04.04.2019 - 10:35 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Dreiviertelstunde Umweg

Jede Straßenbaustelle bedeutet Umwege. Bei Autofahrern sorgt das oft für Ärger, auch wenn es sich nur um ein paar Minuten mehr handelt. Für Fußgänger ist die Sperrung zwischen Windischeschenbach und Neuhaus ein richtig großes Problem.

Der "Mausloch" genannte Durchlass durch die Bahn zwischen Windischeschenbach und Neuhaus ist wegen Bearbeiten am Kanal komplett gesperrt. Nicht einmal Fußgänger können dort derzeit durch.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Rund zwei Monate sind für die Kanal- und Straßenbauarbeiten in der Neuhauser Straße angesetzt. Das „Mausloch“ unter der Bahn ist komplett gesperrt – auch für Radler und sogar für Fußgänger. Sie sollen die Passage schon früher wieder nutzen dürfen. Aber: „Etwa zwei Wochen Durststrecke werden wir haben“, ist sich Bürgermeister Karlheinz Budnik des Problems für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer bewusst. Sobald es der Baufortschritt zulässt, sollen sie die kurze Engstelle auf provisorischem Weg nutzen können, verspricht der Rathauschef.

Schwierig wird es ganz besonders für Zoiglgäste, die am Wochenende in Neuhaus einkehren und mit dem Zug kommen oder weiterfahren wollen. Wer sich nicht auskennt, steht urplötzlich vor der Straßensperrung. Kein Schild, kein Hinweis auf eine Möglichkeit, Waldnaab und Bahnlinie zu überqueren.

Die kürzeste Ausweichroute führt von Neuhaus kommend am Berg hinunter in den Wald und auf unbeleuchteten Wegen bis zur Fußgängerbrücke bei der Polier, vorbei am Spielplatz und über die Rundschleif- in die Hauptstraße. Umweg: knapp drei Kilometer. Zeitaufwand bei flottem Gehen: rund eine Dreiviertelstunde.

Selbst der Bürgermeister spricht von einer „äußerst schlechten Alternative“. Aber es sei die einzig mögliche. Man habe andere Ideen durchdacht, sagt Budnik. „Aber der finanzielle Aufwand steht in keinem Verhältnis.“ Ein Gedankenspiel war wohl eine provisorische Brücke der Bundeswehr von der Naab- zur Winterling-Porzellan-Straße.

Die Bauarbeiter haben unterdessen ihre Sperrbaken festgezurrt, so dass sich niemand vorbeizwängen kann. Das ist auch gut so, denn das Loch unter der Brücke reicht tief in den Boden, die Gefahr von Verletzungen ist hoch. Die Baumaßnahme selbst gilt als schwierig. Der Hauptkanal wird erneuert. Dazu muss er umgeleitet werden. Alle Beteiligten hoffen, dass es in der Bauphase zu keinen starken Regenfällen kommt.

Kommentar:

Ratlos am "Mausloch"

Autofahrer bekommen ihre Umleitungsempfehlung per Schild und Navi. Sie sind schnell wieder auf dem richtigen Weg. Was aber ist mit denen, die den Einkauf zu Fuß oder mit dem Rad erledigen oder zum Bahnhof laufen? Dass an die Einschränkungen für den nichtmotorisierten Verkehr bei Bauarbeiten wenig gedacht wird, ist in vielen Orten so. Es ist kein originär Windischeschenbacher Problem. Aber ein paar Taferln an mehreren markanten Stellen würden zumindest Ortsunkundige auf die Sperre am „Mausloch“ und mögliche oder unmögliche Alternativen hinweisen.

Uwe Ibl

Windischeschenbach

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