19.02.2021 - 16:59 Uhr
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Lockerung in Aussicht für "Sport an der frischen Luft"

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Die Politik verspricht mal wieder etwas: Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann sieht gute Chancen für den Amateursport, dass hier Lockerungen möglich sind. Aber ab wann soll das möglich sein?

Noch sind alle Fußballplätze gesperrt. Wann geöffnet werden darf, weiß niemand.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Seit 1. November vergangenen Jahres ist außer Joggen im Park kaum noch Sport in Bayern möglich. Angesichts der in weiten Teilen Bayerns sinkenden Corona-Infektionszahlen erwartet Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann zeitnahe Lockerungen im Bereich Amateursport. "Insbesondere Sport an der frischen Luft hat gute Chancen, bald wieder möglich zu sein, aber auch für die Sportausübung in Fitnessstudios und Vereinshallen erarbeiten wir Lösungen", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München.

Am Mittwoch hatte auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits über Lockerungen für Individualsportarten wie Tennis oder Golf gesprochen. Mannschaftssportarten wie Fußball blieben außen vor - zuerst wären die Individualathleten an der Reihe.

Hoffnung auf Mitte April

Martin Kratzer, Trainer des Fußball-Landesligisten SV Grafenwöhr, glaubt nicht so recht an schnelle Öffnung: "Ich hoffe, dass wir Mitte April wieder spielen dürfen. Wenn die Saison bis zum 30. Juni vernünftig zu Ende gebracht werden soll, mit Relegation und allem Drum und Dran, wäre das ein gutes Startdatum, ohne großen Zeitdruck zu haben." Ideal wäre für ihn eine Vorlaufzeit von sechs Wochen, er geht aber davon aus, dass es nur vier Wochen für die Vorbereitung auf den Wiederbeginn geben wird.

Letztes Training 29. Oktober

Seine Einschätzung: "Grundsätzlich ist die Situation jetzt schon etwas anders als beim ersten Lockdown, da die Hygienekonzepte stehen. Wir haben noch sechs Spiele, die könnte man bei einem Beginn Mitte April gut über die Bühne bringen. Allerdings muss man auch in die anderen Ligen schauen, da gibt es zum Teil Vereine mit noch elf Spielen. Fraglich bleibt, in welcher Form der Ligapokal gespielt werden kann", erklärt der Trainer der SV Grafenwöhr, der das letzte Training am 29. Oktober 2020 abhielt - seitdem ist Corona-Pause.

"Wir arbeiten derzeit intensiv an einem Lockerungsplan für den Amateur- und Breitensport in Bayern, damit dieser unter entsprechenden Hygieneauflagen - so schnell es geht - wieder möglich wird", betonte Herrmann. Der Amateur- und Breitensport sei wichtig für die Gesundheit der Bürger, gerade auch für Kinder, Jugendliche und ebenso für ältere Menschen.

Politik muss differenzieren

"Es versteht kein Mensch mehr, diese Einschränkungen. Ich hoffe, dass die Politiker jetzt sagen: Wir öffnen die Hallen. Denn da gibt es keine Gefährdung", sagt Achim Beck, Tennisabteilungsleiter des TC Rot-Weiß Amberg. "Ich sehe, wie im Skaterpark 29 Jugendliche ihre Künste zeigen, sich bewundern und dann umarmen. Nebendran spielen zwei Menschen auf 150 Quadratmetern Tennis - aber das ist verboten." Für Achim Beck ist es an der Zeit, dass die Politik differenziere. Denn für ihn war es "Trotz und Einfallslosigkeit der Regierung", alle Hallen zuzusperren, nur weil ein Fitnesstudiobetreiber geklagt hatte. "Das ist einfach traurig, dass so gehandelt wird. Die Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung kann keiner erklären", sagt Beck.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich ebenfalls für eine baldige Rückkehr aller Nachwuchskicker in den Trainingsalltag ausgesprochen. "Die gesamte Gesellschaft, alle Branchen sehnen derzeit Lockerungen herbei. Sobald diese im Falle weiter sinkender Infektionszahlen und anlaufender Impfungen möglich sind, müssen vor allem unsere Kinder und Jugendlichen auf die Plätze an der frischen Luft zurückkehren dürfen, zunächst zum Training, später wieder im Spielbetrieb", appellierten DFB-Boss Fritz Keller und Vizepräsident Rainer Koch in einem am Freitag auf der Verbandsseite veröffentlichten Offenen Brief.

Kein konkreter Termin

Kommentar: Es ist allerhöchste Zeit für Lockerungen im Sport

Amberg

Am 3. März wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Coronakrise beraten. Großer Wunsch sei es, dass der Breitensport von allem in Deutschland in seiner Wichtigkeit "begriffen, wahrgenommen und akzeptiert wird", schrieben Keller und Koch. "Mein Ziel ist, konkrete Perspektiven zu schaffen", sagte Herrmann. Konkrete Termine nannte er aber keine.

"Es versteht kein Mensch mehr, diese Einschränkungen. Ich hoffe, dass die Politiker jetzt sagen: Wir öffnen die Hallen. Denn da gibt es keine Gefährdung."

Achim Beck, Tennisabteilungsleiter des TC Rot-Weiß Amberg

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