22.07.2020 - 13:43 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Doppelt entspannt mit Bieryoga

Sonntagnachmittag auf einer Wiese hinter dem Schafferhof in Neuhaus: Ich liege auf dem Boden und versuche, mit meinen Füßen eine Flasche Bier festzuhalten. Ich weiß, was Sie jetzt denken, doch es ist nicht so, wie es aussieht.

Verrenkungen beim Bieryoga: Ich liege auf dem Boden, und zwischen meinen Füßen klemmt eine Flasche Bier.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Die Idylle könnte nicht schöner sein. Die Vögel zwitschern, und der Himmel präsentiert sich weiß-blau. Ich liege auf einer Wiese hinter dem Schafferhof auf dem Boden, mein Blick richtet sich auf den Butterfassturm und die Burg Neuhaus. Krampfhaft versuche ich, mit meinen Füßen eine Flasche Bier zu umklammern. Das ist etwas mühsam, aber es gelingt. Meine Verrenkungen sind nicht etwa auf den Genuss von mehreren Halben Zoigl zurückzuführen, sondern ich folge den Anweisungen von Kursleiterin Claudia Pöllath, die mit einer großen Gruppe von Frauen und Männern Bieryoga praktiziert.

Beim Bieryoga soll sich die entspannende Wirkung von Yoga mit der von Hopfen vereinen. Nach den Übungen ist man doppelt relaxt, so heißt es wenigstens. Voller Erwartungen haben die Teilnehmer ihre Matten ausgerollt. Die meisten von ihnen besuchen einen der Kurse, die die Weidenerin Claudia Pöllath anbietet, und sind mit Yogapraktiken bestens vertraut. Die Biervariante ist jedoch allen neu.

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"Wir machen einmal im Jahr ein besonderes Event", erklärt die Yogalehrerin, die auch als Physiotherapeutin und Fitnesstrainerin arbeitet. Und bei Bieryoga fiel die Wahl der Örtlichkeit schnell auf den Schafferhof. Zusätzlich zur Matte haben die Teilnehmer, viele Frauen und eine Handvoll Männer, eine Flasche Bier mitgebracht – ein Bügelverschluss ist unbedingt notwendig.

Knapp zwei Stunden lässt sich die Gruppe von Claudia Pöllath anleiten. Die einzelnen Übungen bleiben gleich, nur dass die Bierflasche in die Bewegungsabläufe mit einbezogen wird. Aus dem "Sonnengruß" wird der "Biergruß", der "Stuhl" mutiert zur "Bierbank" und bei der Haltung des "Kindes" kann die Flasche während der Entspannungsphase auf dem Rücken abgestellt werden. Manche schaffen es sogar, in der Stellung des "Baumes" die Flasche auf dem Kopf zu balancieren. Das Mantra "Om Shanti Shanti Shanti" wird zu "Om Shanti Prost" umfunktioniert. Ein mehrfaches Plopp des Bügelverschlusses erfüllt die Wiese, dann darf jeder einen kräftigen Schluck trinken.

Beim Bieryoga wird aus dem Baum der Bierbaum. Yogalehrerin Claudia Pöllath macht's vor.

Die Gruppe hat Spaß daran, es wird viel gelacht. Und genauso sollte es auch sein. Zum Ende des Kurses ist meine Flasche fast leer, der letzte Schluck ist warm und läuft nach all dem Herzumschwenken ein bisschen fahl die Kehle hinunter. Der Schwips bleibt zum Glück aus, denn ich habe geschummelt und statt echtem Bier alkoholfreies Radler getrunken. Der Zoigl danach in geselliger Runde schmeckt dafür umso besser.

Ungewöhnlich, aber effektiv: Die Bierflasche lässt sich problemlos in sämtliche Yogaübungen mit einbauen. Die Gruppe um Claudia Pöllath hat durchaus Spaß an dieser speziellen Interpretation von Yoga.
Info:

Die Erfinderin von Bieryoga

Die gebürtige Australierin Emily Casey, die in Berlin lebt, gilt als Erfinderin von Bieryoga. Zusammen mit einer Freundin, die ebenfalls Yogalehrerin ist, hat sie nach dem Genuss von ein paar Bieren verschiedene Yogaposen ausprobiert. Der Clou an der Sache ist, Übungen zu machen und gleichzeitig eine Flasche zu halten und auch zu trinken. Die Freundinnen hatten Spaß dabei, zwei völlig unterschiedliche Ansätze, die der Entspannung dienen, zu verbinden. Das Konzept kam auch bei anderen an. Mittlerweile erfreut sich Bieryoga weltweit größter Beliebtheit.

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