18.08.2020 - 12:38 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

MS Harmonic Brass ankert im Wurzer Pfarrgarten

"Steigen Sie ein und genießen Sie die Fahrt auf der Donau!" Mit dem Megaphon lud "Kapitän" Andreas Binder das Wurzer Publikum zur Fahrt mit der "MS Harmonic Brass ein.

An der schönen blauen Donau - der berühmte Walzer war eine Zugabe von Harmonic Brass - ein Blechbläserquintett, dass immer wieder die Zuhörer begeistert - auch bei den Wurzer Sommerkonzerten.
von Redaktion ONETZProfil

Ein Schiff im Wurzer Pfarrgarten. Mit Wimpeln, Steuerrad und Mannschaft. Das Publikum in Wurz, das an diesem Sonn(en)tag sehr zahlreich erschienen war, freute sich auf eine musikalische Reise mit dem erfolgreichsten Blechbläserquintett Europas. Und schon legte die "MS Harmonic Brass" ab, um die Donau auf 2857 Fluss-Kilometern zu erkunden.

Nach jedem Musikstück nahm Kapitän Binder wieder das Megaphon und erteilte launigen Geschichtsunterricht. Brigach und Breg, Regensburg, die Walhalla, Passau, für alles hatte er eine Pointe parat. Zwischendurch erklang die Ouvertüre a5 von Theodor Schwartzkopff, bearbeitet wie die meisten Stücke von Trompeter Hans Zellner. Insgesamt zehn verschiedene Trompeten waren aufgebaut für die beiden Trompeter Elisabeth Fessler, die "schwäbische Flussprinzessin", und Hans Zellner, "erster Chefmaschinist und Smutje". Mit Anton Bruckners "Locus Iste" lief das Donauschiff in Linz ein. Die Toccata und Fuge in d-Moll von J. S. Bach brachte Spannung in das musikalische Schauspiel. Das Trompeten-Duett Hans Zellner (Flügelhorn) und Elisabeth Fessler (Piccolo-Trompete) begeisterte.

In Wien, so wieder der Kapitän am Megaphon, habe Beethoven wohl beim Angeln ein hübsches Fischlein namens "Elise" getroffen und für sie "Für Elise" komponiert. Einen hervorragenden Solosatz spielte Elisabeth Fessler in Johann Nepomuk Hummels "Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur". Die Triller auf der Trompete verdienten den Zwischenapplaus.

Die Pause hatten sich die flotten Seemänner verdient. Doch es wurde weiter spannend. Denn nun floß die Donau in Richtung Ungarn. Ein Csárdás von Vittorio Monti brachte Bewegung in die Sitzreihen. Die schnellen Läufe auf der Tuba, gespielt vom Neuzugang aus der Lausitz, Karl-Wilhelm Hultsch, ernteten Bewunderung. Neben ihm der "Tiroler Magier auf der Posaune", Alexander Steixner. Ein Höhepunkt war Elisabeth Fesslers Eigenkomposition "Concerto Danubio". Die Trilogie über die "Königin der Flüsse" trug sie meisterhaft vor, in ihrem roten Kleid auch optisch ein Blickfang zwischen den vier schwarz befrackten Herren.

Die Fahrt ging weiter nach Serbien. "Reisen macht hungrig!" bemerkte der Kapitän. Zu "Kustino Oro" von Goran Bregovic setzten sie sich imaginär an den gedeckten Tisch. Wenig später waren sie am "Eisernen Tor" angelangt, der Grenze zwischen Serbien und Rumänien. Dies wurde mit dem Ukrainischen Tanz von C. Dimitrescu gefeiert. Nun war es nicht mehr weit bis zum Donaudelta. "Auf nach Sulina, zum alten Leuchtturm" wurde die Parole ausgegeben. Und weil die Menschen in der Ukraine so fröhlich und nett sein sollen, spielte das Quintett noch ein traditionelles Volkslied, begleitet von Schelle und Trommel. Der ausdauernde Applaus für dieses Musiktheater war verdient, und so wurde das Publikum mit dem Walzer "Die schöne blaue Donau" belohnt. Wer dieses meisterhafte Quintett bald wieder hören möchte: Am 6. September sind sie mit ihrer "Sommerreise" in Reuth und Erbendorf.

In eine ganz andere Richtung ging das Konzert des Moyzes Quartetts bei den Sommerkonzerten

Wurz bei Püchersreuth
Ein Donauschiff und Instrumente im Pfarrgarten des Pfarrhofs Wurz
Ein Donauschiff und seine "Besatzung": Harmonic Brass schippert durch die musikalische Landschaft.
Harmonic Brass spielt etwa 120 internationale Konzerte pro Jahr - und eines davon in Wurz
Mit dem Megaphon gibt Kapitän Andreas Binder den Kurs bekannt - humorvoll und informativ
"Fertig zum Ablegen!"
Donaureise - vom Wiener Schmäh bis zu wilden rumänischen Klängen

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