10.02.2020 - 15:15 Uhr
WiesauOberpfalz

Tirschenreuther Kreis-SPD versprüht Kampfgeist und Zuversicht

Viel Optimismus war beim Wahlkampfauftakt der Kreis-SPD zu spüren. Die Hoffnungen der Sozialdemokraten ruhen auf Thomas Döhler, der als Landratskandidat vornweg marschiert und nun seine Ziele benannte.

Der SPD-Kreisverband stellte am Freitagabend seine Kandidaten für den Kreistag vor. Für den Posten des künftigen Landrates bewirbt sich Thomas Döhler aus Pechbrunn (links). Als Gastrednerin konnte MdL Inge Aures (sitzend 2. von links) gewonnen werden.
von Werner RoblProfil

"Die Wahl ist angelaufen, sie ist aber noch nicht gelaufen", meinte SPD-Kreisvorsitzende Brigitte Scharf bei der Auftaktveranstaltung. Zur Freude der Bezirks- und Kreisrätin aus Erbendorf war der "Bayerische Hof" voll besetzt. Die "Falkenberger Karpfenmusik" stimmte die vielen Zuhörer musikalisch auf den Wahlabend ein, bei dem sich auch die SPD-Kreistags-Kandidaten vorstellten.

Den ganzen Abend über machten Brigitte Scharf und die Kandidaten deutlich, dass sie sich durchaus einiges ausrechnen. "Schaut euch mal an, wie in Wiesau der Saal gefüllt ist", freute sich Scharf über das Interesse. Gekommen waren auch der SPD-Bezirksvorsitzende aus Oberfranken, Jörg Nürnberger (Tröstau), und die Kulmbacher Landtagsabgeordnete Inge Aures.

Nach der Begrüßung durch Gabi Grümmer vom Wiesauer SPD-Ortsverein übernahm Jörg Nürnberger das Wort. Der Bezirksvorsitzende aus Oberfranken meinte: "Man spürt jetzt wieder Energie in der Partei, die man zuletzt gar nicht mehr wahrgenommen hatte." Zu den Vertretern des Tirschenreuther Kreisverbands sagte er: "Ihr habt ein Gen, das man Optimismus nennt." Kreistags-Fraktionssprecher Rainer Fischer versicherte Landratskandidat Thomas Döhler: "Heute, Thomas, sitzen wir neben dir, im Wahlkampf jedoch stehen wir hinter dir. Wir trauen dir alles zu und du brauchst dich nicht verstecken."

Frei- und Hallenbäder erhalten

Mit Spannung wurde auch Döhlers Auftritt erwartet. Der Pechbrunner sprach von vielen Stellschrauben, die justiert werden müssten. "Wir sind die zweitgrößte Partei im Landkreis. Daher steht es uns auch gut zu Gesicht, dass wir einen Landratskandidaten stellen." Döhler forderte eine deutliche Verbesserung des ÖPNV in der Region. "Alle Stunden muss ein Bus von A nach B fahren", lautet seine Forderung. Er möchte auch einen raschen Einstieg in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN).

Als wichtige Anliegen rückte Döhler auch die erneuerbaren Energien in den Fokus. "Wir müssen die Chancen nutzen, damit der Landkreis bei den erneuerbaren Energien ein 'Leuchtturm' in Bayern wird." Ein Anliegen ist ihm auch eine wohnortnahe Ärzteversorgung. Döhler forderte mehr Unterstützung für die Kommunen bei der Schaffung von "barrierefreien, modernen Arztpraxen", damit jungen Ärzten die Entscheidung, sich im Landkreis anzusiedeln, leichter gemacht würde.

"Zudem brauchen wir unsere kleinen Landkrankenhäuser, um die Gesundheitsversorger vor Ort zu erhalten. Was nützen sie uns in Weiden oder Bayreuth?" Wichtig seien auch die Schulen und der Erhalt der öffentlichen Frei- und Hallenbäder, "damit sich die Bevölkerung bei uns wohlfühlt." Döhler äußerte den Wunsch nach mehr Geld für den Landkreis, das vom Freistaat zur Verfügung gestellt wird. "Es hilft nicht viel, wenn man eine schwarze Null vorweisen und wie eine Monstranz vor sich hertragen kann." Ein "Nichtinvestieren" in Straßen und Brücken seien auch Schulden, die den künftigen Generationen hinterlassen werde, mahnte Döhler. Er versprach einen gemeindeübergreifenden Dialog in vielen Dingen.

Döhler äußerte sich auch zur Elektrifizierung der Bahnstrecken. "Die Kommunen dürften dabei aber nicht belastet werden", forderte der Sprecher. Ein "Herzensanliegen" ist ihm ein Jugendparlament, das "mit einem Budget ausgestattet" die nachfolgenden Generationen an die Demokratie heranführen könnte.

MdL Inge Aures stellte in den Mittelpunkt ihrer Rede das Ehrenamt. Dem Zitat von Wilhelm Busch "Willst du glücklich sein im Leben, lass kein Ehrenamt dir geben" widersprach die Landtagsabgeordnete deutlich. "Einfach ausgedrückt: Man will einfach nur helfen und daher braucht man die Ehrenamtlichen. Sind wir froh, dass wir sie haben." Den Frauen in der SPD gab Aures mit auf den Weg: "Ihr müsst wissen, was Ihr wollt und wohin Ihr wollt." Schon seit Jahren werde über den Beitritt des Landkreises Tirschenreuth zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg diskutiert. Die Sprecherin forderte, endlich Taten folgen zu lassen.

Freude über Elan

Bei der Vorstellungsrunde der Kreistagskandidaten - geleitet vom Krummennaaber Bürgermeister und Kreisrat Uli Roth - äußerten sich die Kandidaten zu ihren Zielen. Die rasche Einbindung in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg forderte der Neusorger Bürgermeister Peter König. "Mein Ort ist ein Kind der Bahn." Brigitte Scharf erklärte, dass sie viel Elan verspürt habe. "Das tut gut."

„Ein kühler Kopf braucht warme Füße“, erklärte Brigitte Scharf ihr selbstgestricktes Geschenk, das sie Inge Aures (rechts) überreichte.
Den Abend im Bayer-Saal umrahmte die Falkenberger „Karpfenmusik“.
Der Fraktionssprecher der SPD im Kreistag, Rainer Fischer (links), machte deutlich, dass sich die Kandidaten voll auch auf seine Unterstützung verlassen können.
Den Abend leitete SPD-Kreisvorsitzende Brigitte Scharf. Unterstützt wurde sie von den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Uli Roth und Katrin Hüttner (von links). Seine Ziele stellte Landratskandidat Thomas Döhler (rechts) vor.
MdL Inge Aures rückte, neben vielen anderen Sachthemen, auch das Ehrenamt in den Mittelpunkt ihrer Ansprache. (Rechts: stellv. Kreisvorsitzender Uli Roth, zugleich Bürgermeister in Krummennaab).
Sie kämpfe für die Grundrente, versprach Kreisvorsitzende Brigitte Scharf.
Nicole Fürst möchte Bürgermeisterin in Fuchsmühl, zudem Kreisrätin werden. Die Vorsitzende der Mitterteicher Tafel forderte mehr Unterstützung für die Tafeln, die ihr – wie sie betonte – besonders am Herzen liegen.
Wolfgang Bauer (rechts) stammt aus Krummennaab. Persönlich stellte er sich – wie alle anderen auch – den Anwesenden vor.
Eigentlich hatte Inge Aures bereits für eine Wahlkampfveranstaltung zugesagt. „Für die SPD bzw. deren Abend in Wiesau habe ich aber umdisponiert“, erklärte sie im Beisein von Brigitte Scharf (links) und Uli Roth.
Zu Wort kam auch Ebnaths Bürgermeister Manfred Kratzer.
Das Bärnauer Land wird von Gottfried Beer vertreten. Sein Ziel ist es Stadtoberhaupt Bärnaus zu werden.
Thomas Döhler (links) ist fest entschlossen, Nachfolger von Landrat Wolfgang Lippert zu werden. Seine volle Unterstützung sicherte auch der Krummennaaber Bürgermeister und Kreisrat Uli Roth (rechts) zu.

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