Der Markt Wiesau hat derzeit rund 1100 Bürger, die älter als 65 Jahre sind. "Viele von ihnen sind aktiv und fühlen sich eingebunden." Andere dagegen seien pflegebedürftig, bedauerte Dr. Emil Lehner. Zusammen mit Tochter Christina Lehner war der Weidener Stadtplaner einer weiteren Einladung gefolgt, um sein erarbeitetes Konzept im Rahmen einer Gemeinderatssitzung auch den Markträten und weiteren Zuhörern näher zu erläutern. Vorangegangen war ein Treffen mit Senioren, die sich in großer Zahl bereits am 18. Mai einbringen beziehungsweise im Dialog mit Lehner im Restaurant des Sportzentrums darüber informieren konnten.
Steuernde Vorreiterrolle
Mit diesem gebietsbezogenen Planungs- und Steuerungsinstrument für die an den Ort angepassten Lösungsansätze nimmt Wiesau eine aktive und steuernde Vorreiterrolle ein, die vom Gesetzgeber auch verlangt wird. "Unser Ziel ist eine nachhaltige Ortsentwicklung, um die Lebens- und Wohnqualität zu verbessern und nachhaltig zu sichern", betonte Lehner mit Blick auf die Vielfalt der Eckpunkte, die in den Mittelpunkt rücken. Dazu gehören die soziale, kulturelle und technische Infrastruktur Wiesaus. Ergänzt wird der Katalog mit der Sicherung und Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Arbeitsplätze. Bereiche sind auch Nahversorgung, Mobilität und Schaffung beziehungsweise Erhalt von Wohnräumen.
"Viele dieser Aspekte betreffen auch die im Ort lebenden Senioren", kommentierte Lehner den Arbeitsrahmen, mit dem er sich bereits seit längerem befasst. "Die älteren Mitbürger sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft", hob Lehner hervor. An anderer Stelle und mit Blick auf das Ergebnis sagte er: "Es war eine spannende Arbeit." Der Fachberater fügte hinzu: "Anders als bei der Stadtplanung traten völlig unterschiedliche Fragen in den Mittelpunkt, mit denen ich mich vorher eher weniger beschäftigte, die aber mehr und mehr in den Fokus meiner Tätigkeit traten."
Vier Planungsschritte
Das "Seniorenpolitische Gesamtkonzept", das er den Markträten vorlegte, umfasst vier Planungsschritte. Zunächst wurde der Gemeinde-ist-Stand ermittelt, danach erfolgte eine Befragung der Zielpersonen über deren Bedürfnisse und Wertvorstellungen. Danach wurde auch die Gemeinde befragt. "Hier suchten wir nach Lösungsansätzen, was in der Gemeinde umsetzbar ist." Ergänzend dazu habe man den Handlungsbedarf beziehungsweise die strategischen Ziele festgelegt.
Wichtig sei der Dialog mit den älteren Mitbürgern und - im Bedarfsfall - auch eine gezielte Beratung, mahnte Emil Lehner, die bereits geknüpften Kontakte mit der Seniorenbeauftragten Irmgard Hegen, zudem auch zu anderen Ansprechpartnern, allgemein zu den älteren Menschen weiter zu pflegen. Wohnen zu Hause, aber auch in den Pflegeeinrichtungen, Präventivangebote und aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben seien enorm wichtige Themen, die mehr denn je in den Mittelpunkt rücken.
Wie Lehner ausführte, gehören dazu auch entsprechende Angebote und enge Vernetzungsstrukturen, abgestimmt auf die Zielgruppen. "Wiesau ist in der Lage, die ins Auge gefassten Ziele zu realisieren", beleuchtete Lehner das Neun-Punkte-Programm, das man auf die Agenda setzte. Dazu gehören auch die Verbesserung der Mobilität, die Schaffung von präventiven Angeboten und das Unterstützungsangebot, damit sich die Senioren aktiv einbringen können. "Das mit dem Markt Wiesau und den Betroffenen entwickelte Konzept soll Vielfalt zeigen", fasste Lehner zusammen.
"Das verlangt Fingerspitzengefühl", fuhr Lehner fort, um sich dem zweiten Informationspunkt "ISEK" zu nähern. Lehner betonte dazu: "Der Markt Wiesau soll seine Besonderheit bewahren, zudem aber auch der Tendenz entgegenwirken, dass die spezifische Struktur und der Orts-Charakter nicht in Gefahr geraten zerstört zu werden." Dazu gehöre auch, so der Fachberater, dass die Aktivitäten vermehrt im Gemeindezentrum stattfinden müssen. Wie Lehner zudem anklingen ließ, soll das Vorhandene gestärkt werden. "Die Identität des Ortes muss dringend erhalten bleiben."
Bahnhof und Umfeld
Als Leitbild stellte er den sozialen Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Als Ziele nannte er eine Neuentwicklung des Bahnhofes und dessen Umfeld, zudem auch die Sanierung und Modernisierung des vorhandenen Sportzentrums. Nicht aus den Augen verlieren dürfe man die funktionelle und gestalterische Stärkung des Wohnraumes.
Stichwort Schmucker-Garten bei der Kirche: "Dafür liegt bereits eine Idee in meiner Schublade", klinkte sich Bürgermeister Toni Dutz ein, der erneut ein Mehrgenerationenhaus ins Spiel brachte, für das er einen Investor sucht. "Dies alles zu realisieren, soll unser gemeinsames Ziel sein", brachte es Emil Lehner auf den Punkt.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.