01.10.2020 - 16:59 Uhr
AmbergSport

"Was bringt uns ein Rechtsstreit vor einem Sportgericht?"

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Ein klärendes Gespräch zur Spielabsage SV Illschwang gegen FV Vilseck II sorgt für ein bisschen Klarheit. Rainer Liermann bemängelt die "Kommunikation" – die das Ganze ins Rollen brachte.

Symbolbild.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Ein Kreisklassenspiel und dessen Absage: Das (vermutlich) letzte Kapitel war ein mehrstündiges klärendes Gespräch am Mittwoch Abend zwischen den Beteiligten: Robert und Rainer Liermann, die Fußballchefs des FV Vilseck, Martin Luber (Vorsitzender) und Florian Roth (Fußballabteilungsleiter) vom SV Illschwang sowie Bezirksvorsitzender Thomas Graml, Kreisspielleiter Albert Kellner und Spielleiter Karl Vollmer.

Die Erkenntnisse

Zwei Erkenntnisse hat Rainer Liermann aus der Diskussionsrunde mitgenommen: "Die Kommunikation hätte besser laufen können, und wir sehen von einem Rechtsstreit ab." Der Punkt "mangelhafte Kommunikation" hatte alles ins Rollen gebracht, an dessen Ende die Absage der Kreisklassenpartie SV Illschwang gegen FV Vilseck II stand. Wegen Wettbewerbsverzerrung, wie Albert Kellner begründet hatte.

"Da hat Illschwangs Trainer Alexander Heldrich unsere Spieler befragt, mit welcher Mannschaft wir antreten, und nicht uns, die Vorstandschaft. Das war der falsche Weg", beklagt Rainer Liermann. Denn die Info über diesen Weg erreichte auch den Kreisspielleiter, was zur Absage führte, "weil Verbandsinteresse vorlag". Weil die Vermutung im Raum stand, anstelle der zweiten Mannschaft des FV Vilseck werde die erste, die Bezirksliga-Truppe, auflaufen. "So etwas war nie geplant, dass wir die komplette Erste losschicken", erklärt Rainer Liermann.

"Wir haben 35 Spieler im Kader der ersten und zweiten Mannschaft, und seit der Winterpause hat sich bei uns einiges geändert. Da gehen die Meinungen auseinander, wer Stammspieler der ersten Mannschaft ist und wer nicht." Zudem könne es nicht angehen, dass ein Gegner sich vorab erkundige und wissen will: "Mit welcher Aufstellung spielt ihr denn?" Für Rainer Liermann ist der Fall erledigt, auch wenn sein Club die Spielabsage "nicht richtig findet."

Der FV Vilseck als betroffener Verein sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden, und habe keine Möglichkeit, dagegen im Nachgang vorzugehen. "Was bringt uns ein Rechtsstreit vor einem Sportgericht? Nichts. Wir sehen in diesem Fall kein Verbandsinteresse. Aber das Spiel ist vorbei", erklärt Liermann.

Kreisspielleiter Albert Kellner hält an seiner Entscheidung fest: "Ich finde es nach wie vor richtig, dass man kleinere Vereine schützen muss, die nicht die Möglichkeit haben, mit Spielern einer höherklassigen Mannschaft aufzurüsten."

Absprache würde helfen

Ich finde nach wie vor richtig, dass man kleinere Vereine schützen muss, die nicht die Möglichkeit haben, mit Spielern einer höherklassigen Mannschaft aufzurüsten.

Albert Kellner

Albert Kellner

Kellner sieht aber für so einen Fall noch eine andere Möglichkeit - ohne dass er eingreifen muss: "Wenn sich die beiden Vereine im Vorfeld abgesprochen und eine gemeinsame Lösung gefunden hätten, die für beide tragbar gewesen wäre, dann hätte ich das Spiel nicht abgesetzt." Deswegen fand auch eine Woche später das Spiel zwischen dem FV Vilseck II und dem FC Großalbershof statt, weil "beide aktiv miteinander kommuniziert haben."

Ein Fußballspiel gegen "FV Vilseck einskommafünf"

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