„Sie werden heute Nacht von diesem Stück träumen“, prophezeit die Sprecherin des Festivals Junger Künstler bei ihrer Begrüßung auf dem Winklarner Marktplatz. Dort präsentierten am Dienstagabend zehn Opernsänger, Musicaldarsteller, singende Schauspieler und Performancekünstler eine außergewöhnliche Inszenierung von Shakespeares Sommernachtstraum.
Der Hamburger Regisseur Maximilian Ponader, der selbst in der Rolle des Elfenkönig Oberon agierte, bot mit seinem Ensemble vor dem Winklarner Thammer-Haus ein höchst vergnügliches Spektakel, das zahlreiche Zuschauer mitverfolgten und bei dem sie auch selbst zum Mitspielen animiert wurden.
Der Regisseur hatte nicht nur die Idee, bizarre phantastische Kostüme als Ausgangspunkt für seine Inszenierung zu kreieren, sondern eine Szene in dem Verwirrspiel um Liebesbeziehungen, Sinnestäuschung und Träume vom Publikum spielen zu lassen. Im originalen Sommernachtstraum von Shakespeare proben Handwerker im Wald von Athen eine „Höchst klägliche Komödie mit einem höchst grausamen Tod des Pyramus und der Thisbe“. Diesen Part durften die Zuschauer anhand eines ausgeteilten Textblattes übernehmen, das noch dazu im Sinne der Inszenierung mit einem Loch zu versehen war und schließlich als Schwert zur „Selbstentleibung“ zu benutzen war.
Die zehn fabelhaften Wesen auf der Bühne faszinierten in ihrer zweistündigen Darbietung mit anspruchsvollem A-Capella-Gesang nach Henry Purcell. Das Spiel war durchdrungen von barocken Melodien, verträumten Feenklängen und absurd witzigen Geräuschcollagen.
Diese bekannte Sommernacht der Weltliteratur präsentierte sich dem Winklarner Publikum als ein „Sinnesrausch“ mit vielerlei Liebesbeziehungen und ironischen Anspielungen. Die Elfenkönigin Titania und ihr Gemahl Oberon mischten sich unter das Zuschauervolk und sorgte so für zusätzliche Erheiterung.















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