Windischeschenbach
11.04.2026 - 15:56 Uhr

Mathias Tretter souverän gemein bei der Futura in Windischeschenbach

"Sie werden wiehern", hatte der Kabarettist und Autor Mathias Tretter den Besuchern der Futura versprochen. Ein Wiehern war nicht zu vernehmen, aber 80 Gäste haben sich köstlich amüsiert.

Mathias Tretter begeistert mit seinem Programm bei der Futura in Windischeschenbach. Bild: fz
Mathias Tretter begeistert mit seinem Programm bei der Futura in Windischeschenbach.

Die Kleinkunstbühne Futura setzte wieder einmal ein Zeichen – auch wenn man dabei auf Bewährtes zurückgriff. Schon vor Tagen war die Veranstaltung ausverkauft. Mathias Tretter ist in Windischeschenbach mittlerweile bekannt. Der Kabarettist und Autor hat bei seinen früheren Auftritten wohl tiefe Spuren hinterlassen. Mit seinem neuen Programm "Souverän" legte er sich erst einmal sein Publikum zurecht und schmierte ihm gehörig Honig ums Maul.

Der gebürtige Würzburger lebt ins Leipzig. Hier habe er das Problem, dass die Stadt langsam durch den langen Schatten von Windischeschenbach erfriere. Das Wort "Zoichl" kann er nicht wirklich richtig aussprechen. Die Besucher sind jedoch geduldig mit ihm und führen ihn in die Welthauptstatt des Zoigls zurück. Nachdem Tretter sein Publikum eingepackt hatte, zerlegte der Gegenwarts-Analyst alltägliche Zusammenhänge präzise und virtuos in zwielichtige Bausteine und zeigte dabei die Absurditäten des politischen Geschehens auf.

Er sprach von radikalen Fanatikern auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite. Vor allem Donald Trump hatte es Tretter angetan: Da stünden ein Blumenstrauß (Pamela Harris) und ein Haufen Kot (Donald Trump) zur Wahl, und "die Amerikaner sind in die Scheiße getreten". Der Kabarettist stellte zudem fest, dass es den Begriff "Ossi" lange nicht gegeben habe. Er habe die "Osthälfte" nur dahingehend gekannt, dass man den Bewohnern "Unbrauchbares als Bestes aus dem Westen" schickte. Da habe die Bibel neben dem Ottokatalog gelegen.

Die mächtigste Frau der Welt, Angela Merkel, sei unterschätzt worden. Heute treffe Friedrich Merz seinen "Gerichtsvollzieher" Emmanuel Macron. "Souverän ist, wer mit dem Ausnahmezustand zurechtkommt", so die These des Kabarettisten. Tretter würde diesen Ausnahmezustand von seinem Jugendfreund Ansgar im virtuellen Gespräch erklärt bekommen. "Der Demokratie mach die Herrschaft allmählich abhanden kommen, aber deshalb muss man nicht die Selbstbeherrschung und das Lachen verlieren", resümierte Tretter. Das Lachen war Bestandteil von Tretters Auftritt bei der Futura.

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