19.04.2021 - 15:33 Uhr
AmbergSport

DJK Gebenbach und DJK Ammerthal sagen „Nein“ zum Verbandspokal

Bei einer Umfrage des Bayerischen Fußball-Verbandes stimmen die beiden Bayernligisten aus der Region gegen eine weitere Teilnahme am Pokal-Wettbewerb. Der SC Ettmannsdorf und der SV Mitterteich machen ihr Kreuzchen hingegen bei „Ja“.

In einem Flutlichtspiel am 25. September 2020 besiegte die DJK Ammerthal (links Marius Dimmelmeier, rechts Julius Hammer) den ASV Cham (am Ball Friedrich Lieder) mit 1:0 und qualifizierte sich für die zweite Runde im Toto-Pokal auf Verbandsebene. Gegner dort wäre Süd-Bayernligist FC Pipinsried gewesen. Doch dieses Spiel findet ebenso nicht statt wie die Partie SpVgg Ansbach gegen die DJK Gebenbach.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Die Bedenkzeit endete am Montag um 12 Uhr. Bis dahin sollten die Vereine der 2. BFV-Hauptrunde dem Bayerischen Fußball-Verband mitteilen, ob sie den Spielbetrieb im Toto-Pokal auf Verbandsebene fortsetzen wollen. „Wir wollen es nicht, wir steigen aus“, sagte Franz Wittich von der DJK Gebenbach. Es sei zweifelhaft, ob die bayerische Staatsregierung die Freigabe gebe, zusätzlich bräuchte es auch die Freigabe der örtlichen Behörden, erklärte der Sportliche Leiter des Bayernligisten weiter. „Wir wollen keinen Sonderstatus für uns, während alle anderen keinen Sport machen dürfen.“

Genau diesen Sonderstatus bräuchte es aber, um bei den aktuell geltenden Corona-Regelungen trainieren und spielen zu dürfen. Während der Bayerische Fußball-Verband (BFV) Anfang vergangener Woche erklärte, der Punktspielbetrieb sei „de facto“ beendet und ein Abbruch des Spieljahres unvermeidbar, existiert für die Fortführung des Verbandspokals zumindest auf dem Papier ein Plan. Voraussetzung für diesen ist das grüne Licht der Politik.

Freigabe „eher unwahrscheinlich“

Am vergangenen Dienstag beantragte der BFV beim bayerischen Innen- und beim Gesundheitsministerium „die Genehmigung für die Durchführung der anstehenden Spiele im BFV-Verbandspokal und die Freigabe für den damit in Verbindung stehenden Trainingsbetrieb für die jeweils teilnehmenden Mannschaften“. Dass es die Freigabe geben wird, schätzt der Verband selbst als „aktuell eher unwahrscheinlich“ ein. Und nicht nur die Ministerien müssten zustimmen, auch lokale Behörden wie Landratsämter und Gesundheitsämter.

Auch Roland Eckert ist skeptisch, ob die Staatsministerien dem Ganzen zustimmen. „Wenn hier ein Veto kommt, ist sowie alles hinfällig“, sagte der Vorsitzende des SV Mitterteich. So lange es aber eine theoretische Chance gebe, möchte der Landesligist versuchen, die Teilnahme durchzuziehen und meldete deswegen ein „Ja“ nach München.

„Wir haben die vorläufige Genehmigung des Landratsamtes, dass wir trainieren dürften. Wir haben eine Möglichkeit gefunden, wie wir die Tests in Eigenregie durchführen können, was auch vom Bayerischen Fußball-Verband akzeptiert wird. Dadurch entstehen auch deutlich weniger Kosten. Und auch die Spieler haben sich dafür ausgesprochen, weiterzuspielen“, zählte Eckert auf. „Wir haben uns jetzt erst mal eine Tür offengehalten. Ob und in welcher Form gespielt werden kann, wird sich zeigen.“

Die eigentlich noch 24 im Wettbewerb stehenden Teams von der Bayernliga abwärts würden nach dem Plan des BFV ab dem 1. Mai drei Teilnehmer für das Viertelfinale (11. Mai) ausspielen, in dem Türkgücü München als Sieger der Drittliga-Qualifikation bereits steht. Dazu kommen dann noch vier Regionalligisten, die einen eigenen Qualifikationswettbewerb austragen. Das Halbfinale ist für den 18. Mai vorgesehen, der bundesweite „Finaltag der Amateure“ am 29. Mai.

„Erhebliches Gesundheitsrisiko“

Der Zeitplan ist aus Sicht von Stefan Badura ein weiteres K.-o.-Kriterium. „Nach einem halben Jahr Pause müsste eigentlich fünf, sechs Wochen lang trainiert werden, um wieder vernünftig spielen zu können“, sagte der Vorstand Sport der DJK Ammerthal. „Wir sollen jetzt innerhalb von zwei Wochen spielen. Wie soll das funktionieren?“ Der Bayernligist meldete dem BFV ein „Nein“. Und begründete seine Entscheidung so: „Wir erwarten ein erhebliches Risiko für die Gesundheit unserer Spieler und Offiziellen (...). Wir als Verein haben eine Verantwortung für unsere Spieler und Offiziellen, die wir wahrnehmen werden.“

Auflagen kaum erfüllbar

Beim SC Ettmannsdorf war man in den vergangenen Tagen hin- und hergerissen. „Die Auflagen kann man kaum erfüllen“, sagte Abteilungsleiter Horst Hohler, andererseits sei es ein sportlich sehr interessanter Wettbewerb. „Deshalb würden wir den Aufwand auf uns nehmen“, erklärte der Fußballabteilungsleiter des Landesligisten, der das Kreuzchen bei „Ja“ machte.

Dass der Wettbewerb in der geplanten Form ausgespielt werden wird, kann sich Hohler nicht vorstellen: „Das ist zeitlich nicht möglich. Sie werden das genauso abbrechen müssen wie die Punkterunde, und einer der höherklassigen Vereine wird in der DFB-Pokal-Hauptrunde antreten dürfen.“ Trotzdem möchte der SC Ettmannsdorf nicht aus dem Pokal aussteigen: „Wir bleiben jetzt einfach mal dabei und schauen, was passiert.“

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Amberg
Hintergrund:

Toto-Pokal auf Verbandsebene

  • Voraussetzung ist die Genehmigung durch das bayerische Innenministerium und das Gesundheitsministerium
  • Spielbetrieb voraussichtlich vom 1. Mai bis 29. Mai 2021
  • Spiele vermutlich ohne Zuschauer
  • Regelmäßige Covid-19-Tests aller Spieler und Offiziellen im Trainings- und Spielbetrieb (mindestens ein Test pro Woche beziehungsweise maximal 24 Stunden vor jedem Spiel)
  • Bereitstellung einer Test-Infrastruktur durch einen externen Dienstleister
  • Testkosten (rund 1500 Euro) werden von den Vereinen getragen
  • Vereine, die den Spielbetrieb im laufenden Pokal-Wettbewerb nicht fortsetzen, erhalten einen Platz in der Qualifikationsrunde im Toto-Pokal 2021/22 sowie eine Sonderprämie aus dem Topf nicht ausgeschütteter Prämien

 

 

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