14.09.2020 - 17:53 Uhr
AmbergSport

Vor dem Neustart im Fußball: "Wir haben bei allem etwas Bauchweh"

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Der TSV Theuern ist gerüstet für den Fußball-Ligenbetrieb in Coronazeiten: Das Hygienekonzept steht, in den Duschen hängen jetzt Trennvorhänge, das Sportgelände ist in Zonen eingeteilt. Ein großes Problem gibt es aber noch.

Eine Kinder-Spritzpistole und eine alte Cola-Flasche hintendran, gefüllt mit Desinfektionsmittel: Theuerns Vereinsvorsitzender Christian Schrott demonstriert, wie mit der Spritze zum Beispiel die Torpfosten desinfiziert werden. Ebenso die Hütchen im Training, und noch einige andere Dinge. Die Fußbälle werden mit Tüchern abgewischt.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

"Wir haben bei allem etwas Bauchweh", sagt Christian Schrott, der Vorsitzende des TSV Theuern, kurz vor dem Wiederbeginn im Amateurfußball. Denn alles ist noch blanke Theorie, am kommenden Wochenende wird sich zeigen, wie alles in der Praxis klappt. Der größte Bauchweh-Verursacher: die Anstoßzeit. Denn Kreisvorsitzender Albert Kellner hatte vorgegeben, dass zwischen zwei Spielen eine Pause von zwei Stunden gemacht werden solle - zum Reinigen der Umkleiden und Duschen. "Dann kann man ohne Flutlicht zwei Spiele pro Tag machen, mit Flutlicht drei", erklärt Schrott.

Um 10 Uhr Spiel Nummer eins, um 11.45 Uhr Ende. Zwei Stunden Pause, dann beginnt Partie Nummer zwei um 13.45 Uhr bis 15.30 Uhr. Dann wäre Anpfiff von Spiel drei um 17.30 Uhr. "Dann kommt man schon in einen Bereich, in dem man Flutlicht braucht, spätestens ab Oktober", erklärt Christian Schrott.

Ein Alternativ-Vorschlag

Der Vorschlag des TSV Theuern: "Ganz eng den Spielbeginn legen. Die Spieler, die fertig sind, gehen auf der einen Seite vom Platz, die anderen, die anfangen, kommen von der gegenüberliegenden Seite auf den Platz." Vier Kabinen stehen beim TSV zur Verfügung, von denen zwei die Mannschaften, die spielen, nutzen können - die anderen werden in dieser Zeit gereinigt.

"Es muss ein drittes Spiel möglich sein, wir haben am ersten Wochenende sieben Spiele. Damen, Jugend und Herren", sagt der TSV-Vorsitzende. "In den Testspielwochen haben wir dieses Konzept auf Herz und Nieren geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass dies die beste Lösung ist. Zumindest für unsere Kabinensituation", erklärt Bernhard Müller, der Trainer der Landesliga-Damenmannschaft.

Alles andere hat der TSV Theuern im Griff. Zwei umgebaute Kinder-Spritzpistolen dienen zum Desinfizieren von Flächen. "Der eine oder andere macht sich einen Spaß daraus, und übt Zielschießen. Das ist natürlich nicht Sinn und Zweck der Spritzpistole", erklärt der Damen-Trainer. Aber: "Mit der spielerischen Komponente wird das Desinfizieren deutlich ernster genommen als vorher", sagt Müller.

Drei Zonen

Das Areal ist in drei Zonen eingeteilt: Zone 1 ist das Spielfeld und der Coaching-Bereich, Zone 2 beinhalten den Zugang zum Sportgelände, die Kabinen und "alles, wo sich Spieler und Schiedsrichter aufhalten", sagt Schrott. In Zone 3 werden sich die Zuschauer aufhalten. "Bei uns passen rund hundert Personen in diese Zone."

Drei variable Duschwände hängen an der Decke, so dass vier Spieler/innen gleichzeitig duschen können. Es dürfen auch nur vier gleichzeitig rein, alle anderen müssen draußen warten. "Wir haben richtige Fenster hier drinnen, so dass wir lüften können", erklärt Schrott. "Der Letzte, der rausgeht, soll aufmachen, dann zieht es durch", sagt Müller. Einfach und praktikabel.

Ohne Maske

Die Auswechselbänke wurden deutlich verlängert, mit Kabelbindern sind Pylonen befestigt worden. "Das funktioniert echt gut, die Spielerinnen rutschen nicht mehr zusammen und halten die Abstände ein", erläutert Müller. Ohne Maske! "Wenn wir die Abstände nicht halten könnten, dann müssten sie hier mit Maske sitzen."

Mit QR-Code und App werden die Zuschauer registriert.
Der Duschraum mit drei Trennwänden.
Pylonen auf den Ersatzbänken sorgen für Abstand.

Der eine oder andere macht sich einen Spaß daraus, und übt Zielschießen.

Bernhard Müller über die Desinfektions-Spritzpistole

Bernhard Müller über die Desinfektions-Spritzpistole

Hintergrund:

Eine kostenlose App zur Zuschauererfassung

Christian Schrott hat die Corona Presence App geladen, die die Firma Makrolog AG kostenlos zur Verfügung stellt. "Wir hoffen, dass es mit der App leichter und einfacher ist, die Zuschauer zu registrieren. Mit Zetteln wollten wir nicht herumgehen", erklärt der Vorsitzende des TSV Theuern. Auf DIN-A4-Seiten wird ein QR-Code ausgedruckt. "Die Leute scannen mit ihrem Smartphone den QR-Code ein. Dann öffnet sich ein Fenster, hier werden Name und Telefonnummer eingetragen", erklärt Schrott. Falls jemand kein Smartphone besitzt, übernimmt einer vom Verein die Aufgabe mit seinem Handy. "Die Daten haben nur wir, aus Datenschutzgründen. Sie werden zwei Wochen gespeichert und dann gelöscht, wenn sie nicht benötigt werden." Für den TSV Theuern die beste Lösung, es technisch zu lösen ohne viel Papierkram", ergänzt Trainer Bernhard Müller.

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