.

Ortstermin am anonymen Urnengrab: Dort informierten sich die Markträte und Bürgermeister Toni Dutz (rechts) über diese besondere Bestattungsmöglichkeit.
von Werner RoblProfil

Die Tagesordnung der Juni-Sitzung des Marktrats beinhaltete auch das Thema Friedhof. Mit dem aktuellen und künftigen Bild der Ruhestätte befassten sich die Markträte aber nicht wie gewohnt im Sitzungssaal. Behandelt wurde der Punkt auf der höchsten Stelle im Gemeindegebiet: am Wiesauer Kreuzberg. Eine - jedoch nur auf den zweiten Blick sichtbare - Neuerung sind dort die kleinen rechteckigen Schilder an den vordersten Gräbern beziehungsweise im Zugangsbereich der jeweiligen schmalen Wegabschnitte. Nach Informationen von Thomas Weiß, Geschäftsleiter im Rathaus, habe man die Markierungen vor allem für die Bestattungsunternehmen anbringen lassen. „Wir wollten den Unternehmen und deren Mitarbeitern die Orientierung erleichtern.“ Damit könne man die einzelnen Gräber, an denen gearbeitet werden müsse, einfach und rasch finden.

Eines stellten die Teilnehmer beim Friedhofsrundgang auch fest: In vielen Reihen klaffen Lücken. Aus unterschiedlichen Gründen wurden die Verträge für die ehemaligen Gräber nicht mehr verlängert und - so bedauerlich dies für die Friedhofsverwaltung auch ist - danach aufgelassen. „Immer mehr Leerstände, dafür aber ein Trend zu Urnengräbern und -stelen“, kommentierte Bürgermeister Toni Dutz. Dem müsse man Rechnung tragen.

Dazu gehört auch das Urnengrabfeld, das der Markt Wiesau derzeit für 100 namenlose Bestattungsfälle anbieten kann. „Die Nachfrage ist vorhanden“, informierte Geschäftsleiter Thomas Weiß mit Blick auf den Bereich im südöstlichen Teil des Friedhofs. Den stillen Ort ziert ein schlichter Grabstein mit Inschrift. Grabsteine mit Namen von Verstorbenen sucht man dort vergebens. „Wessen Urne dort bestattet wurde, wissen nur die Angehörigen und die Friedhofsverwaltung“, erklärte Thomas Weiß auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Derzeit reifen auch die Planungen für neue Urnenstelen, um die Grabreihen wieder zu füllen. Um die Idee verwirklichen zu können, vertraut der Markt Wiesau auf die Fachberatung durch Harald Schlöger am Landratsamt Tirschenreuth.

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien – wenige Tage nach dem Treffen am Friedhof - verrät der zuständige Sachbearbeiter im Rathaus, Werner Härtl: „An der Zukunft des Friedhofs wird gearbeitet." Der wesentliche Charakter des Friedhofs müsse erhalten bleiben. „Die Anlage soll aber auch in einem neuen Bild erscheinen“, ergänzt Härtl und verweist auf eine Ideensammlung. „Wir werden im Eingangsbereich zum Friedhof, zudem auch an dessen Vorplatz, kugelförmige Bäume pflanzen.“ Integrieren werde man dort laut Härtl auch Sitzgelegenheiten. „Aller Voraussicht nach werden wir uns für Ruhebänke entscheiden.“

Aufgreifen möchte der Markt Wiesau auch drei Themengebiete, die eng mit der Wiesauer Geschichte verbunden sind. Werner Härtl erwähnt die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Beleuchtet werden sollen ferner die Todesmärsche zum Konzentrationslager Flossenbürg über Fuchsmühl und Wiesau. „Derzeit reifen auch Pläne für einen Blick in das Jahr 1935, als der damalige Friedhof an der Pfarrkirche aufgelassen und auf den Kreuzberg verlegt wurde.“ Ruhestätten seien ein Ort der Begegnung, betont Härtl an anderer Stelle „Unser Friedhof kann und wird in naher Zukunft viele Geschichten und von der Geschichte erzählen.“

Hier ein weiterer Bericht zur Sitzung des Marktgemeinderats Wiesau

Wiesau
Das Thema "Konzepterstellung zur Neu- und Umgestaltung des Friedhofes" wurde vor Ort besprochen. Den Rundgang leitete Geschäftsleiter Thomas Weiß (links).
Die Anlage im Südosten des Wiesauer Friedhofes dient der anonymen Urnenbestattung. Hinten im Bild (von links) Verwaltungsangestellte Carolin Holub und Geschäftsleiter Thomas Weiß.
Das Thema "Konzepterstellung zur Neu- und Umgestaltung des Friedhofes" wurde vor Ort besprochen.
Die kleinen Schilder an einigen Grabsteinen dienen der Orientierung.

„Wir werden im Eingangsbereich zum Friedhof, zudem auch an dessen Vorplatz, kugelförmige Bäume pflanzen.“

Sachbearbeiter Werner Härtl

 

 

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