07.10.2020 - 15:32 Uhr
AmbergSport

Elf Fragen an Miriam Geitner (TSV Theuern)

Die Stürmerin des TSV Theuern verrät in unserer Rubrik, warum es auf der Rückfahrt von einem Auswärtsspiel maximal eine Kiste Radler gibt – und nicht mehr.

Miriam Geitner ist Fußballerin des TSV Theuern und spielt in der Landesliga.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Miriam Geitner (24) spielt Fußball, seit sie sieben Jahre alt ist. Begonnen hat sie beim TSV Kümmersbruck. Zuerst bei den Jungs. In der E-Jugend dann in einer Spielgemeinschaft mit Theuern, fünf Mädchen und der Rest Jungen. Ihr Vater hat später eine Mädchenmannschaft gegründet, anfangs als JFG Kümmersbruck und jetzt spielt sie als Stürmerin beim TSV Theuern, als sich die JFG aufgelöst hat. Die 24-Jährige hat eine Ausbildung als Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung absolviert und arbeitet bei Conrad Electronic in Hirschau.

ONETZ: 1. Hatte das Wochenende in der fußballlosen Corona-Zeit schon eine Struktur?

Miriam Geitner: Man gewöhnt sich schon sehr schnell daran, auch etwas anderes zu machen als Fußball zu spielen. Und nicht vieles absagen zu müssen, denn bei den Entfernungen, die wir zu den Auswärtsspielen fahren müssen, geht schon mal ein Tag drauf. Ich fand es schon angenehm, aber es war auch schön, als Fußball wieder losging.

ONETZ: 2. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Miriam Geitner: Ein wirkliches Ritual habe ich nicht, aber beim Aufwärmen schaue ich schon, dass mindestens ein Ball ins Tor geht. Weil ich mich sonst nicht richtig aufgewärmt fühle. Ich bin Stürmerin und mache im Spiel den einen oder anderen Torschuss.

ONETZ: 3. Ihre Rückennummer ist die 2. Warum?

Miriam Geitner: Eigentlich spiele ich vorne, aber als ich angefangen habe bei den Jungs, war ich in der Abwehr. Die Nummer ist geblieben. Wenn die Trikots verteilt werden, bekomme ich immer die 2.

ONETZ: 4. Was ist das Gesprächsthema im Auto bei einem Auswärtsspiel?

Miriam Geitner: Das ist sehr unterschiedlich. Der neueste Tratsch und Klatsch. Wir fahren mit Kleinbussen zu den Auswärtsspielen, und oft singen wir laut mit. Von Schlager bis zu High-School-Musical-Liedern von früher. So Girlie-Musik. Jungs sind kein Thema, weil viele von uns vergeben sind.

ONETZ: 5. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Miriam Geitner: Das Entscheidungsspiel gegen Neusorg 2017, als wir in die Landesliga aufgestiegen sind. Wir waren punktgleich, und es gab ein Entscheidungsspiel. Wir haben 4:1 gewonnen, und ich habe zwei Tore geschossen. So etwas bleibt unvergesslich.

ONETZ: 6. Mit welchem Vergehen haben Sie die Mannschaftskasse bereichert?

Miriam Geitner: Tatsächlich habe ich noch nicht sehr oft zahlen müssen. Ich habe eher Angst bekommen, als der Trainer das Vergehen "Ball über den hohen Fangzaun hinter dem Tor" in den Strafenkatalog aufgenommen hat. Da dachte ich: Oh Gott, das kann schon mal passieren, wenn man den Ball direkt nimmt. Das kostet einen Euro, bisher bin ich verschont geblieben. Aber die eine oder andere Mitspielerin hat da schon drüber geschossen. Das ist recht lustig, weil dann alle lachen und sagen: Mannschaftskasse!

ONETZ: 7. Was war der dümmste Kommentar, den Sie je auf oder abseits des Spielfeldes zum Thema Frauenfußball gehört haben?

Miriam Geitner: "Frauen gehören an den Herd und nicht auf den Fußballplatz." Das hat ein nicht mal so älterer Herr gesagt. Ich fand das schon ziemlich unverschämt. Frauenfußball ist zwar ein bisschen anders, aber nicht unbedingt schlechter.

ONETZ: 8. Welche Musik läuft bei Euch in der Kabine?

Miriam Geitner: Vor dem Spiel motivierende Lieder zur richtigen Einstimmung. Zum Beispiel von "Kontra K" der Song "Erfolg ist kein Glück". Nach dem Spiel Musik zum abdancen. Je nachdem, wie das Spiel ausgegangen ist. Mit der Apple Watch werden die Lieder weitergeschaltet, die für gute Laune sorgen.

ONETZ: 9. Sara Däbritz oder Alexandra Popp? Wer ist Ihr Vorbild?

Miriam Geitner: Sara Däbritz natürlich. Wenn man schon einmal jemanden aus der Nachbargemeinde hat, der so erfolgreich Fußball spielt. Ich finde das cool und bewundernswert. Ich habe sogar mal in der Schulmannschaft gegen sie gespielt. Ich war am Max-Reger-Gymnasium, sie an der Dr.-Johanna-Decker-Schule. Das Ergebnis weiß ich aber nicht mehr.

ONETZ: 10. Was darf in der Fußballtasche nicht fehlen, was ist immer dabei?

Miriam Geitner: Eindeutig Tempos, weil die Nase immer läuft. Jede Zweite frägt: Hat jemand von euch Tempos? Das ist bei uns ganz schlimm. Früher musste der Trainer immer zwei oder drei Packungen Tempos in der Tasche haben, weil schon beim Dehnen alle zu ihm hingelaufen sind und gefragt haben: Hast du ein Tempo? Und Ersatzhaargummis müssen auch immer in der Tasche sein, weil es ziemlich uncool ist, wenn man lange Haar hat und mit offenen Haaren spielen muss.

ONETZ: 11. Was trinkt Ihr nach einer Niederlage, was nach einem Sieg?

Miriam Geitner: Bei uns wird sehr selten Alkohol getrunken. Bei einem Auswärtsspiel spendiert vielleicht jemand eine Kiste Radler, maximal ein Kiste. Aber das ist eher nicht gut, weil sich dann der Trainer die ganze Zeit aufregt, da wir ständig auf die Toilette müssen und er anhalten muss.

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