13.04.2021 - 17:42 Uhr
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BFV will Vereine befragen: Saisonabbruch im Fußball rückt näher

Der Saisonabbruch im bayerischen Amateurfußball scheint unvermeidbar. Der Bayerische Fußballverband reagiert am Dienstagnachmittag auf einen Beschluss der Staatsregierung und will nun die Vereine mitentscheiden lassen.

In der Saison 2019/21 wird wohl nicht mehr gegrätscht: Der Fußballverband bereitet den Saisonabbruch per Vereinsbefragung vor.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Die brisante Pressemitteilung verschickte der Bayerische Fußballverband (BFV) am Dienstag kurz nach 16 Uhr. „Durch den heutigen Kabinettsbeschluss und die sich daraus ergebende staatliche Verfügungslage ist ein flächendeckender Trainingsbetrieb ab dem 3. Mai, der notwendig gewesen wäre, um die Spielzeit 2019/21 in allen bayerischen Ligen noch einmal aufnehmen und die verbleibenden Spiele noch durchführen zu können, de facto nicht mehr möglich", erklärt BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher darin. Der im Präsidium für den Spielbetrieb zuständige Funktionär kündigte an: "Wir müssen daher nun gemeinsam mit unseren Vereinen über die Frage eines Abbruchs der Verbandsspielrunden und der dabei anzuwendenden Regularien entscheiden." Das genaue Prozedere soll der BFV-Vorstand bei einer Sitzung am Mittwoch, 14. April, erörtern.

"Ich habe noch keine Info aus München erhalten", reagierte Thomas Graml, Vorsitzender des Fußballbezirks Oberpfalz, am Dienstagnachmittag zurückhaltend auf die Ankündigung des BFV. "Für mich gilt deshalb die alte Ausgangssituation, so lange ich nichts anderes vorliegen habe."

Das Bayerische Kabinett hatte am Dienstag die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in der aktuellen Fassung bis einschließlich 9. Mai 2021 verlängert. Damit ist laut Verband klar, dass weitere Öffnungsschritte in den Bereichen Kultur, Gastronomie und Sport vorerst auf absehbare Zeit praktisch ausbleiben. Gemäß des Ende März vom BFV-Vorstand verabschiedeten Vier-Punkte-Plans steht nunmehr de facto auch fest, dass die aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochene Spielzeit 2019/21 in den allermeisten bayerischen Amateurfußballligen nicht mehr zum Abschluss gebracht werden kann.

Wie vom Verband bereits vorher angekündigt, werden nun alle bayerischen Vereine vor der Entscheidung des BFV-Vorstands über einen Abbruch der Saison und die dabei anzuwendenden Regularien durch Einholung eines Meinungsbilds mit einbezogen. Für den Fall des Saisonabbruchs sieht die aktuelle Spielordnung (Paragraf 93) eine Wertung für Auf- und Abstieg nach der Quotientenregelung unter Wegfall der Relegationsspiele vor. Gegen die Quotientenregelung, die die Punkte nach absolvierten Spielen berücksichtigt, hatten zuletzt zahlreiche Klubs mobil gemacht. Vor allem dadurch zum Abstieg verurteilte Klubs sehen durch die nachträglich ins Regelwerk aufgenommene Bestimmung eine unverhältnismäßige Benachteiligung. Dass so mancher Betroffener den Rechtsweg außerhalb des Verbandsrechts einschlagen könnte, scheint nicht ausgeschlossen.

Ursprünglich sollte die im März 2020 unterbrochene Saison 2019/20 laut BFV-Plänen bis zum 30. Juni 2021 beendet werden. Anfang April hatte der BFV bereits den Ligapokal als Zusatzwettbewerb auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene gestrichen. Den entsprechenden formellen Beschluss wird der Vorstand in seiner Sitzung am 14. April fassen und auch alle weiteren, nunmehr nach der Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung notwendig gewordenen Schritte erörtern.

Ärgernis Quotientenregel

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