19.10.2020 - 15:06 Uhr
AmbergSport

"Der Sport ist bisher nicht eingeschränkt"

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Der Fußball-Bezirksligist TuS Kastl gibt offen zu: Corona-Risiko zu groß, deswegen kein Spiel! Womöglich wird der Verein für seine Ehrlichkeit bestraft. Bezirksvorsitzender Thomas Graml versteht's, aber ...

Der TuS Kastl hat jetzt mal darauf verzichtet, seine Gäste zu begrüßen. Nicht aus Unhöflichkeit, sondern aus Vorsicht. Das Spiel gegen den SC Luhe-.Wildenau wurde abgesagt.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Grundsätzlich "sind wir jetzt aber an einem Punkt, an dem Fußballspielen keinen Sinn mehr macht“, sagt Norbert Bleisteiner, der Vorsitzende des TuS Kastl. Mannschaft und Verantwortliche des Bezirksligisten hatten sich entschlossen, das Spiel gegen den SC Luhe-Wildenau abzusagen. Das Risiko, gegen eine Mannschaft zu spielen, die aus einem Landkreis kommt, in dem der Inzidenzwert auf über 60 gestiegen war, sei zu groß. Grundsätzlich könne er den TuS Kastl verstehen, sagt Bezirksvorsitzender Thomas Graml dazu. Aber: Das Sportgericht müsse entscheiden. Ein Interview mit dem Funktionär des Bayerischen Fußballverbandes zu diesem Fall.

ONETZ: Was sagen Sie als Bezirksvorsitzender zu der Absage des TuS Kastl?

Thomas Graml: Ich kann es absolut nachvollziehen, dass Vereine, wenn sie sich unwohl fühlen, dass sie Spiele absagen. Dafür haben wir Verständnis.

ONETZ: Im Corona-Paragrafen des Bayerischen Fußballverbandes ist so ein Fall nicht vorgesehen?

Thomas Graml: Das ist richtig. Aber so etwas kann nicht der Verband entscheiden, das muss das Sportgericht tun. Der TuS Kastl hat die Absage entsprechend begründet und seine Sorgen genannt. Das müssen wir nun abwarten.

ONETZ: In der bayerischen "Corona-Ampel" heißt es, wenn der Inzidenzwert auf über 50 steigt, wie es im Landkreis Neustadt am Wochenende der Fall war, sind private Feiern auf fünf Personen beschränkt, beziehungsweise auf zwei Haushalte. Darf man denn dann überhaupt noch Fußball spielen?

Thomas Graml: Die Ampel bezieht sich nicht auf den Paragrafen der Infektionsschutzverordnung, der Sport- und Kulturveranstaltungen regelt. Für uns ist klar, dass der Sport bisher nicht eingeschränkt ist. Die einzige Beschränkung ist, dass ab einem Wert von 35 alle Zuschauer Masken tragen müssen. Für den Spielbetrieb gibt es keinerlei Begrenzung. Wir können zwar die Sorgen und Unsicherheiten nachvollziehen, aber wir haben keine rechtliche Handhabe, den Spielbetrieb einzustellen.

ONETZ: Das heißt, es geht im Fußball einfach weiter?

Thomas Graml: Wir sind in einem Spannungsfeld, in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite haben wir Vereine, die spielen wollen. Auf der anderen diejenigen, die unsicher sind und gesundheitliche Probleme sehen. Wir halten uns an die Staatsregierung. Wenn diese sagt: Sport ist nicht mehr möglich, dann stellen wir ein. Solange die Staatsregierung sagt: Sport ist möglich, wird von uns der Spielbetrieb organisiert. Aber nochmals: Wir haben absolut Verständnis, wenn Vereine sich unwohl fühlen und dann absagen.

Gegner aus Corona-Risikogebiet: TuS Kastl tritt nicht an

Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach
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