Zu einer „Wiener Melange“ mit Geschichten, Liedern und Musik aus der Donaumetropole hatten am Samstagabend die Freunde der Kunst in den Winklarner Thammersaal geladen. Mit dem Programm „Aus Prater und Bräter“ boten Maximilian Mangold (Gitarre) und Stefan Müller-Ruppert (Sprecher, Sänger) Heiteres und Nachdenkliches mit dem Ziel „in diesen bedrückenden Zeiten ein paar Sonnenstrahlen in die Seele zu schicken“.
Für die beiden Künstler war es pandemiebedingt der erste Auftritt nach zwei Jahren und sie empfanden die heimelige Atmosphäre des Thammersaals wie ein „Urlaubs-Erlebnis“. Hochmotiviert und perfekt in der Ausführung kamen die Darbietungen locker und leicht rüber und die Zuhörerschaft genoss die Fiaker-Fahrt von Joseph Roth in den Wiener Frühling, den Besuch im Wiener Kaffeehaus, wo schon das Bestellritual beim Ober eine herausragende Bedeutung hat und die Powidldatschgerl aus der schönen Tschechoslowakei das allerhöchste Glück bescheren“.
Aber auch das „Vertrautmachen mit der Endlichkeit alles Irdischen“ gehört ebenso zum Wiener Leben wie die „Hingabe an den Taumel des Walzers“. Ein poetischer und musikalischer Besuch im Prater mit dem „schönen Ringlspiel“ und die Genüsse der Wirtshauskultur mit den vielen Varianten des „Bräters“ mündeten nach gehaltvollen Mozart-Darbietungen von Maximilian Mangold in Stefan Müller-Rupperts Einführung in den perfekten Konsum eines „Glaserl Weins“. Ursprünglich wollten die Freunde der Kunst diese amüsante Schlusslektion nicht nur als Theorie ausklingen lassen, aber die Pandemie machte auch hier einen Strich durch die Rechnung. Dennoch erlebte die Zuhörerschaft einen „heiter-beschwingten Wiener Abend“, wie ihn Anne Gierlach bei der Begrüßung allen gewünscht hatte.













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