21.02.2021 - 19:01 Uhr
AmbergSport

Corinna Schwab ist Deutsche Meisterin über 400 Meter

Der souveräne Auftritt kam nicht überraschend, war aber gleichwohl beeindruckend: Lauf-Ass Corinna Schwab dominiert bei den nationalen Hallenmeisterschaften über 400 Meter die Konkurrenz.

Der Zeigefinger zeigt's an: Corinna Schwab lief bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten über die 400 Meter erneut als Siegerin über die Ziellinie und verteidigte ihren im Vorjahr errungenen Titel.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Titelverteidigerin, Jahresbeste – wer mit solchen Empfehlungen anreist, muss sich über die Favoritenrolle nicht wundern. „Natürlich ist eine solche Situation immer mit Druck verbunden“, sagte Corinna Schwab. „Aber damit muss man umgehen können.“

Und genau das tat die 21-Jährige aus Amberg bei den deutschen Hallentitelkämpfen in Dortmund. Nachdem sie bereits in den Vorläufen über 400 Meter am Samstag die schnellste Zeit auf die Bahn gebracht hatte, setzte sie einen Tag später noch eins drauf. Im Finale setzte sich Schwab vom Start weg an die Spitze und machte noch auf der Schlussgeraden Druck. Am Ende überquerte sie als Erste über die Ziellinie. Sie gewann damit wie bereits 2020 den nationalen Titel in ihrer Paradedisziplin.

Nur die 52-Sekunden-Marke wollte noch nicht fallen. Mit 52,01 Sekunden steht aber eine neue Hallenbestleistung zu Buche, gleichbedeutend mit Rang fünf in der Jahresbestenliste des Winters in Europa. Mit einer schnelleren Zeit ging der DM-Titel über diese Strecke in der Halle zuletzt im Jahr 2002 weg, als Grit Breuer 51,49 Sekunden lief.

„Ich wusste, dass ich gut drauf bin, wenn ich mein Rennen mache“, sagte die für die LAC Erdgas Chemnitz startende Schwab nach dem Zieleinlauf. „Bei Deutschen Meisterschaften zählt in erster Linie der Meistertitel. Aber wenn noch eine Bestzeit dabei herausspringt, um so schöner.“ Die Nominierung für die EM Anfang März in Torun (Polen) ist nur Formsache. Dort will sich die Oberpfälzerin mit der europäischen Spitze messen. „Ich freue mich extrem auf diesen internationalen Start“, sagt Schwab. „Das wird eine spannende Erfahrung. Wenn es mir gelingt, hellwach zu sein, dann ist alles möglich.“

Corinna Schwab favorisiert

Amberg

Ein starker Sprint von Kevin Kranz, ein 6,70-Meter-Satz von Malaika Mihambo und Seriensiege der Kugelstoß-Routiniers Christina Schwanitz und David Storl. Das waren weitere Höhepunkte der Hallenmeisterschaften. Spürbar war aber auch eine gedämpfte Stimmung unter den Athleten. Als erste Spitzensportlerin der olympischen Kernsportart äußerte Ex-Weltmeisterin Schwanitz große Zweifel und Bedenken an einer Austragung der Olympischen Spiele in Japan. „Ich glaube nicht, dass Tokio stattfindet“, sagte die 35-Jährige. Laut Schwanitz hat der eine oder andere Sportler „übelst Angst vor Corona“. Da gehe die moralische Verantwortung bei jedem los: „Kann ich das mit meinem Gewissen vereinbaren, da überhaupt hinzufahren?“

Ungeachtet der schwierigen Lage lieferten viele Asse in der Helmut-Körnig-Halle ihre Leistungen ab. Mihambo hatte am Sonntag einige Probleme beim Anlauf und landete bei 6,70 Metern. Es war ihr vierter Titelgewinn nacheinander unterm Hallendach. Im Stabhochsprung entthronte Torben Blech mit 5,72 Metern seinen Leverkusener Clubkollegen Bo Kanda Lita Baehre. Schwanitz siegte unangefochten zum sechsten Mal. Die Weltmeisterin von 2015 blieb mit 18,87 Metern allerdings hinter ihrer Saisonbestleistung von 19,11 Metern zurück. Bereits zum achten Mal gewann David Storl (30) im Kugelstoßring mit 20,83 Metern. Für das Highlight des ersten Wettkampftages sorgte Kevin Kranz aus Wetzlar: Der 22-Jährige stellte mit 6,52 Sekunden den 60-Meter-Rekord von Julian Reus von 2016 ein.

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