06.05.2021 - 15:27 Uhr
WiesauOberpfalz

Sorgen und Nöte der Teichwirte im Blick

Was sind die Herausforderungen, mit denen die Teichwirtschaft zu kämpfen hat? Europaabgeordneter Christian Doleschal verschafft sich beim Besuch des Fischhofs Bächer in Muckenthal ein aktuelles Lagebild.

Zu einem Fachgespräch über die Herausforderungen der Teichwirtschaft trafen sich Europaabgeordneter Christian Doleschal (rechts) und Wiesaus Dritter Bürgermeister André Putzlocher (links) mit Klaus und Lena Bächer.
von Externer BeitragProfil

Wie muss Landwirtschaftspolitik in Europa, im Bund und in Bayern gestaltet werden, so dass sich die Arbeit für Land- und Teichwirte noch lohnt? Wie kann die Bewirtschaftung aber auch im Einklang mit der Natur stehen? Mit diesen Fragen setze sich Europaabgeordneter Christian Doleschal immer wieder auseinander, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Aus diesem Grund stand kürzlich ein Besuch bei der Familie Bächer vom gleichnamigen Fischhof in Muckenthal an. Bei einer Betriebsführung ließ sich Doleschal von Lena Bächer und Betriebsleiter Klaus Bächer die aktuellen Herausforderungen für die Teichwirte schildern.

Große Sorgen bereite laut Lena Bächer der Fischotter, vor allem während der Winterruhe der Karpfen. "Die einzige aktuelle Option ist das Sichern der Karpfen in einer Indoor-Anlage, da es fachlicher Unsinn sowie praktisch unmöglich ist, das intakte Ökosystem rund um einen Karpfenteich durch Schutzzäune abzuriegeln", wird sie zitiert. Hier brauche es einen pragmatischeren Ansatz, ansonsten werde auch in der Karpfenteichwirtschaft das Höfesterben weitergehen.

Große Unzufriedenheit

Ein Anlass des Treffens sei auch die von der EU-Kommission vorgelegte Biodiversitätsstrategie, die Doleschal als Mitglied im Umweltausschuss des EU-Parlaments eng begleite, wie es heißt. "Die Unzufriedenheit in der Landwirtschaft ist nach wie vor groß. Auf europäischer Ebene kämpfen wir sowohl bei der Neuausrichtung der gemeinsamen Agrarpolitik als auch bei der Biodiversitätsstrategie für unsere Landwirte", so Doleschal. Für die bayerischen Landwirte habe man hierbei einiges erreichen können, die schlimmsten Befürchtungen seien abgewendet worden. "So gibt es keine Kürzungen im Agrarhaushalt, den zumindest teilweisen Erhalt der Basisprämie gegen großen Widerstand der Grünen und neue Öko-Regelungen", wird Doleschal in der Pressemitteilung weiter zitiert.

Kopfzerbrechen bereite die in der Biodiversitätsstrategie angelegte Unterschutzsstellung von 30 Prozent der Landfläche. Eine Bewirtschaftung in diesen Gebieten müsse weiter möglich bleiben, so Doleschal. Durch eine Bewirtschaftung werde die Kulturlandschaft auch gepflegt. Oft sei eine Bewirtschaftung wie etwa bei Karpfenteichen sogar zwingend notwendig, da diese sonst verlanden könnten, womit ein seltener aquatischer Lebensraum verloren ging.

Regionale Erzeugung

Auch zur Lebensmittelsicherheit bezog Lena Bächer laut Mitteilung Stellung: "Grundsätzlich müsste die Lebensmittelsicherheit aus regionaler Erzeugung rechtlich verankert werden. Das würde zu einer besseren Anerkennung der vielfältigen Leistungen der Landwirte führen." Es könne nicht der Wille der Gesellschaft und einiger politischer Strömungen sein, dass in Europa eine "grüne Idylle" erspielt werde, aber für die hiesige Versorgung der Regenwald brenne, so Bächer.

Bei den Bemühungen, das Klima zu retten und das Artensterben aufzuhalten, müsse man sich an Realitäten und Fakten orientieren und nicht an idyllischen Vorstellungen, wie Landwirtschaft auszusehen hat, so Doleschal. Ansonsten sei die Versorgungssicherheit in Gefahr.

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