06.09.2018 - 11:58 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Kein "Höck-Auf" in Wurz

Jetzt kommt er doch nicht: Der Auftritt von Björn Höcke ist abgesagt ‒ jedenfalls in der O'Schnitt-Halle in Wurz. Der Geschäftsführer gibt zu, dass er das Thema unterschätzt hat.

Björn Höcke.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Die Reaktionen müssen heftig gewesen sein: Wenige Stunden nach dem Bekanntwerden haben die Verantwortlichen der O'Schnitt-Halle in Wurz den Auftritt von Björn Höcke am 19. September wieder storniert. "Der Druck war zu groß", gibt Geschäftsführer Thomas Kreuzer zu.

Sponsoren hätten sich gemeldet und angekündigt, ihr Engagement einzustellen, Mitglieder der Eigentümer-Vereine SV Wurz und "Hogerer" hätten mit Austritt gedroht. Deshalb habe er sich in Rücksprache mit den Vorständen zu diesem Schritt entschieden. Der Mietausfall entspreche einem niedrigen vierstelligen Euro-Betrag. "Wir wissen aber nicht, was für den Vertragsbruch noch hinzukommt", gibt Kreuzer zu. "Wir haben damit keine Erfahrung."

Unter Umständen könnten die Wurzer Vereine Glück haben, AfD-Landtagskandidat Roland Magerl erklärte, dass die Partei keine Rechtsmittel einlegen will, weil dies "gegenüber eines privaten Betreibers ein nicht angemessenes Verhalten wäre, wenn die wirtschaftliche Zukunft gefährdet werden könnte", schreibt Magerl in einer Erklärung.

Ob es den Termin dagegen an einem anderen Standort geben soll, lässt Magerl am Mittwoch und Donnerstag zwar vorerst offen. Allerdings schien eine Absage eher wahrscheinlich: "Stand jetzt ist, dass die Veranstaltung mit Herrn Höcke nicht stattfindet."

Thomas Kreuzer sagt, dass es ein Fehler der Organisatoren war, die Veranstaltung anzunehmen. "Wir haben zu wenig nachgedacht. Mit solchen Reaktionen haben wir überhaupt nicht gerechnet." Tatsächlich sei bei der Vertragsunterzeichnung nicht klar gewesen, dass Björn Höcke der Hauptredner bei der Veranstaltung sein wird. Tatsächlich habe es verschiedene Angebote von Menschen gegeben, sich am Einnahmeausfall zu beteiligen. Diese Angebote waren aber laut Kreuzer nicht ausschlaggebend für die Absage. "Man muss jetzt abwarten, ob tatsächlich jemand etwas spenden wird."

Kommentare

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Tobias Punzmann

Der Druck war also zu groß, nicht die rechtsradikale, volksverhetzende Einstellung des Redners zu schlimm?

07.09.2018

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