27.04.2021 - 16:55 Uhr
AmbergSport

"Schrittchen in die richtige Richtung": Kinder unter 14 Jahren dürfen wieder trainieren

Training im Freien, maximal Fünfergruppen, Trainer brauchen einen negativen Coronatest: Die bayerische Staatsregierung lockert das Sportverbot für den Nachwuchs. BLSV und BFV sind noch nicht ganz zufrieden.

Kinder unter 14 Jahren dürfen ab sofort wieder in Fünfergruppen und unter freiem Himmel mit Abstand trainieren.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Der organisierte Sport hat bei der bayerischen Politik erwirkt, dass der Freistaat Regelungen des Bundesinfektionsschutzgesetzes in seiner Landes-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung umsetzt. Dies ist jetzt erfolgt: Training im Freien für unter 14-Jährige in Fünfergruppen ist auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 erlaubt. Für BLSV-Präsident Jörg Ammon ist dies ein „kleiner Schritt in die richtige Richtung“. Oberhalb einer 7-Tage-Inzidenz von 100 ist Kindern unter 14 Jahren die Ausübung von Sport in Form von kontaktloser Ausübung im Freien in Gruppen von höchstens fünf Kindern gestattet. Erwachsene Trainer dürfen an diesem Sport teilnehmen, wenn sie ein höchstens 24 Stunden altes negatives Testergebnis nachweisen können. „Das Festhalten an den strengeren Regelungen für den Sport in Bayern trotz einer Erleichterung im Bundesgesetz war für uns nicht nachzuvollziehen“, sagt Ammon weiter. „Das haben wir sehr deutlich gemacht. Die Politik ist unserer Forderung, wenigstens die zarten und maßvollen Erleichterungen aus dem Bundesgesetz auch in Bayern umzusetzen, nun nachgekommen.“ Vollständig geimpfte Personen werden negativ getesteten Personen gleichgestellt.

„Grundsätzlich ist alles zu begrüßen, was das Leben für unsere Kinder in diesen Zeiten verbessert. Von daher sind wir erst einmal froh, dass es auch bei der Staatsregierung eine Einsicht gibt. Das ist aber allenfalls ein Schrittchen in die richtige Richtung“, sagt der Geschäftsführer des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), Jürgen Igelspacher, der aber auch das erneuert, was schon BFV-Präsident Rainer Koch bereits in der vergangenen Woche betont hatte: „Wir bleiben dabei: Nahezu alle Experten-Meinungen und harten Fakten werden erneut negiert. Der Amateur- und Jugendfußball stellt kein pandemisches Problem dar, sondern ist vielmehr fixer Teil der Lösung. Das muss endlich auch so akzeptiert werden. Bis heute kann niemand erklären, warum in der Schule getestete Kinder nicht auch am Nachmittag in größeren Gruppen und ohne Altersbeschränkung gemeinsam unter Aufsicht sowie unter Einhaltung der etablierten Hygienekonzepte trainieren dürfen. Sport ist wichtig für unsere Gesellschaft, er ist wichtig für die Gesundheit. Der Sport gibt Menschen Bewegung und Lebensfreude zurück, ganz besonders Kindern und Jugendlichen. Das bleibt ihnen mit dieser Regelung faktisch verwehrt und hat drastische Folgen – für Körper und Psyche, aber auch für den Unterbau in unseren Vereinen.“

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