16.12.2020 - 16:44 Uhr
AmbergSport

Kein Wort zum Sport: Nicky Marquard

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In unserer wöchentlichen Rubrik verrät die Tennistrainerin des TC Amberg am Schanzl, was eine Crème brûlée unwiderstehlich macht und warum sie gerne mal Matthew McConaughey treffen würde.

Nicky Marquard.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Arzthelferin, Pädagogin, Qigong-Lehrerin, Yoga-Lehrerin, Mediatorin, Trainerin der Heidelberger Ballschule („Kindersportprogramm für alle“), Tennistrainerin – alleine die Liste der Berufe und Tätigkeiten zeigt, wie viel Energie in Nicky Marquard steckt. Geboren in Darmstadt wuchs sie mit fünf Schwestern auf, ihre Eltern ermöglichten jedem Kind zwei Hobbys. Ihre zwei: Tennis und Leichtathletik. Ihre eigene Sportkarriere stellte sie zurück, als Vater und Mutter schwer erkrankten, später wegen der Kinder. Schließlich entschloss sie sich zur Selbstständigkeit als Tennistrainerin. Seit April 2019 ist die 48-Jährige in Amberg und leitet zusammen mit Didi Fahlke die „Tennisbase am Schanzl“ mit mittlerweile rund 200 Schülern.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Nicky Marquard: Ich komme aus Hessen, habe mehrere Jahre in Singapur gelebt und bin jetzt seit eineinhalb Jahren in Amberg. Hier fühle ich mich sehr wohl, hier fühle ich mich zu Hause und hier möchte ich auch bleiben.

ONETZ: Was sind Ihre persönlichen Stärken?

Nicky Marquard: Meine persönliche Stärke ist meine Motivation – und meine Motivationsfähigkeit. Ich liebe es einfach, Leute mitzureißen und liebe meine Arbeit über alles.

ONETZ: Was war Ihr größter Fehler?

Nicky Marquard: Vielleicht, dass ich sehr offen bin. Es gibt immer wieder Menschen, die dich, wenn du so offenherzig bist, auch verletzen. Trotzdem trete ich jedem immer wieder mit der gleichen Offenheit entgegen.

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?

Nicky Marquard: Steffi Graf natürlich. Und Ulrike Meyfarth, die Hochspringerin.

ONETZ: Was war Ihr schlimmster/bester Schulstreich?

Nicky Marquard: Ich war ultra-gut in Sport und dadurch in jeder Schulmannschaft. Da musste ich mich natürlich immer benehmen, weil ich öfter schulfrei brauchte für die Wettkämpfe. Wir hatten aber auch wirklich coole Lehrer, die viel mit uns gemacht haben. Da gab es keine Streiche.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Nicky Marquard: Matthew McConaughey! Den finde ich ultracool und sehr attraktiv. Er hat eine ganz tolle Oscar-Rede gehalten, die mich sehr inspiriert hat. Sinngemäß mit dem Motto: Versuche, jeden Tag eine bessere Version von dir selbst zu sein. Ich habe tatsächlich mal gedacht, ich hätte ihn im Auto gesehen, als ich meinen Sohn in Los Angeles besucht habe. Vielleicht wird es ja jetzt was mit einem Kaffee, wenn er das liest ... (lacht)

ONETZ: Welchen Satz hassen Sie am meisten?

Nicky Marquard: "Geht nicht", oder "wie sollen wir das schaffen". Geht nicht, gibt's nicht! Es geht immer. Negative Sätze mag ich gar nicht.

ONETZ: Was haben Sie sich von Ihrem ersten Gehalt/Ihrer ersten Siegprämie gekauft?

Nicky Marquard: Mit elf Jahren bin ich Bezirksmeisterin geworden bei einem Lauf, und da gab es einen Gutschein von einem Sportgeschäft. Damit habe ich meinem Papa Handschuhe gekauft. Er hat mich immer begleitet, zu jedem Wettkampf, zu jedem Event.

ONETZ: Bei welcher Nachspeise können Sie einfach nicht widerstehen?

Nicky Marquard: Ich liebe Crème brûlée. Am liebsten, wenn oben der Zucker so richtig karamellisiert ist.

ONETZ: Welche Fernsehsendung ist für Sie Pflicht, bei welcher schalten Sie sofort weg?

Nicky Marquard: Ich gucke eigentlich gar nicht mehr, weil ich Fernsehen bescheuert finde. Eher höre ich Podcasts von Leuten, die mich inspirieren. Zum Beispiel Jay Shetty ("Think like a Monk") oder Laura Maria Seiler. Ich könnte mir jeden Tag die verdammte Corona-Situation anschauen, von der wir zu hundert Prozent betroffen sind mit der Tennisschule. Wir haben null Einkommen zurzeit, ich könnte jeden Tag heulen und die Krise kriegen. Ich lasse mich aber lieber inspirieren und überlege, "wie geht’s weiter".

ONETZ: Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Nicky Marquard: Sport in jeglicher Form. Jeden Tag joggen, Yoga jeden Tag, meditieren jeden Tag, ganz viel lachen. Meine Familie. Meine Tochter ist momentan viel da, sie hat in ihrem Studium viele Online-Vorlesungen. Und den Kontakt halten zur Schanzl-Community.

ONETZ: Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich ...

Nicky Marquard: ... wirklich nichts anders machen. Ich wurde so erzogen, jeden Tag zu nutzen und das Beste daraus zu machen. Egal, was ist. Mein Vater hatte bei uns auf dem Tennisplatz einen Herzstillstand. Er wurde reanimiert und ist tatsächlich zurückgeholt worden. Er hat dann noch 20 Jahre gelebt. Ich habe ihm jeden Tag gesagt, wie wichtig er mir ist. Viele Menschen sagen, wenn etwas Schlimmes passiert, "ach hätte ich doch". Dann ist es aber zu spät.

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