Es ist eine Infrastruktur, die niemand sieht, die aber für das tägliche Leben unverzichtbar ist: Tausende Meter Rohrleitungen, die rund um die Uhr sauberes Trinkwasser in Haushalte, Schulen und Betriebe pumpen.
In Kaltenbrunn und Dürnast steht dieses verborgene Netzwerk nun vor einer historischen Herkulesaufgabe. Alternde Wasserabsperrvorrichtungen, zu klein gewordene Kapazitäten oder Hygiene- oder Reinheitsvorgaben bedingen einen großen finanziellen Aufwand, um das Lebensmittel Wasser wie bisher sorglos genießen zu können.
„Volles Haus“ im Kurz-Saal
In einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung im Kurz-Saal erklärte Bürgermeister Julian Kraus den Bürgern die Möglichkeiten, wie die zukünftige Wasserversorgung in Kaltenbrunn aussehen könnte. Die Gültigkeit des Wasserrechtsbescheids für die Benutzung des Kaltenbrunner Wasserbrunnens endet nach 20 Jahren am 31.12.2027.
Für die weitere Wasserverwendung sind ein neues hydrogeologisches Gutachten, die Prüfung und Bemessung des bestehenden Wasserschutzgebiets sowie die Ertüchtigung des Brunnens und des Wasserhauses notwendig. Nur so kann der bisherige Brunnen III die weitere Hauptwasserversorgung in Kaltenbrunn gewährleisten. Bei eventuell entstehenden Engpässen bei der Versorgung kann auf die bestehende Grundwassermessstelle V 1, für die sich die Bezeichnung „Notbrunnen“ eingeschlichen hat, zurückgegriffen werden.
Ausgleich von Fehlvolumen
Die derzeit benötigten Wassermengen für den normalen Verbrauch von 320 cbm und die Verpflichtung zur Vorhaltung von Löschwasser von 192 cbm pro Tag erfordern ein vorzuhaltendes Wasservolumen von 512 cbm.
Derzeit stehen für diesen Puffer, aus dem die benötigte Literzahl entnommen werden kann, lediglich 2 x 130 Liter, gesamt 260 Liter, zur Verfügung. Dadurch entsteht ein Fehlvolumen von 252 Litern. Um Spitzenverbrauchzeiten defizitfrei abdecken zu können, ist eine Vergrößerung der benötigten Saugbehälter notwendig.
Langfristige und wirtschaftliche Variante
Bürgermeister Kraus stellte mehrere Varianten der Sanierungsarbeiten vor, von denen sich zwei als wirtschaftlich und effizient herauskristallisierten. Beide Lösungen beinhalten die Wassererfassung, Aufbereitung und Speicherung. In Version drei ist der Bau eines Hochbehälters eingehend mit dem Bau einer Verbundleitung an das Freihunger Wassernetz vorgesehen. Variante vier erfordert zusätzlich eine Verbundleitung über Steinfels/Kalkhäusl.
Die beiden favorisierten Möglichkeiten werden nun von der Gemeinde geprüft. Nach einer möglichst genauen Kostenberechnung der verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten erfolgt durch die Gemeinde die Information darüber an die betroffenen Bürger. Da die Gesamtkosten der Sanierung größtenteils von den rund 400 Wasseruhrenbesitzern zu schultern sein werden, wird eine nicht unbeträchtliche Erhöhung des Wasserpreises nicht zu umgehen sein.
Großes Interesse der betroffenen Bürger
Die rege Diskussion, viele Fragen und auch Lösungsvorschläge bewiesen die große Anteilnahme der Bürger an einer optimalen Lösung, konnten die Wasserabnehmer aus Kaltenbrunn und Dürnast doch immer zu Recht stolz auf die Wasserqualität sein, die aus ihrem eigenen Brunnen gefördert und verbraucht werden konnte.
Ebenso war der nahezu unvergleichbar günstige Preis für das kühle Nass weit über die Nachbarkommunen hinaus mehr als nur ein Nebeneffekt für den eigenen Geldbeutel.



















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