21.10.2020 - 15:51 Uhr
AmbergSport

Verstöße gegen Corona-Regeln auf Fußballplätzen - Spielbetrieb in Gefahr

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Die Zahl der Corona-Infektionen steigen. Doch auf den Plätzen im Fußballkreis Amberg/Weiden gibt es Fans, die sich nicht an die Regeln halten und aggressiv werden. Der Kreisspielleiter ist sich sicher: Damit gefährden sie den Spielbetrieb.

Fast alle Zuschauer halten sich an die Regeln. Abstand oder Maske,. Aber nicht alle, und deswegen gibt's immer wieder Ärger auf den Fußballplätzen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Maskenpflicht, Abstand halten - die einfachen Vorschriften werden von den Zuschauern bei Fußballspielen der Kreisliga und Co. immer häufiger missachtet. Da hört ein Stadionsprecher bei seiner Durchsage, dass sich die Fans doch bitte an die Regeln halten sollen, schon mal kein besonders schönes chorales Echo: "Halt's Maul!"

Oder wenn ein Vereinsverantwortlicher eine besonders eng zusammenstehende Gruppe trennen will: "Wir sind doch alles eine große Familie!" Nächstes Beispiel: "Schleich dich!" als Antwort auf den Hinweis eines Platzordners, die Zuschauer sollten doch beim Verlassen ihres Platzes in der Pause eine Maske aufsetzen.

Keine Einzelfälle

Alles Vorfälle vom vergangenen Wochenende im Fußballkreis Amberg/Weiden - und keine Einzelfälle. Das in Zeiten, in denen die Infektionszahlen in die Höhe schnellen, und der Sportbetrieb fast schon auf der Kippe steht.

Formell sind bei den Fußballfunktionären noch keine Vorfälle gemeldet worden. "Nein, offiziell haben wir noch nichts in dieser Richtung bisher gehört", erklärt Kreisspielleiter Albert Kellner. Aber: "Der eine oder andere hat sehr wohl bei mir angerufen und gesagt: Bei diesem und bei jenem Verein hält sich keiner an die Hygienevorschriften." Wenn Kellner dann nachhakte, bekam er zur Antwort, dass der Anrufer "keinen hinhängen" will. "Das ist aber für mich kein Verpetzen, das ist ein Hinweis auf Missstände, bei denen wir Abhilfe leisten können." Er würde aktiv auf die betreffenden Vereine zugehen und einzelne Punkte besprechen.

Immer nur wenige

Kellners Einschätzung nach dem, was er bisher mitbekommen hat: "Es ist immer nur wenige, die sich regelwidrig verhalten. Diejenigen, die dann am lautesten schreien, wenn das ganze Konstrukt eingestellt wird, und wir nicht mehr Fußball spielen können." Der Kreisspielleiter betont, dass die Infektionsvorschriften von der Staatsregierung kommen und der Fußballverband diese an die Vereine weitergebe. "Wenn sich niemand dran hält, ist doch klar, was passiert: Dann wird der Fußball wieder eingestellt."

Vielen Fußballfans sei nicht bewusst, was sie damit überhaupt anrichten. Da wird Kellner deutlich: "Einige meinen, wenn sie das Sportgelände betreten, dass sie sich in einem rechtsfreien Raum bewegen. Jetzt werde ich etwas böse: Wahrscheinlich sind das diejenigen, die daheim nichts zu sagen haben."

"Wo fahren wir hin?"

Nachdem bislang keinerlei offizielle Meldungen von den Vereinen an die Spielleiter gingen, herrscht noch Zurückhaltung bei der Polizei. "Wir hatten noch keine Einsätze zu verzeichnen", sagt Achim Kuchenbecker. "Wir kontrollieren nicht aktiv, da würden wir nicht fertig werden. Wo fahren wir hin? Da können bei einem Kreisligaspiel mehr auf einem Haufen zusammenstehen als bei einem Spiel in der Bezirksliga", erläutert der Polizeisprecher der Inspektion Amberg. Von der Gefährdungslage her könne bei einer Veranstaltung mit wenig Besuchern das Infektionsrisiko höher sein als bei einer mit einer vielfachen Zahl von Zuschauern.

Der Zuständigkeitsbereich der Inspektion Amberg erstreckt sich auf die Stadt und etwa den halben Landreis, die andere Hälfte gehören zu den Inspektionen Sulzbach-Rosenberg und Auerbach.

Um Probleme zu vermeiden, sei eine Durchsage des Stadionsprechers bei Beginn eines Fußballspiels "sehr vernünftig und empfehlenswert", um die Leute zu sensibilisieren, erklärt Kuchenbecker. Falls es aber zu Situationen käme, in denen die Zuschauer sich nicht an die Regeln hielten, was kann oder darf ein Vereinsverantwortlicher dann unternehmen? Er müsse dann das Hausrecht anwenden und könnte den oder die Zuschauer auffordern, zu gehen. Die Personalien desjenigen festzustellen, sei schwierig, so der Polizeisprecher. "Er kann nach dem Ausweis fragen, aber der Betreffende muss ihn nicht vorzeigen. Die Konsequenz ist, dass er ein Hausverbot bekommt und das Gelände verlassen muss."

Lieber die Polizei rufen

Aber: Falls jemand sich weigern sollte, empfiehlt er, die Polizei zu rufen und auf keinen Fall in irgendeiner Form selbst handgreiflich zu werden. "Da kommt nur Schmarrn dabei heraus, weil die Leute aggressiv sind. Die lassen sich oft nichts sagen. Aber wenn Amtspersonen kommen, die Polizei, dann sieht das oft gleich ganz anders aus."

Bis zu 250 Euro

Denn es liege in so einem Fall nicht nur ein Verstoß gegen das Hausrecht vor, sondern auch einer gegen das Infektionsschutzgesetz, und der müsse ebenfalls geahndet werden. "Das sind bis zu 250 Euro", erklärt der Polizeisprecher. Aber am sinnvollsten wäre, an die Vernunft der Leute zu appellieren, damit es nicht zu Regelverstößen käme - und die Polizei erst gar nicht eingreifen müsste.

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