04.08.2020 - 10:56 Uhr
WinklarnOberpfalz

Muschenrieder Kläranlagen-Pläne möglichst schnell umsetzen

Die Pläne für die Sanierung der Kläranlage in Muschenried stoßen bei einer Info-Versammlung auf große Resonanz. Welche Gebühren künftig auf die Bürger zukommen, hängt von der Höhe der Förderung mit ab.

Auf große Resonanz stieß die Info-Versammlung für die geplante Erneuerung der Kläranlage in Muschenried. Tagungsort war der Vereinsstadl in Schneeberg.
von Annemarie MösbauerProfil

Zahlreiche Frauen und Männer nahmen an der Versammlung zum Thema "Ertüchtigung der Kläranlage in Muschenried" im Vereinsstadl in Schneeberg teil. In der Eröffnung führte Bürgermeisterin Sonja Meier aus, dass Abwasser-Entsorgung und Trinkwasser-Versorgung mit zu den Aufgaben einer Kommune zählen und strengstens kontrolliert werden.

Ingenieur Günter Schwab (Planungsbüro Zwick, Weiden) ließ die bisherigen Planungen Revue passieren. Dabei habe sich eine sogenannte Ertüchtigung der Anlage als wirtschaftlichste Alternative herausgestellt. Vorgesehen ist, die bisher verwendeten beweglichen Scheibentauchkörper durch eine Festbett-Konstruktion auszutauschen. Die Baukosten betragen 663 000 Euro, an jährlichen Wartungskosten wird mit etwa 32 000 Euro gerechnet. Weitere 150 000 Euro entstehen durch die Trennung von Regenwasser und Schmutzwasser (Regenrückhaltebecken und Renaturierung des Pointbaches).

Wie sich eine Förderung des Vorhabens auf die künftigen Abwassergebühren auswirkt, verdeutlichte VG-Geschäftsstellenleiter Anton Brand. Laut den bisher gültigen "Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben" (RZwas) betrage der Zuschuss 250 Euro pro Einwohner. Damit errechne sich für Muschenried eine Summe von 113 000 Euro. Je geringer der Zuschuss, umso mehr Kosten hätten die Bürger zu tragen.

Mit dem Thema "Kläranlage" hat sich auch der Marktgemeinderat in der Juli-Sitzung befasst

Winklarn

Aus den Reihen der Versammlungsteilnehmer schlug Herbert Braun vor, einen Teil des benötigten Stroms über eine Photovoltaikanlage zu erzeugen, um Kosten für die neue Anlage einzusparen. Sein zweiter Vorschlag zielte darauf ab, für die Restaurierung des Pointbaches einen Zuschuss aus Naturschutz-Mitteln zu generieren. Beides wurde positiv aufgenommen.

Warum keine Scheibenkörperanlage geplant wurde, wollte Albert Krämer wissen. Laut seinen Worten wäre diese Lösung um 200 000 Euro billiger. Dies wies Günther Schwab entschieden zurück. Auf die weitere Frage Krämers, warum auf eine Reparatur verzichtet wird, antwortete der Planer, dass dies keine Firma übernehme oder darauf Garantie oder Gewährleistung geben wolle. Für neue Scheibenkörper müsste die Anlage erheblich vergrößert werden. Bei der nun angestrebten Lösung werde auf Nachhaltigkeit gesetzt, Reparaturen könnte die Gemeinde mit wenig Aufwand selbst erledigen. Wegen des Wechsels zwischen Luft und Wasser würde der in Scheibentauchanlagen verwendete Kunststoff sehr schnell altern.

Dies bestätigte auch der frühere Gemeinderat Hartwig Ederer in einer Wortmeldung. Die Muschenrieder Anlage habe die versprochene Lebenserwartung von 25 Jahren nicht erfüllt, bereits nach 15 Jahren seien erste Schäden aufgetreten. Zur Behebung habe sogar eine Betonwand herausgeschnitten werden müsse. Es sei allgemein bekannt, so Ederer, dass eine einfache Anlage ohne mechanische Bewegung weniger störanfällig ist.

Als "grundsolide" und zukunftsfähig stufte Mathias Rosenmüller, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, die Planungen für die Kläranlage ein. Auf die Frage nach der Entsorgung des Klärschlammes antwortete Günter Schwab, dass dies immer schwieriger werde. Die Verbrennung sei nur möglich ohne jeglichen Anteil von Weiherschlamm. Die Ausbringung auf landwirtschaftliche Flächen sei und werde zunehmend problematischer. Letztendlich waren sich die Versammlungsteilnehmer einig, mit dem Vorhaben möglichst bald in die Gänge zu kommen, um noch in den Genuss der alten Förderung zu kommen.

Hintergrund:

Welche Kosten erwarten die Bürger?

Wie sich die Abwassergebühren mit der Sanierung der Kläranlage in Muschenried entwickeln, zeigte VG-Geschäftsstellenleiter Anton Brand in der Info-Versammlung auf.

  • Erwartete Förderung: 250 Euro pro Einwohner aus den Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZwas).
  • Kosten für die Grundstückseigentümer: 0,76 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche; 6,44 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche.
  • Kosten ohne Förderung: 0,90 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche; 7,61 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche.

Wie der Geschäftsstellenleiter verdeutlichte, könnten die genauen Werte jedoch erst nach der Abrechnung festgelegt werden.

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