Amberg
09.06.2022 - 14:57 Uhr
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Kein Wort zum Sport: Gerd Spies (Volleyball)

Der langjährige Teammanager des Volleyball-Regionalligisten VC Amberg verrät, warum er gerne zwei Meter groß wäre und warum er seine Frau zur Vizekanzlerin machen würde.

Früher Fußballer, zwischendrin auch mal Tennistrainer und in den vergangenen Jahren "Macher" im Volleyball: Gerd Spies hält symbolisch einen Volleyball, Tennisball und einen Fußball. Archivbild: Spies/exb
Früher Fußballer, zwischendrin auch mal Tennistrainer und in den vergangenen Jahren "Macher" im Volleyball: Gerd Spies hält symbolisch einen Volleyball, Tennisball und einen Fußball.

Es war ein frotzelnder Satz, der so richtig saß. Bei seinem ersten Treffen mit Kollegen zum Lehrer-Volleyball an der neuen Schule, dem Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Schwandorf, wurden die Netzangriffe und Abwehraktionen von Gerd Spies mit einem süffisanten „Wieder ein Sportlehrer, der nicht Volleyballspielen kann“, kommentiert. „Das hat mich angespornt“ erinnert sich der heute 71-Jährige, der das nicht auf sich sitzen lassen wollte und in den kommenden Wochen und Monaten „heimlich“ trainierte: Bei Volleyball-Legende Kurt Eichhorn am Max-Reger-Gymnasium in Amberg, er als damals 30-Jähriger in einer Gruppe von 14- und 15-jährigen Schülern.

Damals, 1979, spielte Gerd Spies noch Fußball, war als Mittelstürmer des 1. FC Schwandorf gerade Torschützenkönig in der Landesliga geworden und vom 1. FC Amberg verpflichtet. Ein Jahr spielte er für den Bayernligisten, ehe er Spielertrainer des TuS Schnaittenbach wurde und später auch den FC Schwandorf, TV Wackersdorf, FC Maxhütte-Haidhof und ASV Haselmühl trainierte.

Seine sportliche Leidenschaft gehörte aber zunehmend dem Volleyball. Er wurde Abteilungsleiter beim SC Ettmannsdorf, gründete später den VC Schwandorf, der seit gut 20 Jahren Partnerverein des CFG-Gymnasiums ist, wo er das Projekt „Schule und Verein“ initiierte. Zusammen mit seiner Frau Thea, ebenfalls Lehrerin am CFG, trainierte er über viele Jahre Mädchenteams. Einer der größten Erfolge: „Eine Gruppe von Mädchen fing in der 5. Klasse an, Volleyball zu spielen. Im zweiten Jahr starteten sie in der Kreisklasse und sind dann sechsmal hintereinander aufgestiegen bis in die Bayernliga. Als Schulteam haben sie sich für das Bundesfinale in Berlin qualifiziert.“

In den vergangenen Jahren kümmerte sich Spies um einen „weißen Fleck auf der Volleyball-Landkarte“: Amberg. 2015 sorgte er mit dafür, dass der VC Amberg in der Bayernliga starten konnte, kümmerte sich um Organisation, Finanzierung und Betreuung der Mannschaft. Dass sich in Amberg im Volleyballsport wieder etwas tut, die Männermannschaft zuletzt in der Regionalliga spielte, dass sich der VC Amberg gewandelt hat zu einem leistungsorientierten Verein mit sehr guter Nachwuchsarbeit und im Sportpark am Schanzl mittlerweile eine Beachanlage mit sechs Feldern steht, ist auch sein Verdienst. Trotzdem zieht sich Spies nach sechs Jahren als Teammanager nun zurück: Die organisatorischen Aufgaben sollen jetzt Jüngere übernehmen. In den Ruhestand geht er deswegen aber nicht: Künftig werde er sich wieder mehr in Schwandorf einbringen, verrät er. „Ich steige wieder mehr in die Jugendarbeit ein.“ Es ist bisschen ein Schritt zurück in Zeiten, als ein frotzelnder Satz aus einem Fußballer einen Volleyballer machte.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Gerd Spies: In unserem Holzhaus in Kümmersbruck!

ONETZ: Über was können Sie so richtig lachen?

Gerd Spies: Mr. Bean finde ich immer noch zum Schreien, auch wenn ich die meisten Sketche schon kenne. Dieser trockene britische Humor, diese perfide Kreativität, mit der er seine Zeitgenossen ärgert – einfach genial!

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?

Gerd Spies: Franz Beckenbauer! Ich habe seine Leichtigkeit bewundert, mit der er immer mit dem Ball umging. Der Ball war sein „Freund“.

ONETZ: Was war Ihr erstes Auto?

Gerd Spies: Ein VW Karmann Ghia Cabriolet, 34 PS! Hart verdient durch 3 Monate Arbeit auf dem Bau in den Semesterferien. Damit mindestens fünf Mal täglich über den Marktplatz fahren, der damals nicht autofrei war, war Pflicht. Nachdem ich einmal im tiefsten Winter unbedingt mit offenem Verdeck fahren musste, war allerdings das Auto nicht mehr wasserdicht.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Gerd Spies: Mit Clemens Wickler, Vizeweltmeister im Beachvolleyball! Er muss ein sehr lockerer Typ sein, ist ein unheimlich talentierter Beachvolleyballer.

ONETZ: Hotel oder Campingplatz? Berge oder Meer? Wie sieht der perfekte Urlaub für Sie aus?

Gerd Spies: Sowohl als auch! Im Winter im Hotel in den Bergen im Skiurlaub, im Sommer mit dem Wohnmobil am Strand.

ONETZ: Mit 1 Million Euro würde ich …

Gerd Spies: ...die besten Volleyballer nach Amberg holen und gegen die Recycling Volleys, dem aktuellen Deutschen Meister aus Berlin, Deutscher Meister werden.

ONETZ: Welches Buch lesen Sie zurzeit?

Gerd Spies: „Überleben im Ruhestand“ von Peter Butschkow. Ich will endlich erfahren, was „Ruhestand“ mit „Ruhe“ zu tun hat.

ONETZ: Wenn Sie sich ein Talent aussuchen könnten, welches wäre das?

Gerd Spies: Zuspieler im Volleyball! Mit zwei Meter Körpergröße, einem Meter Sprungkraft und einem feinen Händchen zum Pritschen.

ONETZ: Welchen Satz hassen Sie am meisten?

Gerd Spies: „Ich schaffe es heute nicht ins Training!“ oder „Ich bin raus!“

ONETZ: Sie sind für einen Tag Bundeskanzler. Was ist Ihre erste Amtshandlung?

Gerd Spies: Meine Frau zur Vizekanzlerin erklären! Ohne sie läuft nichts!

ONETZ: Würden Sie mit einer Zeitmaschine lieber in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen?

Gerd Spies: Natürlich in die Vergangenheit! Meine Knorpelschäden in den Knien werden ja nicht besser. Die Studentenzeit ist die schönste Zeit im Leben. Das weiß man aber erst, wenn sie vorbei ist.

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Weiden in der Oberpfalz09.06.2022

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