Ein paar Stunden, einen Tag oder gar noch länger: Wenn aus dem Wasserhahn kein einziger Tropfen mehr kommt, ist die Verärgerung groß. Denn egal, ob Hände waschen, duschen oder Geschirr spülen – auf frisches Wasser direkt aus der Leitung will im Alltag niemand verzichten. So sehen es auch die Bewohner im Trabitzer Ortsteil Zessau. Im November vergangenen Jahres habe es dort bereits "Probleme mit Wasserrohrbrüchen" gegeben, heißt es in einer Mittteilung an Oberpfalz-Medien. Eine weitere Meldung folgt: Am Samstag sei es erneut zu einem "riesigen Rohrbruch" gekommen. Mehrere Haushalte seien mehrere Stunden ohne Wasser gewesen. Kurze Zeit später, am Montag, 15. Januar: Wieder ein Rohrbruch.
Anfang der Woche sei ein Haushalt von dem Rohrbruch betroffen gewesen, bestätigt Reinhold Sternkopf, unter anderem als Bauhofleiter zuständig für Trabitz. "Es war ein Materialfehler", erklärt er auf Nachfrage hinsichtlich der Ursache. Ein Eisenrohr sei durchgerostet. Sternkopf ergänzt: "Das ist bei Stahlleitungen nach einer gewissen Lebensdauer normal. Irgendwann müssen wir so ein Leitungsstück erneuern. Das planen wir auch zurzeit." Er spricht von Erneuerungen an jenem Teilstück, das Schäden aufweist.
Gemeindemitarbeiter im Einsatz
Carmen Pepiuk, Bürgermeisterin von Trabitz, betont: "Es war nur ein einzelner Hausanschluss." Doch rückblickend war es eben doch mehr: Schon seit mehreren Jahren kommt es immer wieder zu Rohrbrüchen in Ortsteilen von Trabitz. Zum Beispiel 2017, im Frühjahr: "Fünf Rohrbrüche in einer Woche", hieß es in einem Artikel von Oberpfalz-Medien. Die Gemeindearbeiter waren im Dauereinsatz. Darunter ein weiterer Schaden an der Hauptleitung, der die ganze Gemeinde kurzzeitig trocken gelegt hatte. Wegen des Notverbunds bezog die Gemeinde Wasser aus dem Speinsharter Leitungssystem.
Das Rohrsystem sei über 50 Jahre alt, wie von Pepiuk zu erfahren war. Schon vor ein paar Jahren merkte sie an, dass das Leitungssystem den Gemeinderat "demnächst wohl beschäftigen" wird, wenngleich es keine schnellen Lösungen für das Problem gebe. Eine Sanierung des Rohrnetzes werde sicher nicht billig und soll außerdem für lange Zeit halten, hatte sie zum damaligen Zeitpunkt bereits angemerkt. Alle Maßnahmen müssen gut überlegt sein – offenbar dauerten die Überlegungen bis heute an. Und das, obwohl es im Sommer 2019 vermehrt zu Wasserrohrbrüchen gekommen war, wie Oberpfalz-Medien berichtete, darunter auch wieder in Zessau. Alles im normalen Rahmen, hieß es vor etwa vier Jahren. Das Alter der Rohre sei kein Problem, hieß es ebenfalls. Nun doch das Umdenken, dass etwas getan werden muss.
Probleme mit uralten Rohren
Wurden ganz früher noch Eisenrohre verbaut, werden seit etwa Mitte der 60er-Jahre ausschließlich Kunststoffrohre verlegt. Diese sind deutlich widerstandsfähiger. Michael Kraus, dessen Firma sich unter anderem in Ortschaften im Landkreis Neustadt an der Waldnaab um die Behebung von Wasserrohrbrüchen kümmert, kennt die Probleme uralter Rohre. Diese sind nicht eingesandet worden. Durch Steinbrocken, Druckabfall oder Bodenbewegungen scheuert es die Rohre "durch". Ein Leck zu orten, sei nicht immer einfach. "Wasser sucht sich immer den leichtesten Weg", sagt Kraus. Mit entsprechender Ortungstechnik könne inzwischen zum Beispiel durch Horchglocken festgestellt werden, wo Wasser austritt.
Marode Rohrleitungen in vielen Kommunen
Wie Focus Online im August 2023 in einem Artikel berichtet hatte, verliert Deutschland "473 Milliarden Liter Wasser im Jahr" wegen veralteter maroder Rohrleitungen in vielen Kommunen. Wie Brücken und Straßen stammen die kommunalen Wasser- und Abwassernetze teils noch aus einer Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Doch für eine Sanierung fehle häufig das Geld.
In diversen Gemeinden kommt es immer wieder zu Wasserrohrbrüchen, es ist kein Thema, das nur Trabitz betrifft. Wegen eines Wasserrohrbruchs in Mantel am Donnerstag musste am darauffolgenden Tag das Wasser abgedreht werden – nicht nur im Ort selbst, sondern auch in Weiherhammer. Falls das Leck in der Leitung nicht zügig gefunden wird, wird sich die Feuerwehr um frische Wasservorräte für die Bürger kümmern, heißt es aus dem Rathaus.
"Es ist einfach eine Frechheit", schimpft ein Anwohner aus Trabitz gegenüber Oberpfalz-Medien. "Das geht schon seit Jahren so und es wird nichts gemacht." Das Problem wurde offenbar nun doch erkannt: Im Gemeinderatsgremium ist eine größere Investition fürs Wassernetz seitens der Kommune beschlossen worden, teilt Pepiuk mit. Wenn Arbeiten anstehen, werden die Bürger zeitnah "vorinformiert", fügt sie hinzu.
Ursachen für einen Wasserrohrbruch
- Frost: Einfrieren von Leitungen
- Material: Material- oder Herstellungsfehler in den Wasserleitungsrohren
- Sonstiges: Druckstoß, starke Korrosion (z. B. Rost), Materialermüdung, etc.
- Quelle: Wikipedia




















Das ist halt Standart im reichsten Bundesland in Deutschland und Dank unserer tollen bayerischen Regierung dürfte das auch noch Jahrzehnte so bleiben.
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