28.08.2018 - 13:04 Uhr
Winbuch bei SchmidmühlenOberpfalz

Plötzlich Bohrlöcher im Baum

Viele Gäste machen sich auf zum Kirwabesuch nach Winbuch. Ab dem Frühschoppen herrscht reges Treiben neben dem Dorfgemeinschaftshaus. Doch irgendetwas stimmt mit dem Kirwabaum nicht. Der schaut heuer ganz anders aus.

Mit vollem Elan wird der Kirwabaum von Michael Spies bearbeitet. Das war noch bevor das Missgeschick geschieht.

(bjo) Traditionell machten sich am Freitag die freiwilligen Helfer auf, um einen geeigneten Kirwabaum zu suchen. Bereits bei der Suche wurde darauf geachtet, dass er die nötige Stärke und Länge hat. Beim Fällen wurde darauf geachtet, dass keinesfalls der Wipfel abbricht. Fein säuberlich wurden auch die Initialen der Winbucher Kirwa in das Holz geschnitzt und Kränze von den Winbucher-Moidln mit Unterstützung der älteren Vereinsmitglieder gebunden. Alles hatte seinen Lauf wie jedes Jahr genommen.

Doch in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte die Baumwache wohl nicht richtig aufgepasst. Denn das Wahrzeichen wurde genau in der Mitte so oft mit einem Bohrer durchlöchert, dass man den Baum absägen musste, um in der Folge Schlimmeres zu verhindern.

Dorfgemeinschaftsvorsitzender Georg Koller nahm dies allerdings mit Humor und sagte "der Baum war mit Käferbefall und wir mussten ihn kürzen, damit keine Käfer ins Dorf kommen" oder "vielleicht war der Baum zu schwer und der Kran wäre beim Aufstellen zu schwach gewesen". So wurde die Fichte nur mit 16 Meter Länge am Samstagnachmittag in die Senkrechte gebracht. Als Spitze dienten Birken und es wurde ein Hinweisschild "Danke, war uns eh zu groß" angebracht.

Traditionell wurde das Kirchweihfest am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Filialkirche mit Pfarrer Werner Sulzer begonnen. Hinterher hatten die freiwilligen Helfer der Dorfvereine alle Hände voll zu tun, denn es herrschte reger Betrieb. Bereits zum Mittagstisch waren die schattigen Plätze gefüllt.

Zum Frühschoppen spielten die Übler-Boum auf. Neben dem Dorfgemeinschaftshaus fand eine Ausstellung alter Traktoren statt. "Jeder Dorfbewohner hatte seinen in die Jahre gekommenen Traktor aufgestellt", betonte Koller. Besuchern erzählten so manche Anekdoten, was man mit dem einen oder anderen Bulldog alles schon erlebt hatte.

Eine Überraschung hatte Koller später noch für die Besucher parat. Denn die Riedener Kirwaleute hatten sich angeboten, um den Baum zu tanzen. Mit der musikalischen Unterstützung von den Allerscheynstn zogen die Paare ein und bildeten neben den Besuchern einen Kreis um den Baum. Unter lautem Klatschen der Besucher wurden Sternpolka, Boarischer und Zigeunerpolka aufgeführt. Langanhaltender Applaus war der Dank an die Tänzer.

Am Montag herrschte zum Frühschoppen und ab 11.30 Uhr beim Mittagstisch erneut Hochbetrieb. Die Winbucher Jugend war am Nachmittag mit dem Kirwabär durch den Ort unterwegs, ehe ab 20 Uhr die Salleröder Boum zur Unterhaltung im Gemeinschaftshaus aufspielten. Gegen 22 Uhr wurden die zwei Kirchweihbäume verlost. "Ein 16-Meter-Baum als Bau- und ein 16-Meter- Baum als Brennholz", so die Verantwortlichen.

Ein Hinweisschild „Danke, war uns eh zu groß“ war am Baum angebracht

Der aufgestellte Kirwabaum am Dorfhaus mit Birkenspitze neben den Traktoren.

Den Lauf der Zeit konnte man an der Ausstellung der Traktoren erkennen.

Den Lauf der Zeit konnte man an der Ausstellung der Traktoren erkennen

Tänze der Kirwapaare aus Rieden.

Tänze der Kirwapaare aus Rieden.

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