25.07.2021 - 21:38 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Zwei Stimmen geben den Ausschlag für Abriss der Schule Windischeschenbach

Einer Mehrzahl der Windischeschenbacher ist die Frage nicht wichtig. Nur etwa 45 Prozent der Wahlberechtigten haben über die Zukunft der Schule entschieden, und das denkbar knapp: Es sind gerade einmal zwei Stimmen mehr für einen Neubau.

Ausgezählt waren die Stimmzettel mit ihren wenigen Auswahlmöglichkeiten schnell, angesichts eines Ergebnisses von nur zwei Stimmen Unterschied wurden jedoch vor allem die ungültigen Wahlzettel und die nicht ganz eindeutigen Stimmabgaben akribisch geprüft.
von Gabi EichlProfil

Bürgermeister Karlheinz Budnik hat die entscheidende Stadtratssitzung vor Augen, als er kurz vor Schließung der Wahllokale gegenüber Oberpfalz-Medien sagt, er rechne mit einem sehr knappen Ausgang des Bürgerentscheids für Abriss und Neubau. Er soll recht behalten, wenn er eigenen Worten zufolge auch nicht an diese Dimension von "knapp" gedacht hat. Zwei Stimmen geben den Ausschlag: Von den 1814 Wählern sprechen sich 906 für einen Neubau der Schule aus, 904 stimmen für den Erhalt der Gebäude aus den 50er und den 70er Jahren. Der Stadtrat hatte im April mit 11:10 Stimmen Abbruch und Neubau beschlossen.

Nur 45 Prozent Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung von 44,9 Prozent zeigt, dass die Frage nicht einmal der Hälfte der wahlberechtigten Windischeschenbacher so wichtig war, dass sie sich per Briefwahl dazu äußern wollten, geschweige denn am Sonntag eines der Wahllokale in der Schule aufzusuchen bereit waren.

Ausgezählt sind die 1814 Stimmzettel schnell, aber Wahlleiter Markus Kindsgrab lässt wegen des knappen Ergebnisses vor allem die ungültigen Stimmzettel und diejenigen, bei denen das Wählervotum nicht hundertprozentig klar erkennbar ist, akribisch wieder und wieder prüfen. Und so zieht sich die endgültige Bestätigung des Ergebnisses in die Länge. Doch es bleibt am Ende bei 906 zu 904 Stimmen, damit haben die Wähler dem Abbruch der Schulgebäude den Weg geebnet.

Sechs Millionen Euro gespart

Budnik untermauert noch einmal seine Haltung pro Abriss, verweist auf die sechs Millionen Euro, die Erhalt und Sanierung voraussichtlich teurer wären als ein Neubau. Fraglich sei, ob es dabei bleibe, denn eine Sanierung berge allerhand Unwägbarkeiten. Weiter verweist der Bürgermeister auf die große Belastung der Schüler bei einer Sanierung im laufenden Schulbetrieb. Das letzte Argument unterstreicht auch Schulleiterin Annette Spreitzer. Wie die Sanierung des Gymnasiums Neustadt/WN gezeigt habe, sei eine solche Maßnahme für den Schulbetrieb eine außergewöhnliche Belastung für Schüler wie Lehrer. In Windischeschenbach käme erschwerend hinzu, dass es sich um Grundschüler handle; das Gefahrenpotential eines Schulbetriebs in einer Baustelle sei bei so kleinen Kindern um ein Vielfaches höher.

Schulstandort stand nie in Frage

Nicht erreichbar für eine Stellungnahme ist am Sonntag der Initiator des Bürgerbegehrens, Wolfgang Schick. Ebensowenig andere Mitglieder der Interessensgemeinschaft "Erhalt der bestehenden Schulgebäude". Budnik wirft diesen vor, im Vorfeld der Abstimmung nicht fair miteinander umgegangen zu sein, mit Argumenten gearbeitet zu haben, die nachweislich falsch gewesen seien. So sei es nie um den Schulstandort Windischeschenbach gegangen, wie in einem Flyer dargestellt, dieser habe zu keinem Zeitpunkt in Frage gestanden. Es gehe allein um die Gebäude.

Zur Vorgeschichte

Windischeschenbach
Geschafft: Bürgermeister Karlheinz Budnik zeigt Schulleiterin Annette Spreitzer die endgültige Hochrechnung mit dem denkbar knappen Ergebnis.
Info:

Der Bürgerentscheid in Zahlen

  • Fragestellung: Sind Sie dafür, dass die bestehenden Schulgebäude dauerhaft erhalten bleiben und nicht abgerissen werden?
  • Antwort Ja: 904 Stimmen (49,9 Prozent)Antwort Nein: 906 Stimmen (50,1 Prozent)
  • Wähler insgesamt: 1814 (von 4039 Wahlberechtigten)
  • Wahlbeteiligung: 44,9 Prozent
  • Ungültige Stimmen: 4

„Wir werden versuchen, das Ergebnis möglichst schnell umzusetzen, da ja auch der Zuschuss im Raum steht.“

Bürgermeister Karlheinz Budnik

Bürgermeister Karlheinz Budnik

„Das Ergebnis freut uns als Schule, auch wenn es natürlich sehr knapp ist. Jetzt können wir das neue pädagogische Konzept wie gewünscht umsetzen.“

Rektorin Annette Spreitzer

 

 

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