24.02.2020 - 16:53 Uhr
AmbergSport

Corinna Schwab: Die Ziele sind die Olympischen Spiele und die EM

Gold über 400 Meter im Einzel, Silber mit der 4x200-Meter-Staffel: Das Jahr 2020 beginnt für die Leichtathletin aus Hiltersdorf bei Amberg richtig gut. Noch besser soll es im Sommer laufen - in Tokio und in Paris.

Corinna Schwab sprintet über die 400 Meter in 52,65 Sekunden zur Goldmedaille. Für Olympia erhofft sie sich einen Startplatz in der 4x400-Meter-Staffel.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Mit ihrem Sieg über die 400 Meter bei den deutschen Hallenmeisterschaften hat Corinna Schwab aus Hiltersdorf zum ersten Mal die 53-Sekunden-Marke unterboten – ein wahrer Befreiungsschlag für die 20-Jährige, die für die LG Telis Finanz Regensburg startet und die beim TV Amberg ihre Leichtathletik-Karriere begann. 52,65 Sekunden benötigte sie bis zur Goldmedaille – eine Top-Zeit nach dem Jahr 2019, das sie selbst als "Seuchenjahr" bezeichnet. Eine Verletzung hatte sie ausgebremst, statt an der WM in Katar teilzunehmen, musste sie zu Hause bleiben. Umso größer ist der Wunsch, heuer so richtig durchzustarten. "Ich bin topfit und gesund", sagt Corinna Schwab. Ein Interview mit der Deutschen Meisterin über 400 Meter in der Halle und über ihre Zukunftsaussichten.

ONETZ: Einen Tag nach der Goldmedaille über die 400 Meter. Wie ist das Gefühl nach so einem Erfolg?

Corinna Schwab: Das ist schon ein bisschen unrealistisch, aber ich will mich auf diesem Erfolg nicht ausruhen. Es geht relativ zügig schon in den Sommer.

ONETZ: Sie haben vorab gesagt, bei einer Meisterschaft ist alles möglich. Haben Sie insgeheim mit dem Titel gerechnet?

Corinna Schwab: Ein Platz auf dem Podest war definitiv das Ziel. Ich wusste, dass ich extrem gut drauf bin. Ich habe meine Schnelligkeit über die 60 m und die 200 m nochmals verbessert. Auch das Training in der Woche davor hat sich richtig gut angefühlt. Darum wusste ich, dass ich schnell bin, mein Dinge mache und eine gute Chance habe, zu gewinnen. Aber man weiß nie, was die Konkurrenz macht. Laura Müller (Die Zweitschnellste, Anm.d.Red.) hätte auch nochmal einen raushauen können. Wenn sie auch an ihre persönliche Bestzeit heran gelaufen wäre, wären wir ziemlich gleich gewesen.

ONETZ: Sie sind in Top-Form, und zwei Medaillen an einem Wochenende sind nicht alltäglich. Da stellt sich natürlich die Frage: Machen Sie sich Hoffnungen, heuer an den Olympischen Spielen in Tokio teilzunehmen?

Corinna Schwab: Ich bin im Trainingsprozess, und ich weiß, dass ich noch härter trainieren muss. Ich denke Schritt für Schritt. Ich habe gezeigt, was jetzt schon relativ früh in der Saison möglich ist. Da muss alles zusammen passen, alle Faktoren, die für eine gute Zeit nötig sind. Irgendwann kommt der Lohn schon. Ob es diese Saison schon ist, hoffe ich natürlich. Ich weiß nicht, wie ich mich entwickle. Man hat so Sprünge, dann stagniert es wieder.

ONETZ: Mit Lohn ist Olympia gemeint, in der Staffel über 4x400 Meter?

Corinna Schwab: Ja. Die 4x200 Meter gibt es ja nur in der Halle, nicht im Freien. Man darf aber auch nicht die Europameisterschaften in Paris vergessen, nach den Olympischen Spielen. Die EM ist auch ein großes Ziel. Das geht ein bisschen unter, weil jeder nur von Olympia redet. Das sind zwei Großereignisse dieses Jahr. Darum möchte ich mich weiter verbessern und noch schneller rennen. Ich komme aber nur in die Staffel, wenn ich eine gute 400-Meter-Zeit habe.

ONETZ: Wie sind die Chancen für einen Start im Einzelrennen über 400 Meter in Tokio?

Corinna Schwab: Das ist schon sehr hoch gegriffen. Da muss schon sehr viel zusammen passen. Das sehe ich aber momentan als nicht sehr realistisch. Mein erstes Ziel ist, in die Staffel zu kommen.

ONETZ: Die Entscheidungen fallen am 6. und 7. Juni bei der deutschen Meisterschaft in Braunschweig?

Corinna Schwab: Ja, das ist der entscheidende Wettkampf. Ich will aber nicht daran denken und mir unbewusst Druck aufbauen. Im Winter hat es im Training bisher sehr gut geklappt. Was jetzt dann dabei herauskommt, da lasse ich mich überraschen.

ONETZ: Was steht als Nächstes an?

Corinna Schwab: Wir sind mit der Auswahl des Deutschen Leichtathletikverbandes ab 26. März für fünfeinhalb Wochen in Florida im Trainingslager. In den USA sind dann auch Ende Mai zwei Rennen geplant.

ONETZ: Wie lässt sich das mit Ihrem Studium vereinbaren?

Corinna Schwab: Ich bin am Olympia-Stützpunkt in Chemnitz, und die arbeiten hier mit der Universität zusammen. Das heißt, ich kann relativ flexibel meine Prüfungen verschieben. Da wird individuell auf mich eingegangen, das ist eine gute Kooperation.

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