Den rund 115 Einwohnern von Gleißenthal geht es ähnlich wie vielen Menschen in kleinen Dörfern: Sie halten zusammen, engagieren sich im Verein und wollen zusammen feiern. Aber es fehlt an entsprechenden Räumen, in denen die Dorfgemeinschaft gelebt werden kann.
Seit vor rund drei Jahren das einzige Wirtshaus geschlossen hat, gibt es keinen geeigneten Treffpunkt mehr für die Gleißenthaler. "Im Sommer ist das kein Problem, da trifft man sich im Freien", sagt Sandra Fütterer, Vorsitzende des Ortsverschönerungsverein, zum Beispiel beim Maibaumaufstellen, beim Gottesdienst zum Patrozinium oder beim Dorffest, dass 2019 zum ersten Mal stattfand. "Aber im Winter passiert nichts", bedauerte die Vorsitzende.
Die Idee, ein Gemeinschaftshaus herzurichten, hegten die Gleißenthaler schon länger, doch irgendwie dachte jeder, es müsste sich um ein öffentliches Gebäude handeln. Doch dann brachten Josef und Gabi Hecht ihren alten Stall ins Gespräch. Bei einer Dorfversammlung waren alle Feuer und Flamme und schmiedeten bereits Pläne, wer sich auf die eine oder andere Weise einbringen kann. "Die Mädels haben schon überlegt, wer die Vorhänge nähen könnte", erzählt Gabi Hecht.
Für den Umbau vom alten Stall in einen gemütlichen Treffpunkt die Einwohner gibt es sogar Fördergeld vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE). 60 Prozent will die ALE locker machen. Das Vorhaben fällt in die sogenannte kleine Dorfsanierung.
CSU-Stadtrat Thomas Wilhelm, selbst ein Gleißenthalter, hat das Projekt in der Januar-Sitzung dem Gremium unterbreitet. Im Stadtrat stieß es auf breite Zustimmung. Baudirektor Georg Braunreuth war bereits vor Ort, um das Gebäude in Augenschein zu nehmen. Dass die Dorfbewohner selbst mit anpacken wollen, kommt beim Amt für ländliche Entwicklung gut an. Doch zunächst muss ein Architekturbüro Pläne ausarbeiten. Die Gleißenthaler hoffen, den Bauantrag bis in den Herbst hinein stellen zu können. 30 bis 40 Plätze sind geplant. Geheizt wird mit einem Holzofen. "Es soll simpel und zweckmäßig werden", sagte Wilhelm. "Und man soll sich wohlfühlen." Eine Gastronomie wird es nicht geben. Um Essen und Getränke bei Veranstaltungen wollen sich die Dorfbewohner selbst kümmern.







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