26.05.2021 - 16:37 Uhr
AmbergSport

FC Amberg in der Landesliga: Vier neue Spieler und Crowdfunding-Aktion

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Der FC Amberg steigt in die Landesliga auf. Unspektakulär, wegen der Quotientenregel. Aber auch "verdient", wie Trainer Karl-Heinz Wagner sagt. Nicht nur dafür braucht der Verein Geld - und weiß auch schon, wie er das sammeln will.

Das erste Mal komplett auf dem Platz nach einer halben Ewigkeit: Trainer Karl-Heinz Wagner (hinten) ist voll dabei und dirigiert die Spieler des FC Amberg.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Für Trainer Karl-Heinz Wagner kam der Aufstieg des FC Amberg in die Fußball-Landesliga nicht überraschend: "Nachdem der Paragraf 93 vergangenes Jahr modifiziert wurde und wir unser Spiel gegen den SC Luhe-Wildenau gewonnen hatten, war klar: Wir sind von der Quote her die bessere Mannschaft", sagt Wagner.

"Eine andere Meisterschaft"

Er hätte zwar das Ganze lieber sportlich geklärt als über die Quotientenregel, weil es dann eine "andere Meisterschaft" gewesen wäre - aber eine Meisterfeier hätte es wegen Corona eh' nicht gegeben. "Die Jungs haben sich das verdient, deswegen freut mich das", sagt Wagner zum Aufstieg seiner Truppe. Ob diese dann in der Saison 2021/22 in der Landesliga bestehen kann, bleibt noch offen: "Das werden wir sehen." Denn finanziell sieht es beim FC Amberg nicht allzu rosig aus, deswegen halten sich Verstärkungen eher in Grenzen.

"Wir werden ab dem 15. Juli eine dreiwöchige Crowdfunding-Aktion starten. Die Summe, die wir zusammenbringen wollen, ist noch offen", sagt Teammanager Matthias Schmien. Bis dahin müsse noch einiges vorbereitet werden, die Aktion laufe dann über die gleiche Plattform, über die auch der Eishockey-Oberligist EV Weiden Geld eingesammelt hatte. "Corona-bedingt haben sehr viele Sponsoren die Verträge gekündigt, wir haben Mitglieder verloren. Wir brauchen das Geld", erklärt Schmien. Denn der FC Amberg verfügt aktuell nur noch über fünf Juniorenmannschaften - eine U19, U17, U15, U13 und eine U12. "Wir wollen auch bei der Jugend von unten wieder auffüllen. Eine U10 und so weiter. Wir brauchen Trainer, die Ausrüstung."

Ungeachtet dessen kann Trainer Karl-Heinz Wagner schon vier Neuzugänge vermelden, mit Michael Heisig (29) kommt ein Landesliga-erfahrener Torwart, der jahrelang beim SV Etzenricht im Kasten stand. Dessen Pass liegt bei der DJK Gebenbach, dort kam er aber nicht zum Einsatz. Ein paar Details sind bei seiner Verpflichtung noch zu klären. "Wir mussten ja in dieser Saison öfter mal unseren Torwarttrainer aufstellen. Michael Heisig ist mit seinen knapp 30 Jahren ideal für uns. Er ist im besten Saft", erklärt Wagner. Mit Manuel Baumgärtner (21) und Manuel Donhauser (22) stehen Wagner zwei junge Torleute zur Verfügung. Maximilian Witzl (24) kommt vom Kreisligisten 1. FC Neukirchen, ist mit 15 Treffern der Torjäger. "Er hat Neukirchen nach oben geschossen. Von ihm erhoffe ich mir, dass er versucht, die große Lücke, die Martin Popp hinterlässt, zu kompensieren", erklärt Wagner. "Er hat bei der SpVgg SV Weiden eine gute Ausbildung genossen, war aber dann verletzt und will jetzt wieder ein bisschen höher spielen."

Kapitän will aufhören

Fabian Göbl (24) hat bisher in der Bezirksliga Nord beim TSV Detag Wernberg im Mittelfeld gespielt und wohnt in Lintach. "Ein sehr guter Linksfuß, auch ein Wunschspieler wie Witzl. Er kann uns weiterhelfen", so Wagner. Philipp Götz (23) kommt vom SV Raigering und hat dort bereits in der Landesliga gespielt. "Ich bin froh, dass der Kader damit etwas breiter wird und wir wieder Alternativen haben", erklärt der FC-Trainer. Denn neben Martin Popp stehen zwei weitere Abgänge fest. Jakob Hüttner wechselt zum 1. FC Schlicht, der bereits vom SV Mitterteich Torjäger Stefan Meisel verpflichtet hatte - "den hätte ich auch gerne gehabt", sagt Wagner. Aber die begrenzten finanziellen Mittel des FC Amberg sprachen dagegen. Was die Mannschaft vermutlich heftig treffen wird, ist der Abgang des bisherigen Kapitäns Heiko Giehrl (30), der seine Karriere beenden will. "Ein schwerer Verlust. In der Bezirksliga hätte er eventuell noch eine Saison drangehängt. Nach Ensdorf fahren wir 20 Minuten, nach Neukirchen Heiligen Blut sind es eineinhalb Stunden", zählt Wagner die Gründe auf. "Ich will ihn nochmal kontaktieren. Aber zu 95 Prozent hört er auf. Leider."

Zwei Comeback-Kandidaten

Der Trainer des FC Amberg hofft, dass einige bisher länger Verletzte wieder zurückkehren. Alex Greger zum Beispiel, der es wieder wissen will. Roman Reinhardt ist ebenfalls ein Kandidat fürs Comeback nach einem Kreuzbandriss. "Wir haben auch ein paar junge Spieler, wie Gökay Dogan und Anil Kilic", nennt Wagner weitere Hoffnungsträger. Marco Helleder hat schon beim FC Amberg gespielt, aber zwei Jahre pausiert. "Er hat Interesse gezeigt, und war hier in der Jugend einer der stärkeren Spieler."

21 Feldspieler, drei Torleute

Zusätzliche Verpflichtungen sind nicht ausgeschlossen, hängen auch von den finanziellen Mitteln ab. Bisher verfügt Karl-Heinz Wagner über einen Kader von 21 Feldspielern und drei Torleuten. "Die genügen normalerweise, aber von den 21 sind vier dabei, die haben noch kein Landesliganiveau. Die müssen sich noch entwickeln." Wagner hat Vorbereitungsspiele geplant: Sonntag, 20. Juni, 15 Uhr beim SV Etzenricht; Donnerstag, 24. Juni, 19 Uhr gegen SV Raigering; Samstag, 26. Juni, gegen ASV Neumarkt (beide Ort noch offen); Samstag/Sonntag 3./4. Juli Turnier in Gebenbach; Samstag, 10. Juli, gegen SV Lauterhofen.

"Corona-bedingt haben sehr viele Sponsoren die Verträge gekündigt, wir haben Mitglieder verloren. Wir brauchen das Geld."

Matthias Schmien, Teammanager des FC Amberg

Matthias Schmien, Teammanager des FC Amberg

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Amberg
Hintergrund:

Crowdfunding

  • eine Vielzahl von Geldgebern – die Crowd – unterstützt mit kleinen Summen ein Projekt, eine Art Schwarmfinanzierung
  • "Alles oder nichts“-Prinzip. Man erhält die Spenden nur, wenn das zuvor festgelegte Ziel erreicht wurde. Wenn nicht, bekommen alle Unterstützer ihr Geld zurück
  • In der Anfangszeit des Crowdfunding wurden hauptsächlich Projekte im Bereich Soziales, Kunst, Musik, Film oder Literatur finanziert
  • Eishockey-Oberligist hat 2018 mit Crowdfunding-Aktion 113 869 Euro gesammelt

 

 

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