15.05.2020 - 10:16 Uhr
WinklarnOberpfalz

Winklarnerin führt durch ihr Reich der Päonien

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Zu Pfingsten ins Ausland fällt heuer wohl flach. Aber Urlaubsgefühle sind auch im heimischen Garten möglich. Anne Gierlach trotzt der Corona-Pandemie und erfreut sich an ihren üppig blühenden Päonien in Winklarn.

Anne Gierlach liebt ihre üppig blühenden Pfingstrosen.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

"Meine Pfingstrosen blühen heuer wunderschön." Der Anruf von Anne Gierlach geht in einer Regenpause in der Lokalredaktion ein, und schon eine Viertelstunde später klappt es mit dem Fototermin. Die Päonien, wie die Stauden mit ihren opulenten Blüten in Fachkreisen heißen, rahmen die Terrasse der Arztfamilie Gierlach ein. Im Mai sind sie die absoluten Stars im Beet. Staudenpfingstrosen blühen etwa einen Monat vor den "echten" Rosen. Ihre Blütenfarben decken das gesamte Spektrum von Weiß über Gelb und Hellrosa bis Dunkelrot ab. Eine Stütze verhindert, dass Wind oder Regen die Pflanze abknickt.

Die Hausherrin zeigt auf zwei etwa 1,50 Meter hohe Baum-Päonien, die ihre teils noch geschlossenen Knospen gen Himmel strecken. Eine Lieblingspflanze hat sie nicht: "Alles was gerade blüht, begeistert mich!" Im Frühling sind das zunächst die Tulpen, wobei auch jetzt noch ein paar späte Sorten ihre Köpfchen durch die Vergissmeinnicht strecken. Im Laufe des Sommers gehören die dunkelroten Rosen zu den Favoriten. "Es ist immer spannend, was nach dem Winter wiederkommt", meint die Hobbygärtnerin. In den vergangenen acht Wochen hat sie der Garten positiv durch die Coronakrise begleitet. Die Arbeit hier ist für die gelernte Krankenschwester ein Ausgleich zu den Stunden in der Hausarztpraxis ihres Mannes Paul Gierlach: "Wenn die Samen sprießen und die Pflanzen wachsen hat dies einen starken, kraftspendenden Effekt. Denn alles was man in die Erde legt, geht in Richtung Zukunft."

Völlig umgestaltet

Das Ehepaar wohnt seit 1991 in der Ortsrandsiedlung und hat den etwa 1400 Quadratmeter großen Garten von einem Profi anlegen lassen. "Doch nach und nach haben wir alles umgestaltet." Die Hainbuchenhecke zur Straße hin wich Rhododendrenbüschen, die jetzt kurz vor der Blüte stehen. Der im Jahr 2000 angelegte, etwa 30 Meter lange Bachlauf rund ums Haus wird von der Regenrinne gespeist und mündet in einen kleinen Teich. Dieser strahlt mit seinen heimischen Trittsteinen Ruhe und Gelassenheit aus.

Anne Gierlach, zweite Vorsitzende der "Freunde der Kunst" in Oberviechtach vermisst die reduzierten persönlichen Kontakte, wozu der Virus alle zwingt. Dass der Verein die Termine bis Ende August absagen musste, tut ihr aber besonders für die Künstler leid, die auf das Honorar verzichten müssen. Ihre ausgefallenen Urlaubstage mit Kulturevents in Leipzig und Dresden bedauert sie weniger: "Ich hatte ja schon die Vorfreude darauf!" Diese hat sie gerade auch in Bezug auf die Familie. Nachdem die Ausgangsbeschränkung passé ist, kommen am Wochenende die drei Enkelkinder aus München vorbei und tollen über das Grundstück, das auch eine Spielwiese hergibt.

Motive für Katharina

Die Wendeltreppe hinterm Haus führt in das Atelier von Tochter Katharina. Die mittlerweile international bekannte Kunstmalerin findet zuweilen auch im heimischen Garten ihre Motive. Mit dickflüssigen Ölfarben brachte sie in ihrem unverwechselbaren Stil auch schon Mutters Pfingstrosen auf die Leinwand. Diese nutzte das Bild sogleich als Vorlage für ihre Visitenkarten. Für diese hat Anne Gierlach derzeit zu Hause wenig Verwendung. Aber nicht nur in Coronazeiten reicht ihr der Blick über die Terrasse, um im "Reich der Päonien" glücklich und dankbar zu sein.

Alles was gerade blüht, begeistert mich.

Anne Gierlach schätzt ihre Pfingstrosen, hat aber keine Lieblingsblumen

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Winklarn
Von der Staude bis zum Strauch:

Rund um die Pfingstrose

Die Gattung der Pfingstrosen (Paeonia) umfasst Stauden, Halbsträucher und Sträucher. Die Gemeine Pfingstrose ist eine der ältesten Gartenpflanzen Europas und seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der Bauern- und Klostergärten. Sie ist in allen Pflanzenteilen schwach giftig. Die Sträucher bilden auch ohne regelmäßigen Schnitt eine ausgewogene Krone mit vielen Blüten. Außerdem sind Strauchpfingstrosen sehr langlebig: Aus China sind über 100 Jahre alte Exemplare bekannt. Auch Staudenpfingstrosen sind ebenfalls langlebig und überaltern nicht. Sie müssen auch nicht durch Teilung verjüngt werden. Wenn man sie einfach wachsen lässt, werden sie von Jahr zu Jahr prächtiger. Beim Umsetzen müssen Staudenpfingstrosen jedoch geteilt werden, damit sie gut anwachsen. Eine stickstoffbetonte Düngung bekommt ihnen nicht gut. Besser ist ein im zeitigen Frühjahr verabreichter kalium- und phosphatbetonter Dünger organischen Ursprungs.

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