22.04.2021 - 20:31 Uhr
AmbergSport

Corinna Schwab will mit der Staffel zu den Olympischen Spielen

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Der Weg nach Japan führt über Polen: Leichtathletin Corinna Schwab hofft auf ein Ticket für Tokio mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel. Die Chance dazu gibt es Anfang Mai bei der Staffel-WM.

Corinna Schwab beim Start-Training auf Gran Canaria. Vier Wochen lang bereiteten sich rund 30 Leichtathleten in einem Trainingslager auf die Olympia-Saison vor. Ein Schwerpunkt der 22-Jährigen aus Hiltersdorf war das Staffeltraining für die World Athletics Relays am ersten Mai-Wochenende in Polen.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Es geht nicht um Titel, Podestplätze und Rekordzeiten: Bei den World Athletics Relays am ersten Mai-Wochenende in Chorzów geht es für Corinna Schwab und die deutsche 4x400-Meter-Staffel um eine Fahrkarte für die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August). Die Tickets haben die ersten acht Mannschaften der Leichtathletik-WM von 2019 in Doha bereits in der Tasche. Deutschland war damals nicht am Start.

Zwei Jahre später gibt es jetzt in Polen eine neue Möglichkeit bei der inoffiziellen Staffel-WM: Für Japan qualifizieren sich die acht Mannschaften, die im Endlauf stehen. Sind darunter auch Staffeln, die bereits in Doha unter den besten Acht waren, rücken entsprechend viele Teams über die Zeit nach. "Unser Ziel ist es, in Tokio mit der 4x400-Meter-Staffel an der Startlinie zu stehen", sagt die 22-Jährige aus Hiltersdorf (Kreis Amberg-Sulzbach). "Wie wir das schaffen, mit welcher Platzierung, mit welcher Zeit, ist zweitrangig."

Schwab ist erst seit ein paar Tagen wieder zurück aus dem Trainingslager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes auf Gran Canaria. "Das gehörte zur Vorbereitung auf die Sommer-Saison, war aber schon auch darauf ausgelegt, bei der Staffel-WM schnell zu rennen." Die vier Wochen in Maspalomas seien ideal gewesen für die anstehenden Rennen, sagt die 22-Jährige, die für den LAC Erdgas Chemnitz startet: "Ich habe ja mitbekommen, dass es zu Hause sogar schneite. Wir hatten Temperaturen um die 23 Grad, ein angenehmes Klima und konnten gut trainieren."

Corona könnte Saison-Aus bedeuten

Immer unter Corona-Bedingungen. "Wir waren eine eigene Blase, hatten im Hotel einen eigenen Essensraum, waren im Stadion eigentlich nur für uns", erzählt Schwab. Regelmäßige Tests gehörten ebenfalls zum Hygienekonzept des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. "In den vier Wochen wurde ich bestimmt 15 Mal getestet. Vor dem Hinflug und dem Rückflug waren es jeweils PCR-Tests und zwischendurch Schnelltests." Das gehöre mittlerweile dazu, sagt die 22-Jährige, die die Regeln penibel einhalte. Aus guten Grund: "Jetzt Corona zu bekommen oder in Quarantäne zu müssen, bedeutet dann halt schnell mal auch ein Saison-Aus." Und das wäre gerade in einem Olympia-Jahr bitter.

Feinschliff in Brandenburg

Am Sonntag geht es für Schwab nun weiter nach Brandenburg ins Olympische Trainingszentrum nach Kienbaum. Dort steht der letzte Feinschliff an: Für sie und die ebenfalls für die 4x400-Meter-Frauen- Staffel und die Mixed-Staffel nominierten Athletinnen Nadine Gonska (MTG Mannheim), Laura Müller (LC Rehlingen), Karolina Pahlitzsch (LG Nord Berlin), Alicia Schmid (SCC Berlin), Hannah Mergenthaler (MTG Mannheim), Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß (VfL Oldenburg) und Luna Thiel (VfL Hannover). Am Samstag, 1. Mai, zählt es dann bei den Vorläufen, die Finals sind für den nächsten Tag angesetzt.

Die Bestzeit drücken

Mit der inoffiziellen Staffel-WM beginnen die entscheidenden Wochen für die amtierende Deutsche Meisterin über die 400 Meter mit Blick auf Olympia. Zunächst mit der Staffel, dann auch in Einzelrennen. Bis Ende Juni hat sie Zeit, die "Super-Norm" von 51,35 Sekunden zu erreichen. "Läuft man die, egal bei welchem Wettkampf, ist man automatisch qualifiziert." Schwabs Bestzeit liegt bei 51,70 Sekunden. "Die will ich auf alle Fälle noch drücken." Dazu müsse man aber gute Rennen erwischen, schnelle Wettkämpfe und gute Bedingungen. Bei zwei Rennen auf Gran Canaria "hatten wir nur Gegenwind, da ist das dann leider nicht machbar".

Chance über Weltrangliste

Erreicht sie die Norm-Zeit nicht, gibt es noch den Weg über die Weltrangliste. Coronabedingt werden für diese die Ergebnisse von 2019 ("da war ich verletzt und konnte nicht so viele Punkte sammeln") und 2021 ("da gab es ja noch nicht so viele Rennen") berücksichtigt, die Zeiten aus dem vergangenen Jahr fließen wegen Corona nicht mit ein. "Leider, da war ich ganz gut", sagt Schwab. Deswegen liegt sie relativ weit hinten. "Aber man kann sich sehr schnell nach vorne arbeiten."

Zunächst geht es jetzt aber darum, mit der Staffel bei den World Athletics Relays in Polen weit nach vorne zu kommen.

Corinna Schwab über ihren ersten Start bei einer Frauen-EM

Amberg
Hintergrund:

Das sind die World Athletics Relays

  • Leichtathletik-Wettkämpfe, die auch inoffizielle Staffel-Weltmeisterschaften genannt werden
  • Erstmals ausgetragen 2014, seit 2015 im Zwei-Jahres-Rhythmus
  • Im Rennprogramm sind die olympischen Staffeldistanzen 4x100- und 4x400-Meter sowie einige nicht-olympische Distanzen
  • Austragungsort der ersten drei Veranstaltungen war Nassau/Bahamas, 2019 dann Yokohama in Japan
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.