27.08.2020 - 14:06 Uhr
WunsiedelOberpfalz

Deftiges und Derbes zum Schluss

Die Reihe "LuisenburgXtra" ist „kraftbayrisch“ mit Maria Hafner und Franz Josef Strohmeier zu Ende gegangen.

Franz Josef Strohmeier und Maria Hafner servierten den Luisenburg-Besuchern einen „kraftbayrischen“ Cocktail.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Finale am Sonntagabend nicht nur in der Champions-League, sondern auch auf der Luisenburg: Zum Abschluss der "LuisenburgXtra"-Reihe steht „Kraftbayrisches aus der Bauernerotik“ auf dem Spielplan. Maria Hafner und Franz Josef Strohmeier haben dazu tief geforscht und einen besonderen Heimatdichter entdeckt.

Hier ein weiterer Bericht zu einer Luisenburg-Aufführung

Wunsiedel

Hand aufs Herz: Wer kennt schon Georg Queri? Anfang des 20. Jahrhunderts hat der Schriftsteller seine Werke veröffentlicht, unter anderem auch das Buch „Kraftbayrisch - ein Wörterbuch der erotischen und skatologischen Redensarten der Altbayern". Ein Büchlein, das ihm einen Sittlichkeitsprozess einbrachte, den er aber dank des Einsatzes von Ludwig Thoma gewinnen konnte.

Deftig, derb, makaber, zotig, bayerisch – so lässt sich etwa das charakterisieren, das die Besucher an diesem Abend zu hören bekommen. Der Titel macht ja bereits deutlich, dass es nicht unbedingt etwas für die feinsten Ohren, sondern dass es auch ziemlich „schmutzig“ wird. Und da lassen sich Hafner und Strohmeier bei der Auswahl der Texte und Gstanzln auch wirklich nicht lumpen, sondern tauchen ganz tief ein.

So wird sinniert über die „Wadln von da Zenzi“, in die man gerne beißen möchte, nachdem sie gewaschen wurden, über den Bischof, der vom Pfarrer mit einem Klaps auf den Hintern geweckt wird, bis hin zur Anzahl der Paare an Füßen, die im Ehebett zu finden seien. Typische Charakteristika und Erscheinungsformen der Frau und des Mannes haben die beiden Künstler auch parat – von der „Letschfeign“ über den „Soachbeudl“ und das „Flitscherl“ bis hin zur „wampeten Molln“. Und freilich dürfen – der Programmtitel bringt es mit sich – erotische Schimpfwörter und unzählige Bezeichnungen für die Geschlechtsorgane nicht fehlen. Manch Gesagtes wird hier lieber nicht niedergeschrieben. Der Abend bietet auf jeden Fall viel Neues und Überraschendes, an vielen Stellen muss auch herzlich gelacht werden. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der rote Faden und damit auch die Spannungskurve etwas auf der Strecke bleiben.

Ein Höhepunkt des Abends ist sicherlich die Anekdote vom Großvater, der im See ertrunken ist. Zwar wird er von den Enkeln gefunden, die aber gleichzeitig auch erkennen, dass der tote Opa im Wasser ein idealer Köder für Aale ist, die teuer verkauft werden können. Wie die Geschichte ausgeht, kann sich jeder denken. Zum Abschluss stimmen die Zuschauer dann bei der Zugabe ins Lied vom „Wetzstoa“ ein.

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