12.05.2020 - 20:13 Uhr
AmbergSport

Leichtathleten wieder in den Startblöcken

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Endlich wieder auf der Laufbahn, endlich wieder den Speer in der Hand: Die Leichtathletik profitiert nach achtwöchigem Stillstand von den Lockerungen im Sport. Abstand und Hygiene sind aber wichtig.

In kleinen Gruppen haben die Leichtathleten des TV Amberg ihr Training wieder aufgenommen. Auch andere Leichtathletikvereine in der Region proben in diesen Tagen den Restart.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Seit Montag ist es den Leichtathletikvereinen in Bayern erlaubt, den Trainingsbetrieb im Freien wieder aufzunehmen. Allerdings: Es gelten strenge Hygiene- und Abstandsvorschriften. Ein Verein, der schnell auf die neue Situation reagiert, ist der TV Amberg. "Wir haben am Montag mit vier Kindern ein erstes Testtraining absolviert", berichtet Hermann Müller. "Die Kids waren diszipliniert, das hat prima funktioniert." So gut, dass beim TV Amberg ab sofort wieder Stoppuhren und Weitenmesser zum Einsatz kommen. "Die Vorfreude ist bei allen groß", erklärt der Leichtathletik-Spartenleiter.

Wichtig: Desinfektion

Der TV Amberg hält sich bei der Rückkehr auf den Trainingsplatz strikt an die Richtlinien, die der Bayerische Leichtathletikverband auf seiner Homepage veröffentlicht hat. Und die sind nicht "ohne". So darf beispielsweise jede Trainingsgruppe nur fünf Teilnehmer (inklusive Trainer) umfassen, Mindestabstände von 1,50 Meter müssen während der gesamten Übungseinheit eingehalten werden, Trainingsgeräte dürfen nicht von mehreren Sportlern benutzt werden. "Der Aufwand, um die Auflagen zu erfüllen, ist enorm", weiß Müller.

Das Konzept des TVA sieht so aus: Jeweils Dienstag, Donnerstag und Freitag sind Trainingseinheiten angesetzt. Um 16 Uhr geht es für die ersten drei Gruppen auf dem Sportgelände des FC Amberg los. "Fünf Minuten vorher werden die Kinder am Eingang abgeholt", erklärt Müller. Die Übungsstationen sind zu diesem Zeitpunkt bereits aufgebaut, jede Einheit darf laut den staatlichen Vorgaben höchstens eine Stunde dauern. Dann heißt es, die Trainingsgeräte zu desinfizieren und schnell Platz zu machen. "Um 17.15 Uhr und 18.30 Uhr geht's jeweils weiter mit den nächsten drei Gruppen", sagt Müller. Am Ende des Tages will der TV Amberg im Optimalfall 36 Kindern ein Leichtathletiktraining ermöglicht haben. "Für unsere Trainer ist das viel Arbeit. Aber sie schaffen das."

Laufsport: Absage des OVL-Cups

Weiden in der Oberpfalz

Auch in der Wurf-Hochburg Wiesau ist die Zwangspause zu Ende. Die Leichtathletikabteilung des TB Jahn will mit drei Gruppen ab sofort wieder durchstarten. Dabei wird sich zeigen, ob alle ihre Hausaufgaben erledigt haben. "Das war zwar nur ein Lückenfüller. Aber jeder hatte für die vergangenen Wochen einen Plan bekommen, um sich daheim fit zu halten", erzählt Gerd Priemer. Der Vorsitzende ist froh, dass sich seine Athleten endlich wieder auf einer Sportanlage austoben können: "Das Training ist ja auch gut für die Motivation." Die Einhaltung der Vorschriften hält Priemer dabei für "machbar".

Bayerische Leichtathletik: Die Vorgaben für die Aufnahme des Trainingsbetriebs

In der Verantwortung

Noch nicht am Start steht dagegen der TV Vohenstrauß. "Natürlich machen wir uns Gedanken darüber, wie und wann wir mit dem Training beginnen können", meint Abteilungsleiterin Angelika Ingel. Das Ganze sei jedoch eine "diffizile Geschichte". Der Verein trage eine große Verantwortung und werde ein den Richtlinien entsprechendes Konzept erarbeiten. "Das Ganze muss Hand und Fuß haben." Derzeit laufen Gespräche mit der Stadt Vohenstrauß, um im Sportzentrum ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung zu haben. Auch müsse ein Belegungsplan für das Sportgelände erstellt werden. Ingel: "Andere Sportarten drängen ja auch nach draußen." In den nächsten Tagen will der Verein den Eltern mitteilen, unter welchen Voraussetzungen das Training möglich sein wird. "Sprint, Weitsprung und Ballwurf sollten gut gehen", glaubt Ingel. "Bei Hochsprung bin ich skeptisch." Wenn alles organisatorisch geregelt ist, könnte nächste Woche der Startschuss fallen. "Wir betreiben den Aufwand gerne", sagt Ingel. "Alle wollen, dass es wieder losgeht."

Zu frischen Taten bereit wäre man auch beim SC Eschenbach. „Leider hat das Landratsamt noch kein grünes Licht gegeben“, sagt Hannelore Ott. Die Spartenleiterin hofft, dass die Genehmigung aber demnächst erfolgt. „Dann würden wir am Samstag die erste Trainingseinheit abhalten.“ Vorher werden die SC-Übungsleiter aber noch eine Organisationsbesprechung auf der Gymnasium-Sportanlage abhalten. „Damit wir auch wirklich alle Vorschriften erfüllen können.“ Rund 40 Kinder und Jugendliche sind in der Leichtathletikabteilung des SCE aktiv. Viele von ihnen können es gar nicht mehr erwarten, bis sie wieder laufen, werfen und springen dürfen. „Ich erhalte ständig Anrufe“, berichtet Ott. „Die wollen alle wissen, wann wir endlich wieder anfangen.“

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.