14.01.2021 - 17:14 Uhr
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Eishockey: Nur noch Freundschaftsspiele, alles andere „macht keinen Sinn“

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Acht von 15 Vereinen der Eishockey-Bayernliga haben kein Eis mehr – alles abgetaut, Halle dicht. Ganz abhaken will der Eishockeyobmann des Verbandes die Saison aber nicht. Das wäre das „falsche Signal“, erklärt Frank Butz.

Eis und Schnee liegt momentan nur vor dem Stadion, innen ist alles abgetaut. Für den ERSC Amberg ist die Saison schon länger beendet. Wie auch für viele andere Vereine der Eishockey-Bayernliga, die ihre Stadion geschlossen haben.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Der zweite Lockdown wurde bis zum 31. Januar verlängert. Das bedeutet, dass die seit dem 2. November 2020 bestehende Unterbrechung des gesamten Spielbetriebs des Bayerischen Eissportverbandes ebenfalls mindestens bis zu diesem Datum gilt.

„Wohlwissend, dass es immer unwahrscheinlicher wird, einen geordneten Ligaspielbetrieb für alle unsere Ligen durchführen zu können, erachten wir einen endgültigen Saisonabbruch zum jetzigen Zeitpunkt als das falsche Signal“, erklärt Obmann Frank Butz.

Obwohl viele Stadien in Bayern bereits endgültig für die Saison 2020/21 geschlossen sind, will Butz den restlichen Vereinen nicht die Möglichkeit nehmen, im Falle einer Lockerung zumindest den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen. „Wir werden den Vereinen sagen: Dann macht Freundschaftsspiele aus, wer möchte. Wir teilen dann Schiedsrichter ein. Alles andere macht keinen Sinn.“ Für die Clubs der Bayern- und Landesliga sieht Butz keine Chance mehr, Pflichtspiele auszutragen: „Rund 50 Prozent haben ja gar keine Eisfläche mehr zur Verfügung.“

Wenn er aber die Saison zum jetzigen Zeitpunkt komplett absagen würde, könnte der eine oder andere Betreiber sagen: „Dann sperren wir auch noch zu, dann findet gar nichts mehr statt. “ Das will Butz aber vermeiden, denn „einige würden nochmal hochfahren.“ Um eventuell den Kindern und Jugendlichen zumindest noch ein paar Wochen Training zu ermöglichen – dort, wo es noch geht. In Amberg geht nichts mehr, die Halle ist und bleibt geschlossen.

"Sport ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung!"

Frank Butz, Eishockeyobmann

Die Gesamtsituation im Eishockey hat Frank Butz veranlasst, bereits im Dezember einen Brief an die Politik zu schreiben. Hierin heißt es unter anderem: „Unsere 82, am offiziellen Spielbetrieb teilnehmenden, Mitgliedsvereine und ihre 410 Mannschaften liefern einen nicht unerheblichen Beitrag am gesellschaftlichen Leben. Sie werden ihrer sozialen Aufgabe mehr als gerecht. Das sollte auch so gesehen und honoriert werden. Nur habe ich langsam mein Zweifel, ob dies unsere politischen Entscheidungsträger überhaupt interessiert. Jedenfalls sind die getroffenen Maßnahmen der beste Weg, eine Sportart und deren Entwicklung um Jahre zurückzuwerfen.“ Butz schließt mit den Worten: „Sport ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung!“

Das Virus werde alle auch in der Saison 2021/22 begleiten. Damit ab dem Spätsommer ein geregelter Trainings- und Spielbetrieb möglich sei, sind alle – Politik, Verbände und Vereine – gefordert, jetzt die Weichen zu stellen: „Für unseren Sport kann es ein weiter so nicht mehr geben“, erklärt er.

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