Hof an der Saale
18.08.2021 - 17:37 Uhr

"Ich will mehr davon": Radsportler Stefan Herrmann über "sein" Race Around Germany

Sechs Wochen ist es her, seit Radsportler Stefan Herrmann seine ganz persönliche Deutschland-Rundfahrt abgeschlossen hat. Im Interview berichtet der Extremradsportler aus Oberfranken von seinen Erfahrungen beim Race Around Germany.

Stefan Herrmann am Ziel. In zehn Tagen hatte er zuvor per Rad Deutschland umrundet. Bild: Herrmann
Stefan Herrmann am Ziel. In zehn Tagen hatte er zuvor per Rad Deutschland umrundet.

ONETZ: Herr Herrmann, sechs Wochen nach der großen Fahrt: Wie fällt das Fazit zum Race Around Germany aus?

Stefan Herrmann: Erstmal bin ich vollkommen zufrieden und glücklich über mein Ergebnis. Dies war mein erstes Event in der Größenordnung und ich konnte Erfahrungen sammeln und weiß, dass durch Optimierung der Standzeiten, zum Beispiel bei der Schlafplatzsuche, noch mehr für mich drin ist.

ONETZ: Wie gut sind Sie mit der körperlichen und psychischen Belastung zurecht gekommen?

Es gab Höhen und noch mehr Tiefen, Schmerzen, wunde Haut und eine taube Hand. Dennoch will ich mehr davon. Es ist für mich immer noch schwer, das ganze Rennen zu fassen, Ich bin immer noch dabei die Tour im Kopf zu verarbeiten.

ONETZ: Das Wetter meine es nicht besonders gut während ihrer Fahrt. Eigentlich hat es die zehn Tage durchgeregnet. Haben Sie einmal darüber nachgedacht, die Sache gut sein zu lassen?

Aufgeben war nie eine Option!

ONETZ: Was war das emotionale Highlight der Tour?

Die Heimkehr. Schon ab Plauen hat mich ein Freund mit dem Rad begleitet, ein weiterer dazu. Kurz danach stand ein Arbeitskollege an der Strecke, um zu filmen. Zuhause dann ein Empfang, den ich mir nicht hätte träumen lassen. Das hat mich echt umgehauen.

ONETZ: Sie haben in zehn Tagen fast ganz Deutschland gesehen. Gab es einen Landstrich, der besonders in Erinnerung geblieben ist?

Das Flachland nördlich der Eifel. Das gefiel mir gar nicht. Wirklich flach wie ein Brett. Da sind mir Berge wesentlich lieber.

ONETZ: Wie waren die Tage danach ohne Training und ohne Ziel? Hat etwas gefehlt? Hatten Sie "zu viel" Zeit?

Ich bin tatsächlich kurz in ein Loch gefallen. Die Euphorie, das Ziel das war plötzlich alles weg. Nach einer Woche Erholung und Heilung der Wunden bin ich dann wieder Radgefahren. Das durchgeplante Training fehlt mir aber gerade immer noch etwas.

ONETZ: Dann gibt es bereits neue Pläne?

Ja. Ich denke derzeit über drei Events nach. Wofür ich mich entscheide, hängt auch von der weiteren Entwicklung bei Corona und einigen privaten und familiären Aspekten ab. Es geht um das Race across Germany, das Northcape 4000 oder das Transcontinental Race.

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Hof an der Saale28.06.2021
Info:

Das Race Around Germany

  • 3300 Kilometer und 23000 Höhenmeter durch elf Bundesländer, fast immer entlang der Grenze.
  • Durch die Oberpfalz führt die Strecke von Waldershof bis kurz hinter Cham.
  • Stefan Herrmann startete am 1. Juli in seinem Heimatort nahe Hof in Oberfranken, sein Wohnort liegt direkt an der Strecke. Nach 10 Tagen, 7 Stunden und 40 Minuten war er dort wieder angekommen.
  • Der Streckenrekord liegt bei 7 Tagen und 23 Stunden.
 
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