19.02.2021 - 17:02 Uhr
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Es ist allerhöchste Zeit für Lockerungen im Sport

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Die Sportverbände haben vergangenes Jahr gezeigt, wie Sport mit Hygienekonzept möglich ist. Drei Monate Lockdown reicht, die Politik sollte schnellstmöglich Öffnungen erlauben, meint Redakteur Reiner Fröhlich.

150 Quadratmeter für zwei Tennisspieler – da sollte doch ein Training möglich sein. Bisher ist Tennis wie andere Sportarten auch in Bayern verboten. In Baden-Württemberg hingegen erlaubt.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil
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Der Ruf nach Lockerungen wird immer lauter, auch im Sport. Seit Wochen drängen die Verbände auf schrittweise Öffnungen und warten auf ein Zeichen der Politik. Nun hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erkannt, dass Sport wichtig sei für die "Gesundheit der Bürger, gerade auch für Kinder, Jugendliche und ebenso für ältere Menschen" - also für alle.

Die Erkenntnis kommt nicht von ungefähr, schlagen doch Ärzte und Psychologen schon länger Alarm, welche Folgen der Lockdown haben kann. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat erst vor kurzem im Freundeskreis gesagt, er habe "diese Wissenschaftler satt", die nichts anderes empfehlen würden als Einschließen und Wegsperren. Er wolle sich von den Epidemiologen distanzieren.

Und Robert Cohen, Sprecher von Frankreichs Verband der Kinderärzte, sagte in einem Interview, dass es "mehr und mehr Einweisungen in Krankenhäuser wegen psychischer Erkrankungen" gebe wie Depression und eine Zunahme von Selbstmordversuchen. Von Kindern, wohlgemerkt!

"Wir sehen da eine Explosion der Selbstmordversuche. (...) Wie kann man zulassen, dass die Kinder durch die Hintertür an Covid sterben, obwohl das Virus selbst sie nicht tötet?", sagte Cohen in einem Interview mit der ARD-"Tagesschau".

Da wird es allerhöchste Zeit, dass die Politik sinnvolle Lockerungen zulässt - die Sportverbände haben im vergangenen Jahr mit ihren Hygienekonzepten gezeigt, dass Sport mit bestimmten Regeln möglich ist. Und zwar, bevor die Schäden durch Corona nicht größer werden als die mit Corona. Aber vermutlich werden wieder nur die Inzidenzzahlen angeschaut - und die indirekten Auswirkungen des Lockdowns ignoriert.

Lockerung in Aussicht für "Sport an der frischen Luft"

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